Deutschland, Deine Kinder …

Deutschland, Du willst, dass es Deinen Kindern gut geht?

Das wichtigste Ziel überhaupt!

Dann höre auf, Eltern ab der Geburt ihres Kindes zu bevormunden und ihnen ihre Selbstbestimmung zu nehmen, Dich überall einzumischen, übergriffig zu sein, Eltern mit widersprüchlichen Anforderungen zu quälen, ihre Kinder krampfhaft Deinen Institutionen anpassen zu wollen, anstatt Deine Institutionen den Bedürfnissen der Kinder, die Mütter den Hochglanzmythen der Mutterschaft auszusetzen, Familien finanziell in die Ecke zu drängen, von ihnen wie selbstverständlich schier Unmögliches zu verlangen.

Höre auf, berufstätige Mütter und Hausfrauen gleichzeitig, in einem Atemzug zu diffamieren und beiden Gruppen ihr Leben so schwer wie möglich zu machen.

 

Andere Mütter – II

Meine anfängliche Frustration über den empfundenen Konkurrenzkampf unter Müttern ist der Bewunderung gewichen.

Der Bewunderung für all‘ die Frauen um mich herum, die so unglaublich stark sind und aus den verschiedensten Ausgangs- und Lebenssituationen für sich und ihre Familie das Beste zu machen versuchen und auch machen.

Ich merke, wie sehr ich von ihnen lernen kann. Was das Wesentliche ist, im Leben und im Umgang mit Kindern.

Ich sehe oft, wie Mütter ihren Kindern mit viel Geduld und Einfallsreichtum schöne Erlebnisse ermöglichen.

Wenn wir uns z.B. im Schwimmbad am Kiosk etwas zu Essen bestellen und ein paar Meter weiter eine Mutter ihre Brotdosen hervorholt, dann würde ich ganz oft viel lieber mal in ihren liebevoll vorbereiteten Picknickkorb mit selbst gebackenen Pizzaschnecken und Fantakuchen greifen. Und mein Kind sicher auch.

Oder wenn ich sehe, wie eine Mutter mit ihrem Kind im Park Herbstblätter und Kastanien sammelt, um zuhause bunte Herbstbilder zu zaubern.

Oder wenn ich sehe, wie eine Mutter auf dem Spielplatz gedanklich wirklich vollkommen bei ihrem Kind ist.

Oder wenn ich sehe, wie auf einer Zugfahrt eine Mutter ihrem Kind selbst erfundene Geschichten erzählt, zu denen das Kind vorher die Stichworte liefern durfte.

Oder wenn ich sehe, wie eine Mutter mit ihrem Kind in der Stadtbibliothek sitzt, ihm geduldig in der Kuschelecke Bücher vorliest und sie dann noch gemeinsam welche zum nach Hause mitnehmen aussuchen.

Solche Momente zeigen mir:

„Es nützt nichts, wenn mein Kind diverse Spiele im Regal hat. Es würde ihm schon Eines reichen, wenn ich doch nur einmal seine Spielfreude mit ihm teilen würde.“

„Kinder sind das größte Geschenk, denn sie öffnen einem die Augen“

„Jede Mutter hat unendlich viele Möglichkeiten, ihr Kind glücklich zu machen.“

 

Mütterliche Entlastungsmaßnahmen

Ich werde nun von Zeit zu Zeit schreiben, wie ich versuche, mich zu entlasten. Denn so wie in letzter Zeit geht es offensichtlich bei uns nicht weiter.

Wenn ich nicht demnächst im Job hinschmeissen möchte, weil gar nichts mehr geht, muss ich diverse neue Wege gehen und das obwohl ich ein Gewohnheitstier bin.

Die erste wunderbare Entlastung ist die Putzhilfe gewesen. Und ich merke schon, wie sehr ich sie vermisse, wenn sie mal nicht kann. Ist aber nicht schlimm, denn eigentlich machen auch schon alle zwei Wochen zwei Stunden Putzhilfe sehr glücklich. Das würde reichen und wird vermutlich auch aus finanziellen Gründen in ein paar Wochen darauf umgestellt. Es gibt auch Putzhilfen, denen diese Einsatzfrequenz reicht. Einfach mal ausprobieren, wenn Ihr Euch ein wenig Entlastung wünscht. Wie gesagt, zwei Stunden alle zwei Wochen können schon sehr glücklich machen.

Nun zur nächsten Entlastungsmaßnahme: Die Freizeitgestaltung meines Kindes liegt in MEINER Hand, es sei denn, mein Mann möchte einfach mit unserem Kind losziehen und mit ihm die tollsten Dinge unternehmen. Gerne, jederzeit!

Aber Dinge wie: „War unser Kind heute hier?“ „War unser Kind heute dort?“ „Wart Ihr im Zirkus, beim Eisessen, beim Ballett, im Schwimmbad, auf dem Spielplatz, im Institut für die Pilotenlizenz für Dreijährige?“ will ich nicht mehr beantworten. Auch nicht von Omas, Opas, Tanten, Onkels etc. Entweder man unternimmt selbst etwas mit meinem Kind oder man lässt es.

Und deshalb hier die nächste Entlastungsmaßnahme: Ich cancele den Kinderkurs, der mich nervt. Weil ich dort sowieso so gut wie nie hingehe, weil er mir jede Woche ein schlechtes Gewissen beschert und dann auch noch Geld kostet. Und zwar am Nachmittag meines freien Vormittags-Tages. Da habe ich meist schon sehr viele Dinge in wenigen Stunden am Vormittag erledigt und dann stehle ich mich davon, indem ich den Kinderkurs mal wieder ausfallen lasse, weil ich einfach müde bin. Bisher habe ich die Mitgliedschaft alibimäßig beibehalten. Damit ich sagen kann. Ja wir sind beim …! (Das kann für die erste Zeit als Mutter auch eine sinnvolle Strategie sein ;-))

Nein, wir sind nicht beim…! Ich habe genug zu tun als arbeitende Mutter.

Meine wichtigste Priorität sollte nun sein, dass mein Kind auf den Spielplatz, nach draußen kommt, wie eigentlich oft, und in regelmäßigen Abständen nachmittags kleine Verabredungen mit anderen Kindern hat. Aber eben auch nicht immer, weil es Nachmittage nach der Arbeit gibt, wo ich so müde bin. Und mittlerweile auch fast ohne schlechtes Gewissen friedlich mit meinem Kind zuhause schlummere.

Ja, seit ich arbeite kommt mein Kind nicht mehr jeden Tag raus.

Ja, seit ich arbeite habe ich noch weniger Lust, nachmittags ein Unterhaltungsprogramm durchzuziehen. Mein Kind hat damit offensichtlich kein Problem, wahrscheinlich nur die Vertreter der allgegenwärtigen Bespaßungskultur.

Ja, ich bin keine Maschine, ich bin ein Mensch.

(Was ich nicht unterschlagen möchte: In ein paar Monaten beginnt ein Musikkurs, den ich meinem Kind ermöglichen möchte. Das wird dann erst einmal unser einziger Kurs die Woche sein und bleiben. So der Plan!)

Kleiner Exkurs: Daran, wie eine andere Mutter fragt „Kommt Dein Kind nicht mehr zum Y-Kurs?“ kann man eine Menge ablesen. An der Reaktion auf meine Antwort „Es hat gesagt, es möchte nicht mehr, und das respektiere ich einfach mal.“ noch viel mehr.

Das soll Emanzipation sein?

Die Emanzipation bzw. Selbstbestimmung hört aus meiner Sicht bei uns dann auf, wenn man ein Kind bekommt.

 

Ja, ich bin Mutter.

Ja, ich bin was man landläufig  „gut ausgebildet“ nennt.

Ja, ich bin „mega-frustriert“.

Und nein, ich werde mich nicht beruhigen …

solange sich die Rahmenbedingungen für alle Mütter und somit auch für mich nicht deutlich ändern.

Her mit den Zwei-, Drei-Tage-Teilzeit-Jobs für Mütter!

Wenn ich mir eines von Herzen wünsche, dann, dass es bald normal ist, dass viele Mütter Zwei- oder Drei-Tage-Teilzeit-Jobs die Woche haben können, wenn sie denn möchten.

Diese Jobs ermöglichen aus meiner Sicht eine deutlich bessere Vereinbarkeit von Familie und Job, aber darauf kommt aus den verschiedensten Gründen wohl niemand.

Sie erleichtern den Job-Wiedereinstieg für Mütter und reduzieren den täglichen Stress, denn aus meiner Sicht ist das „Schlimmste“ nicht die Arbeit, die macht sogar auch mal Spaß ;-), sondern das frühe Aufstehen, das (eventuell nicht willige) Kind und sich fertig zu machen, zu Fuß, mit Bus, Bahn und/oder Auto zur Kita zu fahren, dort sein Kind wieder umzuziehen bzw. eine kurze Weile zu bleiben und dann den teilweise langen Weg zur Arbeit anzutreten. Und nach der Arbeit wieder das Gleiche. Ich nenne das jetzt mal „Transaktionskosten“.

„Die Höhe von Transaktionskosten kann das Zustandekommen von Transaktionen verhindern …“ Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Transaktionskosten)

Auf das Arbeiten von Müttern bezogen: Die hohen „Transaktionskosten“ können dafür sorgen, dass Mütter zu dem Schluss kommen, dass sie lieber gar nicht arbeiten als so gut wie jeden Tag in der Woche mit hängender Zunge durch die Gegend zu hetzen.

Ich wünsche mir echte Zwei- oder Drei-Tage-Teilzeit-Jobs, nicht die, die ich beim Durchforsten der Stellenanzeigen unserer Großstadt gefunden habe. Es war nicht nur eine verschwindend geringe Anzahl von Anzeigen, nein, sie haben mir auch noch den Jubelschrei bei ihrem Auffinden im Halse stecken lassen. Da stand dann: „In Ferienzeiten und wenn Kollegen krank sind, müssen Sie flexibel Vollzeit arbeiten.“

Aha. Das ist als Mutter ja nun mal gar nicht machbar. Soll ich dann mal schnell flexibel den Kita-Betreuungsvertrag mit der Einrichtung umstricken, wenn Frau Müller oder Frau Meyer im Betrieb krank wird?

Vielleicht war das auch der Sinn dieser Ausführungen in diesen Teilzeit-Anzeigen: Mütter abzuschrecken.

Ich kann nur für mich sagen, dass ich eigentlich sehr leistungsbereit bin und mein Arbeitgeber in den Stunden, in denen ich da bin, wohl einigermaßen solide Arbeit für faires Geld bekommt.

Aber die Kosten der morgendlichen und mittäglichen Kindtransaktionen sind so hoch, dass ich mir bei der Alles-oder-Nichts-Option, die manche Mütter haben, immer wieder überlege, ob ich dann lieber gar nicht arbeite. Und das ist einfach nur schade, denn ich arbeite eigentlich gern.

(Ich wäre sogar bereit, wenn ich nur zwei Tage arbeiten müsste, an beiden Tagen Vollzeit zu arbeiten. Aber das geht auch nicht. Da sind die Kitas zu unflexibel. Das machen sie nicht mit.)

 

Mein neues Mantra

„Das habe ich leider nicht geschafft. Ich kümmere mich später darum.“

„Das habe ich leider nicht geschafft. Ich kümmere mich später darum.“

„Das habe ich leider nicht geschafft. Ich kümmere mich später darum.“

Das sollte ich mindestens dreimal am Tag zu jemandem sagen.

„Das habe ich leider nicht geschafft. Ich kümmere mich später oder gar nicht mehr darum.“ ist auch eine Variante …

😉

Ein vernünftiger Mensch würde jetzt sagen: „Dann blogge doch nicht so viel.“

Tut mir leid, das geht nicht!

😉