„Thank God, it’s … a three-year-old!“ oder „Wird es irgendwann leichter? – II“

Ein Glück, mein Kind ist drei! Das denke ich in letzter Zeit öfter.

Und heute wurde es mir noch bewusster, als mich eine ältere Dame darauf aufmerksam machte, dass beim Eisessen meines Kindes ja gar nichts daneben gegangen war. Stimmt, kein Fleck auf den Klamotten und ich habe es nicht einmal bemerkt. Meckern kann ich, aber so etwas übersehe ich ;-). Ja, mein Kind macht mächtig Fortschritte. Und ich bin stolz.

Heute stellte ich außerdem fest, dass ich mit meinem Kind zum Optiker, zur Post, zum Fotoladen und und und gehen konnte und das ohne ernsthafte Zwischenfälle. Ja, es war eine Erfolgsstory sondergleichen, unser Einkauf. Es war sogar noch ein kurzer Wortwechsel mit wildfremden Leuten über ihre anstehende Kreuzfahrt drin, ohne die laute Unterbrechung „Maaamaaa, weiter! Nicht spreeecheeen!“. Ach ja, vielleicht lag es daran, dass gerade genüsslich an einem Rosinenbrötchen gekaut wurde. Aber egal.

Trotzdem, ich fühlte mich auf einmal regelrecht kompetent, sah sogar einigermaßen gepflegt aus und dachte, nun hast Du endlich den Dreh raus, hat ja nur läppische drei Jahre gedauert. So viel habe ich noch nie mit meinem Kind im Schlepptau geschafft. Kein Geschrei als wir ein Geschenk für ein anderes Kind ausgesucht haben, obwohl wir uns im Kinderspielparadies befanden.

Nun ja, vorher hatte es Hausschuhe mit Pferdchen drauf gegeben. Vielleicht war der Bedarf gedeckt. Aber, das letzte Mal beim Schuhkauf kamen mehrere Leute, um zu gucken, was wohl Schlimmes passiert ist. Dabei sollte mein Kind nur die von mir in Windeseile ausgesuchten Schuhe anprobieren. Danach habe ich nur noch Hausschuhe ohne die Gegenwart meines Kindes besorgt, um mein Nervenkostüm zu schonen. Heute konnten wir mehrere Schuhe hintereinander begutachten und sogar mein Hinweis, dass die Einhornschuhe zu klein sind, hat zu keinem Ausnahmezustand geführt. Es war, ja, wie soll man sagen, regelrecht unheimlich.

Außerdem half mir mein Kind letztens beim Abschmücken des Weihnachtsbaums. Es war ganz wild darauf, zu helfen. Ja, das klingt vielversprechend :-). Ich hätte da noch ein paar Dinge, die erledigt werden müssten ;-).

Es scheinen sich gerade bedeutende Denkprozesse im Hirn meines Nachwuchses abzuspielen. Nach Monaten, in denen ich mir insgeheim die Windel zurück gewünscht habe,  weil mein Kind sein großes Geschäft immer in die Unterhose verrichtete und Windeln vehement ablehnte (das soll man dann natürlich nicht konterkarieren, auch wenn man es – um Himmels Willen, ich bin auch nur ein Mensch – gerne würde!) und ich manchmal am Rande des Nervenzusammenbruchs war, wurde heute der eigenständige Wunsch von Seiten meines Kindes geäußert, doch noch ab und zu eine Windel zu tragen. Interessant.

Also, es wird doch irgendetwas leichter, das möchte ich Euch Müttern mit auf den Weg geben. Was im Gegenzug gleichzeitig alles schwerer wird, möchte ich Euch an dieser Stelle in allen Einzelheiten ersparen ;-). Nun ja, das sind dann z.B. solche Dinge, wie die Beobachtung, dass mein Kind auf einmal mehrere Stunden Schlaf weniger zu benötigen scheint und seine irritierende Schlagfertigkeit. Wenn ich es im Laden in moderatem Ton ermahne, dann schreit es in doppelter Lautstärke, so dass es auch derjenige hinten bei den Playmobilfiguren hört: „Mama-sei-jetzt-aber-lieb! Seiiii lieb!“

Aber ansonsten … ganz entspannt mit seinem Nachwuchs durch die Einkaufspassage zu schlendern, im Gepäck nur eine Flasche und ein paar Feuchttücher, das hat etwas, das bedeutet weniger Ballast und eine neue Leichtigkeit. Freut Euch drauf :-)!

 

 

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7 Gedanken zu “„Thank God, it’s … a three-year-old!“ oder „Wird es irgendwann leichter? – II“

  1. Das hört sich gut an :-). Ich glaube Dir das jetzt einfach mal, auch wenn Viele sagen, es wird niemals besser, nur anders ;-). Ich wollte auch mal die Fortschritte beschreiben, die mir meinen Alltag erleichtern und mich darüber freuen. Und natürlich macht es einen Unterschied, ob man ein Baby hat, das zu jeder Sekunde auf einen angewiesen ist oder ein größeres Kind.

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  2. Windeln vehement ablehnen ist eigentlich ein seltener Schatz. Trotz allen verdoppelten Waschmaschinendurchgängen… Vom Papa, der gerade mit Nummer 3 am 3.1. dessen dritten Geburtstag gefeiert hat (kam ja auch 13 um 13:00 auf die Welt 😀). Windeln findet ER praktischer als WIR…

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    1. Ich fand das anfangs auch sehr gut, aber nach Monaten durchgängig „Unterhosenauswaschen“ und keiner Besserung in Sicht, war ich dankbar, dass mein Kind nochmal einen kleinen Schritt zurückgehen wollte. Habe nämlich gelesen, wenn ein Kind wirklich so weit ist, dauert es nicht so lange (bei Remo H. Largo), sondern das Thema ist in zwei bis vier Wochen durch.

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  3. Bei Kind 1 hatten wir echt Glück mit dem Thema. Ein großes Geschäft musste ich nie aus der Unterhose entfernen und auch das kleine ist nur sehr selten daneben gegangen. Ohne Windeln zu sein kam ganz von ihm, als er 3 Jahre und 2 Monate war und klappte von einem auf den anderen Tag hervorragend. Allerdings trägt er sie noch nachts, was ich aber derzeit so schlimm nicht finde. Seine Schwester, jetzt 2 J. 3 M., ist auch schon manches mal erfolgreich auf dem Töpfchen, von sich aus. Ansonsten kann ich sie aber noch zur Windel überreden und hoffe, dass es irgendwann genau so super klappt wie bei ihrem Bruder. Ich denke, man sollte sich bei dem Thema echt keinen Druck machen, und so dem Kind eben auch nicht und dann kommt es ganz von alleine. Natürlich schon ein wenig doof, wenn es so läuft wie bei Euch.

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