Warum muss immer erst etwas passieren?

Achtung!

Folgener Artikel aus der Welt ist nichts für schwache Nerven:

Hier ein Link:

http://www.welt.de/regionales/nrw/article154879197/Rottweiler-war-wie-in-einem-Blutrausch.html

Ich habe das Gefühl, auch in meiner Stadt nicht sicher zu sein. Ich habe keine Angst vor Einbrechern, Überfällen etc.

Nein.

Ich habe Angst, dass die junge Frau, die ihren „Kampfhund“ in unserer Gegend ausführt und dabei – trotz einiger Vorkommnisse, in denen ihr Hund aggressiv war oder sogar auch andere Tiere angegriffen hat – natürlich wie selbstverständlich auf einen Maulkorb verzichtet, mit ihrer Dummheit das Leben anderer Menschen riskiert.

Leider scheint ihr aber auch niemand das Handwerk legen zu können. Sie kann tun und lassen, was sie will. Sie kann es genießen, dass sich niemand traut, ihr über den Weg zu laufen.

Haben unsere Behördenverteter vielleicht selbst Angst vor ihr und ihrem Lebensgefährten, der sich mit einer als gefährlich verschrienen Hunderasse Respekt verschaffen will? Es sieht so aus.

Das von mir häufiger beobachtete Problem: Die schmächtigen Lebensgefährtinnen von Männern, die sowieso schon viele Probleme haben und sich deshalb „Kampfhunde“ halten, führen diese Hunde aus. Wenn das keine gefährliche Mischung ist.

Wenn sie mit einer entsicherten Waffe herumlaufen würde, könnte man die Polizei rufen und alles würde geregelt. Aber wenn der Hund die entsicherte Waffe ist, tut niemand etwas.

Hinzu kommt, dass viele Angriffe vermutlich gar nicht aktenkundig werden, weil die Geschädigten Angst vor der Reaktion der Halter haben. Dann kann man als Behörde später schön sagen, dass man ja gar nichts von der Gefährlichkeit des Hundes wusste und es ein tragischer Einzelfall sei, der sich nun ereignet habe. Eine Verkettung unglücklicher Umstände.

Aber, warum wusste man nichts von der Gefährlichkeit des Hundes?

Weil die Anzeigenden wissen, dass sie für die Zukunft keinen Schutz zu erwarten haben.

Es nützt keinem etwas, wenn am Ende ein dummes Mädchen im Gerichtssaal heult (ich schreibe absichtlich „heulen“, weil „weinen“ für diese höchst fahrlässig handelnden Personen noch zu fein formuliert ist), es täte ihm so leid, wenn das Leben von ganzen Familien zerstört wird.

Warum muss immer erst etwas passieren?

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„Erkenntnis beim heutigen angetäuschten Putzen“ oder „Kleine Erkenntnisse aus dem Mutterdasein VII“

Hier in unserer Wohnung muss dringend mal viele Stunden geputzt werden. Müsste dringend mal viele Stunden geputzt werden …

Meine tolle Idee des „angetäuschten Putzens“ wird immer weniger tragfähig, je länger ich wieder arbeite. Irgendwann muss auch mal richtig sauber gemacht werden. Ja, Ihr Prioritäten-Gurus, ich kann nicht immer Prioritäten setzen. Irgendwann fällt auch mal etwas hinten über.

Eine Putzfrau? Das wäre eine Idee. Haben meine Bekannten nicht gerade innerhalb von 5 Monaten 4 Reinigungskräfte kennengelernt und aus verschiedensten Gründen wieder verabschiedet oder diese haben sich von selbst verabschiedet? Möchte ich in einem Haushalt mit Kind putzen? Nein. Möchte ich angeklebte Milch wegschrubben oder angenagte Traubenzuckerlollies entsorgen? Die Suche nach einer geeigneten Reinigungskraft … Das ist ja fast so schlimm wie eine Kita-Suche.

Will ich das jetzt? Nein. Außerdem spielt es schon eine Rolle, ob ich der Person vertrauen kann. Was ist, wenn sie mich nicht mag und mit dem Toilettenlappen unseren Nachttisch abwischt? (Dann ist es vielleicht immer noch sauberer als jetzt 😉 ). Ach quatsch. Paranoia. Man muss den Menschen schon vertrauen. Sonst könnte man ja auch nicht ins Lokal gehen.

Und wenn ich eine Reinigungskraft beschäftige, dann kostet es mich wieder mein hart verdientes Geld. (Nachtrag: Insbesondere weil ich es nicht mit mir vereinbaren kann, jemanden nach dem Motto „Sie haben eine Stunde Zeit, um das Bad zu putzen, die Wohnung zu staubsaugen, die Böden zu wischen, die Küche in Ordnung zu bringen, alle Fenster zu wienern und den Meerschweinchenkäfig sauberzumachen“ auszubeuten.) Es beschleicht mich mal wieder der Gedanke, dass ich einen Großteil des Geldes, das ich nun verdiene, dafür aufwenden muss, um die Nachteile auszugleichen, die mir dadurch entstehen, dass ich wieder arbeite. Das ist doch grotesk oder?

Nachtrag II: Dieses als arbeitende Mutter zwanghaft überall entspannt sein müssen (auch in Bezug auf die Sauberkeit im Haushalt) verspannt mich zusehends, weshalb ich jetzt gerade in den exzessiven Putzmodus wechsele. Ja, ich habe auch meine Standards und die sind sogar schon deutlich abgesenkt … aber irgendwann ist Schluss.

Mein Kind schläft gerade und wenn ich ihm später, nach getaner Arbeit, schweißüberströmt gegenübertrete, wird es fragen: „Und, was machen wir jetzt?“

„Nichts!“ Da muss ich dann mal entspannt sein ;-).

 

Woran erkenne ich Menschen, die mir gut tun?

Wenn sie zu Besuch kommen, fange ich nicht automatisch an, die ganze Wohnung auf Vordermann zu bringen.

Sie drängen mich zu nichts.

Wenn ich sie treffe, überlege ich nicht, ob ich mich schicker anziehen muss.

Sie verplanen mich nicht.

Sie sehen meine Hautunreinheit, die mich schon den ganzen Tag ärgert, angeblich gar nicht und ich glaube es ihnen sogar.

Sie richten nicht über mich.

Sie gewähren mir ab und an einen kleinen, flüchtigen Einblick in ihre Unperfektheit, damit ich mich besser fühlen kann.

Sie fragen mich, was ich möchte, weil es sie wirklich interessiert.

Jeder lange Spaziergang mit ihnen ist zu kurz.

Bei ihnen „muss“ man nichts.

Bei ihnen darf man sein.

So ein Mensch möchte ich auch für andere Menschen sein bzw. werden.

 

 

 

Bevor ich eine andere Mutter verurteile …

sollte ich mich fragen:

 

Kenne ich ihre Kindheit?

Kenne ich ihre Belastungen?

Kenne ich ihre Träume?

Kenne ich ihre Enttäuschungen?

Kenne ich ihre Beziehung?

Kenne ich ihre Beziehungen?

Kenne ich ihre Zwänge?

Kenne ich ihre Gesundheit?

Kenne ich ihre Verletzungen?

Kenne ich ihre Leidenschaften?

Kenne ich ihre Einsamkeit?

Kenne ich ihre Geborgenheit?

Weiß ich, ob ihr Kind/ihre Kinder und/oder ihr Mann gesund sind?

Kenne ich ihren langen bisherigen Weg bis zu dieser Sekunde?

 

Kenne ich mich und meine Motivationen gut genug?

 

Möchte ich selbst leichtfertig verurteilt werden, obwohl ich jeden Tag mein Bestes gebe?

 

Die köstlichste Waffel meines Lebens

Als ich ungefähr 8 Jahre alt war, habe ich mein Leben sehr genossen. Wir verbrachten lange Sommerabende draußen, mit den vielen anderen Kindern aus der Siedlung. Wir streiften durch das nahegelegene kleine Wäldchen. Unser Straßenzug war unsere kleine heile Welt.

Eines Abends öffnete eine Nachbarin um 21 Uhr ihr Küchenfenster, das direkt zur Straße hinausging. Sie war Französin und lebte mit ihrem deutschen Mann und ihren zwei Kindern nun schon eine ganze Weile fern ihrer Heimat. Ich mochte sie sehr. In der Rückschau würde ich sagen, sie war immer etwas melancholisch, aber das hat mich als Kind nicht gestört. Sie war liebevoll und ich war gern bei ihr.

Sie rief uns Kindern zu: „Wer möchte eine Waffel?“ und schon errreichte der wunderbare Duft frisch gebackener Waffeln mit Puderzucker unsere kleinen Nasen. Auf einmal scharten sich zwölf Kinder um ihr Küchenfenster und juchzten vor Freude und mampften fröhlich vor sich hin.

Für mich sind Waffeln noch heute etwas ganz Besonderes. Sie sind mehr als nur Waffeln, sie sind für mich Liebe, Wärme, Geborgenheit, Verständnis und sich angenommen fühlen.