Die Geburt – Der schönste Tag meines Lebens?

Zum Thema Geburt möchte ich gar nicht zu weit ins Detail gehen. Ich möchte nur ganz ehrlich schreiben, dass ich nicht sagen kann, dass es der schönste Tag meines Lebens war. Natürlich war es wunderbar, dass unser kleiner Schatz auf die Welt gekommen ist und seitdem unser Leben bereichert, aber der Vorgang der Geburt an sich war für mich persönlich alles andere als schön.

Schon vor der Geburt las ich in einem Ratgeber einer Amerikanerin, die sich auf die Fahnen geschrieben hatte, Klartext zu reden, dass sie den heutigen Fokus auf „möglichst natürlich“ und „so wenig schmerzlindernde Mittel wie möglich“ nicht nachvollziehen könne. Man würde doch heutzutage – in halbwegs zivilisierten Ländern – auch keinem Menschen mehr die Weisheitszähne ohne Betäubung ziehen. Dieses Bild fand ich sehr treffend.

Ich fragte also meine Hebamme im Kurs, die immer betonte, wie phantastisch eine natürliche Geburt ohne alles sei, wie ich denn wisse, wann ich nach der PDA fragen könne. Nicht, dass ich zulange wartete und es dann irgendwann zu spät wäre. Solche Situationen gibt es nämlich. Sie sagte, das wäre kein Problem.

Als es dann bei mir soweit war, hatte ich ein Problem, das vermutlich auch andere Erstgebärende haben. Wann ist der Schmerz denn nicht mehr auszuhalten? Schmerzen sind doch individuell. Und ich wartete so lange mit der Bitte um Schmerzlinderung bis es zu spät war. Ich wollte mich doch nicht anstellen. Was ich nicht wissen konnte, war, dass mein Kind eine seltenere und komplizierte Geburtslage hatte, was auch die frisch gebackene Hebamme erst relativ spät bemerkte. Ich wusste nur, dass es mir alles unerträglich schien. Aber, vielleicht war ich ja keine Schmerzen gewohnt. Ich fragte jedenfalls zu spät und möchte anderen Frauen Mut machen, sich zu vertrauen. Wenn sie das Gefühl haben, dass es für sie nur noch eine Qual ist, dann sollten sie sich deutlich bemerkbar machen.

In dieser Auffassung haben mich auch Gespräche mit Frauen bestätigt, die bei ihrer ersten Geburt zu scheu waren, um rechtzeitig nach einer PDA zu fragen und bei ihrer zweiten Geburt, als gebrannte Kinder, nicht lange mit dieser Frage warteten. Sie berichteten von total abweichenden Geburtserlebnissen und waren mit der zweiten Geburt sehr viel glücklicher.

Die Ärzte müssen natürlich immer abschätzen, ob eine PDA die Geburt verzögern und das Kind in Schwierigkeiten bringen könnte.  Das werden sie sicher auch tun. Für die Frau kann auch vor diesem Hintergrund gelten: Rechtzeitig nach Schmerzlinderung fragen kostet ja nichts!

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8 Gedanken zu “Die Geburt – Der schönste Tag meines Lebens?

  1. Das Thema Geburt ist ganz schwierig. Ich kenne auch viele Frauen, denen ein Kaiserschnitt oder PDA aufgezwungen wurden. Das wichtigste ist auf sich selbst zu vertrauen und für sich einzustehen. Aber das alleine reicht nicht. Man braucht auch Glück, dass die Ärzte/Hebammen einen ernst nehmen

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  2. Bei meinem Sohn wurde mir die PDA rechtzeitig gestochen , jedoch wollte die junge und sehr unerfahrene Hebamme, das schmerzlindernde Mittel per Tropf schneller laufen lassen- hatte aber in die falsche richtung gedreht und somit hatte ich trotz Kreuzstich, keine Schmerzmittel… Jedoch bin ich im Nachhinein trotzdem stolz:) LG:)

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