„Ihr Kind ist heute wieder eine Stunde hinter mir her gelaufen“

Ja, was soll man als Mutter dazu sagen?

Vielleicht sucht es eine Erzieherin/einen Erzieher, die/der für es da ist? Mit der/dem es kommunizieren kann? Die/Der sich ein wenig mit ihm beschäftigt?

Aber ich verstehe auch sie/ihn, die Erzieherin, den Erzieher.

Würde ich es schaffen, auf 10 Kinder aufzupassen und auf jedes einzeln einzugehen? Nein sicher nicht!

(Ich würde es vermutlich so machen, wie ich es bei manchen Erziehern beobachte. Möglichst wenig persönlichen Kontakt zu einem Kind aufnehmen, damit es sich nicht bindet. So habe ich das auch immer auf Zugfahrten gemacht, als ich noch studierte und kinderlos war und lernen wollte: Ich habe ein Kind, das an meinem Platz vorbei kam, mit dem offensichtlichen Wunsch mit mir zu kommunizieren, so lange ignoriert, bis es wieder von dannen zog. Klappt gut.)

Erzieherinnen und Erzieher sind aus meiner Sicht wirklich nicht zu beneiden. Sie verdienen nicht gerade viel und müssen ausbaden, dass man in den Kitas generell mit zu wenig Personal arbeitet. Wie ich schon mal schrieb: Wenn die eine von zwei Erzieherinnen krank war und wiederkommt, ist die andere von der Arbeit so erschöpft, dass sie gleich im Anschluss krank wird.

Ich bewundere außerdem die Ruhe vieler Erzieher, die so gut wie immer die Nerven behalten, wenn 8 Kinder gleichzeitig auf sie einreden.

Und deshalb habe ich mich auch immer sehr bemüht, eine so gut wie anspruchslose, pflegeleichte Mutter zu sein und ich denke, ich kann mit Fug und Recht behaupten, ich bin es in weiten Teilen auch.

Aber ich frage mich immer wieder: Wieso muss man „auf Teufel komm‘ raus“ die Krippen ausbauen und wenige Erzieher (es gibt nämlich nicht genug Erzieher auf dem Arbeitsmarkt) mit viel zu vielen Kindern überfordern, während man mit dem Geld Mütter finanzieren könnte, die bereit wären, noch ein wenig zuhause zu bleiben?

 

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36 Gedanken zu “„Ihr Kind ist heute wieder eine Stunde hinter mir her gelaufen“

  1. Aber ich finde die Aussage trotzdem voll krass und nicht akzeptabel. Deine Empathie für die Erzieherinnen in allen Ehren, aber selbst wenn ihr zehn Kinder hinter her laufen. Dann ist das doch schön und sie muss eins nach den anderen ihre Aufmerksamkeit schenken. Eine Mutter mit zwei Kindern kann ja auch nicht beide gleichzeitig handeln und beschwert sich nicht, dass die Kinder trotzdem die ganze zeit hinter ihr her laufen.
    Bin aber natürlich auch der Meinung dass sie überfordert sind. Trotzdem. Man kann auch sagen: ihr Kind ist so süß dauert hinter mir her zu rennen. Leider ist unser Betreuungsschlussel so schlecht.
    Sie muss sich nicht selber sch* verhalten

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    1. Ja, diese Aussagen bestärken mich auch immer wieder darin, in ein paar Monaten, wenn der Übergang zur Arbeit geklappt hat und es für mich noch nicht gefühlt deutlich besser ist, nach etwas anderem zu gucken. Aber erst mal etwas finden …

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  2. aber Erzieher können das ganz gut, weil sie keine wirkliche gefühlvolle Beziehung zu den Kindern haben, sicherlich mögen sie sie, aber nicht wie eine Mutter, deshalb nervt sie das alles auch nicht so.

    Lieber wenige motivierte Erzieherinnen als welche, die zwangsweise vom Arbeitsamt geschickt werden!

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      1. weisst Du langfristig ist es wichtig, dass Dein Kind weiss, dass Du hinter ihm stehst! Einmal rief bei uns ne Lehrerin an und beschwerte sich, dass mein Sohn etwas nicht mitmachen wollte, was sie als pädagogisch sinnvoll ansah und wir sollten ihn überzeugen. Mein Mann war am Telefon und sagte, er wäre stolz auf seinen Sohn, dass er selbst entscheidet, ob er mitmachen möchte oder nicht.

        Sie rief nie mehr an ;-)))) Und unser Sohn wustste, dass wir erst generell einmal hiner ihm stehen!!!!!

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          1. aber wenn Dein Kind hinter der Erzieherin herläuft, ist das kein Zeichen, dass sie sich nicht wohl fühlt…..sie ist halt schüchtern den anderen Kindern gegenüber…..ich würde mir da keine Gedanken machen! Einfach alles langsam in seinen Platz fallen lassen….die Erzieherin muss einfach den richtigen Punkt finden und bis dahin hat sie halt ne kleine Helferin 😉

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            1. Bin ja gerade mitten im Wiedereinstieg in den Job. Das ist auch der Grund, weshalb ich noch nicht handele, kann mir jetzt keine Eingewöhnung leisten. Wenn sich das Ganze in den nächsten Monaten regelt, wäre ich froh, bin aber langsam skeptisch. Habe sogar schon bei anderen Kitas angefragt. Keine Antwort oder voll.

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            2. Wie reagiert dein Kind den überhaupt auf den Kindergarten? Mit 3 kann sie sich ja schon besser selbst dazu äußern. Ich würde auch noch mal einen Gesprächstermin mit der Bezugserzieherin vereinbaren (dazu am besten Vater mitnehmen und vorher mit ihm den Termin besprechen). Am besten offene Fragen stellen, so wie „Wie verhält sich mein Kind jetzt nach der Eingewöhnung im Kindergarten, wie verhält es sich gegenüber anderen Kindern, wie gegenüber Erziehern.“ Man muss auch bedenken, dass die Erzieher für ein Kind die Vertrauenspersonen sind. Kinder binden sich an Erwachsene, nur im Notfall an andere Kinder und das ist auch nicht deal, da kein Kind die Erwachsenen (Beschützer) Rolle übernehmen kann. Wir haben das auch gerade durch. Gedankenkarussel auch gerade durch.

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              1. Mein Kind sagte letztens zu mir: Mama, nimm‘ mich mit nach Hause, ich bin so allein. Die Erzieher sagten schon zu mir, dass sie nicht wollen, dass die Kinder hinter ihnen herlaufen. In der Kita binden sich offensichtlich Kinder an Kinder, das habe ich immer wieder beobachtet. Wenn mein Kind weint, kommt kein Erzieher, sondern andere Kinder kommen und machen sich sorgen und sagen mir als Mutter sogar nachher Bescheid. Es wird dort kein Gespräch mehr geben. Ich suche eine neue Kita. Ich bin mit dem Thema nun endgültig durch.

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                1. Ja, das klingt nicht gut. Viel Erfolg bei der Kitasuche! Vielleicht hospitierst du erstmal ein, zwei Stunden in der neuen Kita, bevor ihr endgültig den Vertrag unterschreibt. Ich finde, dein Kind kann glücklich sein, dass du hinter ihm stehst. Es gibt zwar viele kleine Sachen, die man in jeder Kita bemängelt, aber die Bindung und emotionale Zuwendung ist das allerwichtigste für ein Kind.
                  Ich hoffe, Ihr findet schnell etwas passendes!

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  3. Ich finde dass echt traurig. Für Viele Kinder mag dieses System ja einigermaßen passen, aber was ist mit den sensiblen ruhigen Kindern die mehr zuspruch brauchen.

    Viele Erzieher würden gern mehr aber können nicht. Nicht genug Personal. Andere sind schon total abgestumpft. Dieses System macht angst.

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  4. Die arme Maus 😦
    Was soll man dazu sagen? (außer das was kinderunlimited bereits sagte). Bessere Betreuung kostet mehr Geld. Dennoch würde ich mal ein Gespräch mit der Leiterin des Kindergartens über deren pädagogische Grundsätze führen. Das haben wir auch schon getan (bei jedem Kind). Es hat sich immer was verbessert dadurch.

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      1. Du hast Angst vor den Veränderungen, die es mit sich bringen könnte (das kenne ich). Aber überlege dir vorher „was machen wir (konkret), wenn ich feststelle, dass diese Kita kein guter Ort für mein Kind ist“ Tagesmutter, Kitawechsel, zuhause bleiben, beide Teilzeit, selbständig, Oma, Kinderfrau? Wenn Du das für dich geklärt hast, wirst Du ungleich angstfreier, überhaupt „frei“ in dieses Gespräch gehen.

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  5. Schwieriges Thema! Ich denke, dass viele Eltern einen ziemlich hohen Anspruch an die Erzieherinnen haben. Man darf (wie bei Lehrern) nicht vergessen, dass es eben nicht die Eltern sind, dass es nicht Zu Hause ist und dass sich die Aufmerksamkeit geteilt werden muss. Niemand kann sich zerreißen. Ja, ich sehe es tagtäglich, es ist ein harter Job. Ich möchte niemals tauschen. Es ist sicherlich schwer und auch unmöglich, allen Kindern (und auch deren Eltern) gleichermaßen gerecht zu werden. Gerade während der Eingewöhnungen ist es für die Kinder eine große Umstellung. Das eine benötigt mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit, das andere vielleicht etwas weniger. Da die Balance zu finden, mag nicht immer einfach sein. Grundsätzlich gibt es leider immer zu wenig Erzieherinnen, auf denen gerade während Ausfallzeiten enormer Druck lastet. Diese Problematik wird sich sicherlich auch künftig nicht ändern. Offene Gespräche können Wunder bewirken. Wie kann sich ein Mensch auf so viele Eltern und Kinder einstellen und innerhalb kürzester Zeit alle individuellen Bedürfnisse erkennen? Es gibt sicher sehr viele Erzieherinnen und Erzieher, auf denen dieser Druck schwer lastet und die sich andere Umstände wünschen. Wir haben wirklich Glück mit unserer Einrichtung (Elternini), aber auch da laufen einige Dinge nicht unbedingt nach unseren Vorstellungen. Dennoch haben wir ein gutes Gefühl, wenn ich die Kinder morgens in die Krippe bringe und sehe die positiven Aspekte. Für die Feinheiten sind wir selbst zuständig. Liebe Grüße

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    1. Ich sehe das auch so wie Du. Habe immer wieder genau hingeschaut und Verständnis für jeden einzelnen Erzieher. Aber wenn es zu solchen Auswüchsen kommt, dass Kinder chronische Verstopfung bekommen, weil ihnen klar gemacht wird, dass keiner sie mit 3 mehr wickeln will, dann finde ich solche Dinge schon hart an der Grenze. Das alles ist auf Personalmangel zurückzuführen, macht es aber trotzdem für die Kinder nicht leichter. Ausflüge werden gemacht. Ich sage immer, lieber zehn Ausflüge weniger, aber dafür die elementaren Grundbedürfnisse decken.

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