Ich bin K.O. Was kann ich tun?

Es ist mitten in der Nacht und ich bin aufgewacht. Das ist ein schlechtes Zeichen. Ich kenne mich. Ich bin vom Alltag zu aufgedreht, um dann zu schlafen, wenn man es mir zugesteht, nämlich nachts, wenn üblicherweise alle schlafen.

Alle?

Das wage ich doch zu bezweifeln.

Es gibt die ausgepowerten Arbeitnehmer, die ihre Arbeit nicht mehr schaffen, weil auch noch zwei Kollegen krank sind. Solche wälzen sich vermutlich auch gerade in ihren Betten. Und ich möchte nicht mit ihnen tauschen.

Es gibt die alten Menschen, die nachts viel wachliegen.

Es gibt die Spezies der Mütter und Väter, die jetzt gerade kranke Kinder versorgen, über Albträume hinwegtrösten oder noch eine Milch machen.

Es gibt viele Menschen, die große Sorgen haben und jetzt gerade nicht schlafen können.

So schlecht geht es mir also doch nicht. Und ich kann dankbar dafür sein.

Mein Kind schläft. Mein Mann schläft. Wir haben ein Dach über dem Kopf und die Heizung sorgt für die nötige Wärme. Und ich schreibe.

Trotzdem bin ich subjektiv K.O. Ich fühle mich erschöpft. Die letzten Wochen habe ich zu viele Dinge erledigen müssen. Zu viele für meinen persönlichen Kräftehaushalt. Mein Mann geht ab morgen auf Reisen und meine Mutter steht zum Sitten gerade nicht zur Verfügung.

Was kann ich tun? Meine Antwort heißt: Morgen und auch die Folgetage: Grundversorgung!

Morgen, an meinem arbeitsfreien Tag in der Woche, wollte ich so viel erledigen, mit Kind von hier nach da rennen und alles schaffen, was in der Woche liegen geblieben ist.

Nun muss ich umdisponieren.

Morgen wieder kein Kinderturnen, das steht fest!

Mit meinem Kind in den nahegelegenen großen Supermarkt und dort alle Dinge erledigen, die ich im Stadtteileinkaufszentrum in diversen Geschäften hinter mich bringen wollte: Von der Reinigung, über Geschenkeeinkäufe (ich hoffe, in der Kaffeerösterecke im Supermarkt finden sich passende Sachen, sonst muss ich in die Buch- und Zeitschriftenecke ausweichen) bis zum Lebensmitteleinkauf.

Dann nach Hause und nach dem Mittagessen mit meinem Kind hinlegen und schlafen. Ganz wichtig!

Wenn ich mich dann wieder etwas besser fühle, auf den Spielplatz hinter dem Haus. Der ist unspektakulär, aber es geht ja auch nur um Grundversorgung.

Mein Kind ein wenig DVD gucken lassen.

Versuchen, ein wenig gesünder zu essen. Ich habe den Verdacht, dass mich der Stress-Zucker-Konsum nicht gerade fitter macht.

Haushalt? Geht doch alles noch. Haushalt Haushalt sein lassen.

Mein Kind kuscheln und nochmal kuscheln und nochmal kuscheln und das war’s.

Und das die nächsten Tage so weiter.

Keine großen Pläne, aber ein Weg, um in ein paar Tagen/Wochen theoretisch wieder größere Pläne machen zu können ;-).

 

Advertisements

10 Gedanken zu “Ich bin K.O. Was kann ich tun?

  1. Lass die Reinigung Reinigung sein, das kann noch warten! Vielleicht mal Pizza bestellen? Oder eine Freundin einladen, die was kocht? Ich kenne solche Tage und bevorstehenden Alleinerziehendentage verschlimmern das Gefühl, alles wäre zu viel. Aber du wirst es schaffen! Ich wünsch dir viel Kraft und Schlaf.

    Gefällt 3 Personen

  2. Du musst das auch in Deinem Kopf klar kriegen……wenn DU alles immer nur negativ siehst, empfindest Du es auch so..das Leben ist toll, geniess den Augenblick….dein Kind wird nie mehr so jung sein, wie jetzt 😉

    Gefällt 2 Personen

    1. Stimmt, Ann, und deshalb haben wir den Tag gerade schon schön begonnen, mit Bücher vorlesen im Bett. Ist doch toll, wenn man heute nicht zur Arbeit muss :-). Und nachher kann man mal im Park gucken, ob da nicht schon irgendwo grüne Blättchen hervorgucken. Die Sicht auf die Dinge … daran werde ich noch weiter arbeiten müssen … 😉 … aber ich lasse gern alle daran teilhaben … auch die Mütter, die ähnlich ticken wie ich.

      Gefällt 3 Personen

  3. Ich kenne das so gut! Mir hilft die Sonne. Wenn die Sonne scheint, geht’s mir viel besser – egal wie k.o ich bin. Und dann will ich auch raus!

    Und wenn bei euch die Sonne noch nicht scheint, das „Liebe Sonne“-Lied singen. Bei uns hilft das immer 😉

    Und ansonsten, wünsche ich Dir eine gute Zeit mit deinem Kind. Es wird bestimmt schöner als gedacht 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, auf den Frühling warte ich jetzt auch schon sehnsüchtig. Bei mir wird die Laune schlagartig besser werden, wenn überall die Blumen ihre Köpfchen rausstrecken. Dann kann ich wieder nach schönen Motiven suchen und mein Kind hilft mir auch noch gern dabei.

      Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s