Warum ich keiner Frau raten würde, jemals in Deutschland ein Kind zu bekommen

Dass ich ein Problem damit habe, in Deutschland Mutter zu sein, ist ja bekannt.

Das liegt daran, dass ich zunehmend den Eindruck habe, dass es niemals um die Mütter und um die Kinder geht, sondern immer nur darum , wie man sie instrumentalisieren kann.

Kinder kann man behandeln, ihnen Medikamente verabreichen, sie therapieren, betreuen und damit kann man mehr oder weniger gut verdienen.

Schlimm nur, wenn das alles zum Selbstzweck wird und es gar nicht mehr darum geht, dem Empfänger der Leistung nebenbei auch noch Gutes zu tun.

Mütter werden von verschiedenen Dienstleistungsberufen wie von einem Heuschreckenschwarm überfallen und ihnen wird das Leben schwer gemacht. Anstatt mit ihren Kindern auf den Spielplatz zu gehen, müssen sie ihr doch so gehandicapptes Kind Montags zur Ergotherapie, Dienstags zur Logopädie und Donnerstags zur Krankengymnastik fahren. Und wenn sie Glück haben, reden ihnen diese drei Therapeuten auch noch ordentlich in ihr Privatleben rein. Denn es geht ja um ein Kind. Das Kind, das einem als Mutter in Deutschland eigentlich gar nicht richtig „gehört“. Nein, andere wissen, was gut für es ist. Und zwar ALLES, womit SIE Geld verdienen können.

Wenn Mütter arbeiten, sind sie auf zuverlässige, gut funktionierende Kitas angewiesen.

Da sie durch die Mehrfachbelastung mit Kind, Haushalt und Job ohnehin meist schon an ihren Belastungsgrenzen sind, gucken sie bei den Kitas am Besten in puncto Qualität gar nicht so genau hin. Denn ein Kitawechsel wäre das Schlimmste, womit man den eigenen Kräftehaushalt noch belasten wollte.

Wenn man sich als Mutter dann doch dazu durchringt und sein Kind möglichst schnell aus einer Einrichtung heraus haben möchte, dann hat man die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Nein, gemäß einem neuen Urteil muss man einer schlechten Kita auch noch zwei Monate die Treue halten, auch wenn es dem Kind dort überhaupt nicht gut geht. Wenn man trotzdem versucht, dort rauszukommen und auch noch Geld zahlen möchte, reicht das auch nicht. Dann gibt es weitere Hürden. Und die kann man noch nicht einmal mit den Verantwortlichen besprechen, weil sie nicht im Büro, krank etc. sind.

Man hängt auf einmal zwischen zwei Kitas und kann nicht vor und nicht zurück. Weil die alte Kita Stress macht, wird der Beginn in der neuen Kita gleich überschattet.

Man hat eventuell auf einmal gar keine Betreuung für sein Kind mehr, wenn sich keine Lösung findet.

Und so soll ich als Mutter arbeiten gehen?

NEIN DANKE, in Deutschland werde ich kein weiteres Kind bekommen.

Nachtrag: Denn man glaubt in diesem Land, dass man Mütter bis zu ihrem letzten Atemzug wie Zitronen ausquetschen kann. Sie sollen arbeiten, Kinder versorgen, Alte versorgen. Sie sollen das ganze Gemeinwesen schultern und das am Besten noch unentgeltlich. Dabei werden sie permanent mit Argusaugen betrachtet, ob sie ihrem Kind auch ja nicht die Socke falsch herum angezogen haben.

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12 Gedanken zu “Warum ich keiner Frau raten würde, jemals in Deutschland ein Kind zu bekommen

  1. 🙂 das mit den Socken stimmt. Mein Kind, damals nicht mal 5 Monate alt trug mal einen einzigen Tag 2 unterschiedliche Socken. Gleiche Farbe aber nicht gleiches Motiv. Auf einem waren Dinosaurier auf dem anderen Autos.
    Ich hatte meinem Kind noch nicht mal die Jacke ausgezogen als mich schon eine andere Mutter darauf aufmerksam machte. Man sah ihr förmlich an was sie dachte: rabenmutter. Wie kann sie ihrem Kind 2 unterschiedliche Socken anziehen.
    Mütter haben es eh schon so schwer. Ich versteh nicht warum sie sich dann manches mal auch noch gegenseitig das leben unnötig schwer machen.

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    1. Das verstehe ich auch nicht. So etwas geht niemanden etwas an. Ich habe meinem Kind ein Zeit lang mal aus Spaß unterschiedliche Socken angezogen, gleiches „Design“ (wenn man davon bei Kindersocken sprechen kann), aber unterschiedliche Farben, sah gar nicht so schlecht aus 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Oh ja – es ist wirklich heftig, wie wir Mütter je nach Zweck „verwendet“ werden.
    Ich finde es ja schon dreist, dass man zuerst mal Geld bezahlen muss (Kinderbetreuung), um welches verdienen zu „dürfen“.
    Zugleich leistet man alles für die Kinder und Familie natürlich im „Ehrenamt“ also unentgeltlich. Genau wie Du es schreibst: Man wird beobachtet und bewertet, be – und verurteilt. Je nach dem Gutdünken, den psychologischen Befindlichkeiten (immerhin ist das meiste, das man anderen Müttern vorwirft eine Projektion eigener Gefühle) und Ideen Anderer.
    Ich habe dennoch vier Kinder bekommen, weil ich mir meinen Wunsch nach einer großen Familie nicht vermiesen lassen wollte.
    Ich bin stur. So sieht es aus 😀

    Gefällt 2 Personen

  3. Deine Beiträge beschäftigen mich wirklich sehr.
    Ich würde dir gerne Ratschläge geben. Aber der erste wäre „hör nicht auf andere…“. Hmm..
    Ich glaube wirklich fest daran, dass du den richtigen Weg für euch alle finden wirst, sei es eine neue Kita, vielleicht eine Reduzierung deiner Arbeitsstunden sofern überhaupt finanziell möglich, oder gar noch ein Weilchen zuhause bleiben. Was oder wie auch immer, ich denke es wird sich etwas verändern, da du jemand bist der sich viele Gedanken macht, bzw. alles auf den Punkt bringt was nicht so gut läuft, und was gut läuft.

    Aber wenn ich dir doch etwas raten darf:)
    Lass dein Kind Kind sein, und bleib du einfach Mama. Lass dir von keinen sogenannten „Experten oder Besserwissern“ Stress machen. Die brauchen einfach nur ihre Daseinsberechtigung.. Eine Mutter weiß immer noch am besten was für das Kind gut ist oder was es braucht.
    Liebe Grüße

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    1. Danke, liebe Andrea. Mit Deinem Rat „Hör nicht auf andere“ hast Du es auf den Punkt gebracht. Ich glaube auch, dass man als Mutter einfach ein Gefühl dafür hat, was für das eigene Kind gut ist. Man muss dem einfach nur mal vertrauen. „Mein Kind Kind sein lassen“, das wünsche ich mir und dafür werde ich ab jetzt auch noch mehr kämpfen. Das habe ich mir fest vorgenommen.

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