Mir doch egal, ich lass das jetzt so!

Dieser Satz stammt nicht von mir, aber er prangt neuerdings auf einer Postkarte mitten auf unserem Küchenschrank und bringt mich zum Lächeln, wann immer ich an ihm vorbeigehe. Eine liebe und humorvolle Person, die mich sehr gut kennt, meinte, es sei an der Zeit, mir einen guten Rat mit auf den Weg zu geben.

Mir doch egal, ich lass das jetzt so! Das klingt gut, so gut! Das Ziel meiner Wünsche: Der Tag, an dem ich diesen Satz selbst über die Lippen bringe. Dann habe ich wirklich viel erreicht.

Leider bin ich nämlich Perfektionistin (überhaupt nicht perfekt, aber den ganzen Tag damit beschäftigt, es irgendwann einmal zu werden ;-)) und Perfektionistin und Mutter ist eine der toxischsten Merkmalskombinationen, die ich kenne.

Das fängt damit an, dass man zwar eine gute Kita hat, aber immer wieder, wenn man nichts besseres zu tun hat, darüber nachdenkt, das Ganze zu optimieren. Vielleicht doch eine bessere Wohngegend, vielleicht doch Englisch- und Musikkurs, vielleicht lieber doch nicht so nah an der Straße, vielleicht lieber doch, vielleicht lieber doch, vielleicht lieber doch…

Eine Krankheit unserer Zeit, das Optimieren und Perfektionieren, macht natürlich auch vor Müttern und Vätern nicht halt. Nur müssen die gleich mehrere Leben optimieren und das wird schwierig.

Dabei kann man von seinem Kind doch eigentlich eine Menge lernen. Auf die unpädagogische Frage: „Willst Du als einziges Kind in der Kita seit drei Wochen die Haare nicht gewaschen haben?“ bekommt man von meinem Kind die klare und sehr lebenstüchtige Antwort: „Ja!“

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7 Gedanken zu “Mir doch egal, ich lass das jetzt so!

  1. Das geht mir auch mit einem Kind schon so :-). In letzter Zeit versuche ich, mich mit einem Trick zu überlisten, wenn mein Kind gerade wieder seine ganzen Bauklötze, sein Spielzeugobst und unsere Eierlöffel im Wohnzimmer verteilt hat. Ich tue so, als ob Spielzeug nicht als Unordnung zählt, bis ich es dann einmal am Tag, abends, wegräume. Es gab auch schon Zeiten, wo ich den Tag über permanent hinter meinem Kind hergeräumt habe und immer wütender wurde. Die Perfektionistin lässt grüßen ;-).

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  2. Liebe Mara,

    ich bin über ein „Like“ (Danke dafür!) auf Deinem Blog gelandet – und die Überschrift dieses Beitrages hat mich gleich angesprochen. Leider darf ich mich auch zu den „eher Perfektionisten“ zählen, was das Leben manchmal schwermacht. Ich musste lächeln, als ich das gelesen habe – und hoffe, es bei Bedarf auch abrufen zu können 🙂

    Alles Liebe,
    Wolfgang

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