„Kita-Zwei-Klassen-Gesellschaft“ – II

Ich habe ja nun schon gelernt, dass man drastische Qualitätsmängel in Kitas in unserer Stadt eventuell dadurch umgehen kann, dass man sich eine Kita sucht, bei der man monatlich noch einen kleineren oder größeren Betrag zusätzlich zahlen muss. Aber das kann sich nicht jeder leisten.

Nun habe ich noch etwas Weiteres erfahren. Ich musste mich in unserer alten Kita dafür rechtfertigen, weshalb ich mit meinem eineinhalbjährigen Kind noch nicht arbeite. Es gibt aber auch Stadtteile in unserer Stadt, da ist es genau umgekehrt. Da wird eine Mutter schief angeguckt, wenn sie mit einem einjährigen Kind schon arbeitet.

Beides finde ich indiskutabel.

Jede Familie hat ihre individuelle Ausgangssituation. Die eine Frau möchte gern arbeiten, die andere MUSS arbeiten, noch eine andere möchte gern arbeiten und findet keinen Job, wieder eine andere möchte gern zuhause bleiben.

Wann kommen wir dahin, dass alle diese Modelle akzeptiert werden? Dass nichts davon falsch ist?

 

 

 

 

Advertisements

7 Gedanken zu “„Kita-Zwei-Klassen-Gesellschaft“ – II

  1. So lange Einfluss von aussen da ist, z.B. der finanzielle Aspekt, Gesetze, Arbeitgeber, an denen ein Sklavenhalter verloren gegangen ist, so lange das da ist, kann sich ein Umdenken nicht durchsetzen, fürchte ich. Und es gibt keine echte Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, was auch sehr mit rein spielt.

    Gefällt 4 Personen

  2. Die Situationen sind doch auch total unterschiedlich. Niemand kann das von außen beurteilen. Ich zb habe es ohne Gedächtnisprobleme und mit Behinderung geschafft zu arbeiten als mein Kind vier Monate alt war — aber nicht freiwillig. Warum? Weil Papa und Oma bzw Mann und Mutter da waren während ich arbeitete. Und weil wir damals nur einen Haushalt hatten in dem ich keinen Finger zu rühren brauchte.

    Es geht hier um Bedürfnisse. Aber die Bedürfnisse von Müttern und Kinder interessiert niemanden 😦

    Gefällt 2 Personen

  3. Ich weiß gar nicht was die alle wollen. Beides finde ich nicht in Ordnung, sofern man es nicht muss! Auch wenn wir alle heutzutage um unsere Existenz kämpfen müssen, sollten wir Zeit für die ersten Jahre unseres Nachwuchses einplanen. Mir haben der Kinderarzt und die Hebamme damals erzählt, das die ersten drei Jahre ein wesentlicher Bestandteil der Prägungsphase wären. Da möchte ich doch (eigentlich) den größten Anteil dran haben… oder

    Gefällt 1 Person

  4. Warum nur kommt besonders von anderen Müttern Kritik was die Lebensweise anderer Mütter angeht? Jede Familie findet ihren eigenen Weg. Und warum soll die Kleinkinderziehung nicht auch auf den Schultern der Väter liegen? Nur weil man einem Beruf nachgeht, egal ob muss oder nicht, hat man nicht weniger Aufmerksamkeit für sein Kind. Nicht die Menge der Zeit ist meines Erachtens entscheidend sondern die Qualität.

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s