Kleine Erkenntnisse aus dem Mutterdasein – II

Es kommt immer anders als man denkt.

Ja, ich sollte meine ganze Vorstellungskraft und Phantasie (die ich eigentlich gar nicht habe) gar nicht bemühen, denn all‘ die möglichen Szenarien, die einem mit einem Kind passieren können, lassen sich vorab gar nicht bedenken.

Das ist schlimm, besonders für einen leichten Kontrollfreak wie mich. Wenn ich doch in der Lage wäre, alle möglichen Missgeschicke vorauszusehen. Dann wäre das Leben als Mutter für mich schon bedeutend leichter. Gut, dann würde ich vermutlich anstatt mit einem riesigen Rucksack nur noch mit einem für alle Eventualitäten gepackten Koffer durch die Gegend laufen. Das sähe im Eiscafe aber irgendwie nicht so „relaxed“ aus. Aber, bin ich „relaxed“? Nein, nicht wirklich.

Kindergeburtstage von Kleinkindern sind so eine Sache. Unberechenbar. Alle romantischen Vorstellungen eines friedlichen, harmonischen Tagesablaufs kann man gleich über Bord werfen. Schon als man seinem Kind einen besonders langen Gutenmorgenkuss aufdrücken will, löst es sich aus der Umarmung und ruft „Wo sind die Geschenke?“. Man hastet ins Wohnzimmer hinterher und will noch schnell die CD mit „Wie schön, dass Du geboren bist“ anmachen, da brüllt das Kind „Musik aus!“. OK. Zu Befehl. Es hat ja Geburtstag. Später versucht man es nochmal freundlich mit einem liebevoll angestimmten „Happy Birthday“, welches mit einem resoluten und mitleidsvollen „Mami, das reicht schon“ kurz vor seinem melodischen Höhepunkt abgewürgt wird. Die Geschenkpapiere werden nur so aufgerissen und fliegen einem um die Ohren. Man kann kaum ausmachen, welches Geschenk wirklich beeindruckt. Doch, das Arztset, es wurde mit einem „Ich bin Arzt. Ich bin drei.“ quittiert. Nachmitags kommt ein wenig Besuch. Die Kinder spielen „Wer-kann-die-meisten-Süßigkeiten-essen-bevor-sich-die-Mütter-auch-nur-an-den-Kaffeetisch-gesetzt-haben“, mein Kind macht zwischendurch in die Hose (Klar, kein Problem. Ist nun mal so. Aber nach meinem Geschmack hätte das auch abends passieren können 😉 ) und nach zwei Stunden schreit mein Kind immer lauter „Wann ist eeendlich der Besuch zuende?“, bis auch die letzte Mutter es nicht mehr überhören kann.

 

Advertisements

14 Gedanken zu “Kleine Erkenntnisse aus dem Mutterdasein – II

      1. Hihi. Stimmt. Mein Kind sagte schon mit zehn Monaten in solchen Situationen ciao. Da wurde dumm geguckt und viele wollten es nicht wahr haben. Ich war aber froh drum. Dann wusste ich wann es Zeit war zu gehen. Denn Babys verarbeiten Stress ja durch schreien/weinen und da ist es ja doppelt schön Stress zu vermeiden. Gut wenn sich ein Kind da schon so früh äußern kann

        Gefällt 1 Person

        1. Genau. Im Grunde ist es gut, wenn sie ihre Bedürfnisse äußern können, nur, wenn der Besuch quasi rausgeschmissen wird, doch ein klein wenig unangenehm. Aber aus Sicht des Kindes genau richtig. Es hat genug Reize verarbeitet und braucht nun Ruhe. Dann biete ich auch oft an, dass es sich zum Schlafen hinlegt. Klappt auch oft ganz gut.

          Gefällt 1 Person

          1. Mir passierte es immer draußen, dann bin ich gegangen. War aber von Erwachsenenlogik her auch peinlich. Zu Hause habe ich mich mit ihr auch zurückgezogen. Anderes Zimmer. Da ist dann die Geduld des Besuchs gefragt, Bus ich als Gastgeberin kommen kann. Im idealfall bin ich nicht die einzige Gastgeberin. Im lustigsten Fak soittelen die Kinder ohne Geburtstags Kind weiter ; P

            Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s