„Läusealarm“ oder „Eine Frage des Vertrauens“ oder „Ein Experiment mit ungewissem Ausgang“

Es gibt Themen, mit denen wollte ich mich nie beschäftigen. Total überflüssige Themen, die den ohnehin nicht immer einfachen Alltag massiv verkomplizieren. Themen, die ein Kleinkind so mit sich bringt, ohne etwas dafür zu können. Solche Themen wie z.B.: Läuse! Ja, Ihr habt richtig gelesen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich damit befassen müsste.

Letztens schrieb ich einer Bekannten mit einem kleinen Jungen, ob sie mal wieder zum Spielen zu uns kommen wollten. Ja, sie kämen sehr gern. Ihr Sohn habe leider vor ein paar Tagen Läuse aus der Kita mitgebracht. Sie habe auch schon sorgfältigst alles Notwendige unternommen und würde den Termin mit uns ggf. verschieben, wenn sie zu dem Zeitpunkt irgendwelche Bedenken hätte.

Mmmmhhhh … Wieso musste ich Ihr denn gerade diese Woche schreiben, hätte ich das nicht einfach mal drei Wochen später tun können? Besuch lädt man doch nicht aus. Außerdem freuen mein Kind und ich uns immer sehr auf die beiden. Ach was, das wird schon.

In einer der letzten Nächte wachte ich auf und schlich zum PC. Ich suchte nach Dingen wie „Läuse“ und „Darf mein Kind mit Läusen in die Kita?“. Und während meiner zweistündigen Recherche juckte es immer mehr auf meinem Kopf. Vielleicht hatte ich ja schon welche.

Die Recherche ergab einige Dinge. Ich wusste schon, dass es nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat und man sich deshalb auch nicht schämen muss. Angeblich sollen Läuse sogar besonders frisch gewaschenes Haar mögen, aber das klang mir eher wie ein Gerücht. Vermutlich ist es Läusen ganz egal, ob gewaschen oder nicht. Ein offener Umgang mit dem Läusebefall, wie der meiner Bekannten, ist goldrichtig. Eine sofortige Behandlung musste begonnen werden und dann durfte das Kind auch gleich am Folgetag wieder in die Kita.

Diese Sache machte mich ein wenig stutzig. Wenn mehrere Kinder in einer Kita Läuse haben und ein Kind mit korrekter Behandlung gleich am Folgetag wieder in die Kita darf, was heisst das? Dann könnte es sich doch gleich wieder von den anderen Läuse aufschnappen. Und was heisst korrekte Behandlung? Es sitzt ja keiner dabei, wenn ein Kind einshampooniert wird und die Läuse ausgekämmt werden. Und kann man von all den doppel- und mehrfachbelasteten Müttern und Vätern eigentlich eine große Sorgfalt erwarten? Fragen über Fragen. Meine Zweifel wurden durch die Info bestätigt, dass der Läusebefall von Kindern in den letzten Jahren zugenommen hat. Wusste ich es doch. Was sollen die armen Eltern noch alles in ihren vollgestopften Tag packen? Stundenlanges Nissenauskämmen steht da sicher nicht ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Und was muss es für Eltern bedeuten, wenn sie die Prozedur korrekt in stundenlanger mühseliger Arbeit durchgeführt haben, der Rest der Eltern in der Kita aber leider nicht? Dann konnten sie ja gar nicht gewinnen? Und wer kam auf so eine schwachsinnige Idee, dass Kinder gleich am nächsten Tag wieder in die Kita können, wohl wissend, dass so eine Behandlung durchaus auch falsch durchgeführt werden kann? Vielleicht war das ja eine – auf den ersten Blick – arbeitgeberfreundliche Regelung? Fragen über Fragen.

Mein Problem war ein Emotionales. Ich könnte der Mutter einfach sagen, dass sie lieber in drei Wochen zu Besuch kommen sollten. Aber irgendwie brachte ich das nicht übers Herz. Hatte mich das Internet doch auch über die psychischen Schäden von Kindern informiert, die durch den Läusebefall gemieden wurden. Und die Mutter erst. Sie würde denken, dass ich ihr nicht vertraue.

Mein Mann sagte dazu, was ein Mann so sagt. Diese Spezies ist einfach ungeheuer logisch und pragmatisch. Ruf‘ an und sag‘, dass Dir das ein wenig zu unsicher ist. Recht hatte er, aber  mein Kopf sagte mir etwas anderes.

Deshalb verbrachte ich eine zweite halbe Nacht mit der Recherche zur Prävention. Ich könnte dem Kind, sobald es über die Türschwelle tritt, eine Mütze über den Kopf stülpen. Kleiner Scherz. Und ich könnte einen Sicherheitsabstand halten. Bei Kindern unmöglich. Besonders, wenn sie es gewohnt sind, von mir vorgelesen zu bekommen. Es gab keinen wirklichen Schutz, außer den, keinen Kontakt zu haben. Also entschied ich mich für folgende Variante. Haarewaschen mit Weidenrindenshampoo und Auftragen von verdünntem Teebaumöl (ganz wichtig, dass es stark verdünnt wird). Eigentlich zwei unabhängig voneinander empfohlene Methoden. Aber, doppelt hält besser. Oder wird die Duftmischung eventuell zu dem Elixier, auf das die Läuse nur so springen?

Die nächsten Tage werden es zeigen…

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13 Gedanken zu “„Läusealarm“ oder „Eine Frage des Vertrauens“ oder „Ein Experiment mit ungewissem Ausgang“

  1. Teebaumöl kann ich auf den Tod nicht ausstehen. Ich rieche es auf zehn Meter Entfernung — verdünnt oder unverdünnt. Nachdem die Kinder behandelt wurden habe ich nie eine Ansteckung erlebt. Die Ansteckungsgefahr ist hauptsächlich wenn man es noch nicht weiß.

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  2. Hab sie vor 2 Monaten zum ersten Mal durch gemacht! 1x mit Shampoo waschen, Haare jeden Tag mit Kamm durchkämmen und nach 1 Woche nochmal shampoonieren und alle waren weg.Ich fand die Vorstellung schlimmer als es eigentlich war!
    Und bei Verdacht Haarkur auf’s trockene Haar schmieren und durchkämmen (die Kur macht sie unbeweglich) . Erst, wenn man welche findet, eine Kur machen ! Bei Jungs würde ich einfach die Haare sehr kurz schneiden und jeden Tag kämmen !
    So frohes Jucken jetzt ;-)))

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    1. Danke. Das klingt doch in der Tat nicht so dramatisch. Meine Bekannte sagte mir auch, die Mittel heute seien sehr gut. Und ich habe jetzt in meiner Gründlichkeit 😉 schon zweimal eine Haarkur draufgemacht und mit Spezialkamm gekämmt und nichts gefunden.

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  3. aber du hast den Kamm dann auf Toilettenpapier und Zewa Rolle abgeputzt, denn auf weissem Hintergrund siehst du sie nur, es sind ziemlich keine schwarze/dunkle Punkte, nicht zu übersehen, wenn man den Kamm ausstreicht 😉 kratzfreies Wochenende wünsche ich 😉 Ann

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