Her mit den Zwei-, Drei-Tage-Teilzeit-Jobs für Mütter!

Wenn ich mir eines von Herzen wünsche, dann, dass es bald normal ist, dass viele Mütter Zwei- oder Drei-Tage-Teilzeit-Jobs die Woche haben können, wenn sie denn möchten.

Diese Jobs ermöglichen aus meiner Sicht eine deutlich bessere Vereinbarkeit von Familie und Job, aber darauf kommt aus den verschiedensten Gründen wohl niemand.

Sie erleichtern den Job-Wiedereinstieg für Mütter und reduzieren den täglichen Stress, denn aus meiner Sicht ist das „Schlimmste“ nicht die Arbeit, die macht sogar auch mal Spaß ;-), sondern das frühe Aufstehen, das (eventuell nicht willige) Kind und sich fertig zu machen, zu Fuß, mit Bus, Bahn und/oder Auto zur Kita zu fahren, dort sein Kind wieder umzuziehen bzw. eine kurze Weile zu bleiben und dann den teilweise langen Weg zur Arbeit anzutreten. Und nach der Arbeit wieder das Gleiche. Ich nenne das jetzt mal „Transaktionskosten“.

„Die Höhe von Transaktionskosten kann das Zustandekommen von Transaktionen verhindern …“ Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Transaktionskosten)

Auf das Arbeiten von Müttern bezogen: Die hohen „Transaktionskosten“ können dafür sorgen, dass Mütter zu dem Schluss kommen, dass sie lieber gar nicht arbeiten als so gut wie jeden Tag in der Woche mit hängender Zunge durch die Gegend zu hetzen.

Ich wünsche mir echte Zwei- oder Drei-Tage-Teilzeit-Jobs, nicht die, die ich beim Durchforsten der Stellenanzeigen unserer Großstadt gefunden habe. Es war nicht nur eine verschwindend geringe Anzahl von Anzeigen, nein, sie haben mir auch noch den Jubelschrei bei ihrem Auffinden im Halse stecken lassen. Da stand dann: „In Ferienzeiten und wenn Kollegen krank sind, müssen Sie flexibel Vollzeit arbeiten.“

Aha. Das ist als Mutter ja nun mal gar nicht machbar. Soll ich dann mal schnell flexibel den Kita-Betreuungsvertrag mit der Einrichtung umstricken, wenn Frau Müller oder Frau Meyer im Betrieb krank wird?

Vielleicht war das auch der Sinn dieser Ausführungen in diesen Teilzeit-Anzeigen: Mütter abzuschrecken.

Ich kann nur für mich sagen, dass ich eigentlich sehr leistungsbereit bin und mein Arbeitgeber in den Stunden, in denen ich da bin, wohl einigermaßen solide Arbeit für faires Geld bekommt.

Aber die Kosten der morgendlichen und mittäglichen Kindtransaktionen sind so hoch, dass ich mir bei der Alles-oder-Nichts-Option, die manche Mütter haben, immer wieder überlege, ob ich dann lieber gar nicht arbeite. Und das ist einfach nur schade, denn ich arbeite eigentlich gern.

(Ich wäre sogar bereit, wenn ich nur zwei Tage arbeiten müsste, an beiden Tagen Vollzeit zu arbeiten. Aber das geht auch nicht. Da sind die Kitas zu unflexibel. Das machen sie nicht mit.)

 

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13 Gedanken zu “Her mit den Zwei-, Drei-Tage-Teilzeit-Jobs für Mütter!

  1. Die Kitas sind sowieso furchtbar unflexibel. Die sind sauer wenn die Arbeitszeiten der Mutter „falsch“ sind :D. Begründung: in der Schule müssen sie sich auch nach den Schulzeiten richten. Sehr witzig. In der Schule ist mein Kind sich älter und braucht mich weniger. Soll ich dann ab Geburt mein Kind zu einem Schulrythmus zwingen?

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    1. Ja, mir hat die alte Kita auch mehrmals mit ihrer Unflexibilität einen Strich durch die Rechnung gemacht, als ich glaubte, etwas für mich machbares gefunden zu haben. Ich hatte den Eindruck, man will mich zwingen, Vollzeit zu arbeiten, Mir wurde sogar gesagt, ich sei die Einzige, die so wenig arbeitet.

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  2. Ganz so ist es nicht, das die Kinder einen in der Schule weniger brauchen. In der Grundschule könnt Ihr schon davon ausgehen, dass noch so manches Mal die Schule anruft oder das Kind krank ist. Die Kinderkrankheiten ziehen sich noch durch die Grundschule…
    Und einen Zwei- bis Dreitage Teilzeitjob gibt es nur mega selten. Ich habe mehrere davon gehabt. Seit beide Kinder im Kindergarten waren, hatte ich diese Jobs. Minijobs, die ich immer wieder wechseln musste, weil man entweder nicht mehr zahlen konnte oder die Zeiten geändert wurden. immer wieder neu suchen, und jedes Mal waren es fast nur Callcenter. Ich war halt aus Verzweiflung bereit, diese widerliche extrem belastende Arbeit zu machen, nur des Geldes wegen und um einen Fuß in der Arbeitswelt zu haben.
    Also entspannter war das nicht. Diese Tätigkeit beansprucht Dich mindestens so, wie jeder Bürojob über fünf Tage. Aber etwas anderes war absolut nie zu finden. Außer vielleicht die, die Du auch gefunden hast, die gibt es immer, kann eine Mutter aber nicht leisten.

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      1. Ja das habe ich auch so verstanden. Aber genau diese Jobs wird es nicht geben, und sie werden von unendlich vielen Müttern gesucht. Ich habe in den ganzen Jahren nicht einen finden können. Sonst hätte ich die Callcenter-Sache nie gemacht. Ich habe auch immer weiter gesucht. Keine Chance. Da wird sich weder politisch noch wirtschaftlich das Denken ändern… dazu ist unsere Politik nicht im Stande, leider!

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