Alleine

Letztens war es soweit.

Das, was ich mir insgeheim schon länger wünschte, trat ein.

Du riefst: „Mama geh‘ aus dem Zimmer. Ich kann das alleine. Ich ziehe mich gaaanz alleine an.“

Der Zeitpunkt war etwas ungünstig.

Wir mussten ziemlich bald los zur Kita und Du, meine Kleine, ergingst Dich in Betrachtungen, ob Du und Dein Kuscheltier die gleiche Einhornspange tragen sollten oder doch lieber die mit den Blümchen. Im Partnerlook eben.

Ich wurde nervös, denn die Zeit verrann.

Ich musste mich zwingen, nicht zu ungeduldig zu sein und Dich in Deiner Unabhängigkeit zu bestärken.

Als Du fertig angezogen, abfahrbereit vor mir standest, wurde mir Eines schlagartig klar:

Wenn ich nicht aufpasse, dann bereue ich ziemlich bald, dass ich nicht öfter mit Dir gepuzzelt, gebastelt, gemalt, Dir zugehört, Dich gekuschelt, mit Dir gesungen habe.

Dass andere, unbedeutende Dinge oft wichtiger waren.

Dass ich nicht öfter mit allen meinen Sinnen ganz bei Dir war.

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8 Gedanken zu “Alleine

  1. Sehr schön geschrieben… aber bereuen wirst du sicherlich nichts! Das die Kinder immer selbstständiger werden ist doch wundervoll und nichts, weswegen wir traurig sein sollten. Wir begleiten sie in die Welt und lassen sie irgendwann ziehen – immer ein kleines Stückchen mehr. Nach ihrem Tempo, das sie uns vorgeben. ❤

    Liebe Grüße
    Mother Birth

    Gefällt 2 Personen

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