Schizophren – Die Anforderungen an Mütter und das Mutterleben an sich

  • Mütter sollen so schnell wie möglich wieder arbeiten, aber nachts jederzeit für ihr Baby da sein. Es soll so lange wie möglich gestillt werden.
  • Kinder brauchen Zeit und Verständnis, aber Mütter sollen ihnen schon mit einem Jahr klar machen, dass sie morgens schnell zur Arbeit müssen und das Kind zur Kita.
  • Mütter sollen auf die Bedürfnisse ihres Kindes eingehen, aber in der Kita sollen die Kinder möglichst pflegeleicht sein und wenig Bedürfnisse zeigen, da es dort in der Regel zu wenig Personal gibt.
  • Mütter sollen Kindern Zeit für ihre individuelle Entwicklung geben, aber in einigen Kitas sollen Kinder schon mit drei Jahren trocken und sauber sein.
  • Mütter sollen ihre Kinder wenig fernsehen lassen, eine arbeitende Mutter wird aber relativ schnell feststellen, dass sie ihren Alltag am Besten mit dem Helfer „Fernseher“ bewältigen kann.
  •  Ein und dieselbe Mutter kann in einem Atemzug „Helikopter-“ und „Rabenmutter“ genannt werden, da so viele Dinge unterschiedlich bewertet werden.
  • Väter, die sehen, dass das Familienleben erodiert, wenn die Frau arbeitet, halten trotzdem an dem Ideal fest, dass ihre Frau arbeiten geht, da sie die öffentliche Meinung, dass das alles locker geht, bereits übernommen haben.
  • Viele Kitas verwenden zu viele Ressourcen auf Feste, Projektwochen, Vorzeigeaktivitäten und am Ende fehlt die Zeit, mal ein weinendes Kind in den Arm zu nehmen oder einem ewig die anderen Kinder hauenden Kind Einhalt zu gebieten.
  • Kitas sollen Mütter entlasten. Das ist aber oft nicht der Fall. Wenn die Qualität der Kita schlecht ist, hat die Mutter mit Kita mehr Sorgen als ohne.
  • Mütter möchten nicht bei jedem übertriebenen Kindergeburtstagszirkus mitmachen, müssen es aber, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, ihr Kind zu isolieren.
  • Mütter trauen sich nicht, zu sagen, es würde reichen, wenn man in der Kita liebevoll ist, denn dann setzen sie sich dem Verdacht aus, ihr Kind nicht optimal fördern zu wollen.
  • Viele Männer sind geistig vom Unterhaltsrecht beeinflusst, das das von Kindern ausgehende finanzielle Risiko nahezu ganz auf die Mutter überwälzt, und wundern sich, wenn ihre Frau in Elternzeit auf einmal auf ihre finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Da kommt es nicht selten zu Diskussionen, die sich manche Mutter vorher nie erträumt hätte, á la Mann zur Frau: „Was, Du kannst die Hälfte der Miete nicht mehr zahlen?“
  • Mütter die wieder arbeiten, müssen feststellen, dass das „Wieder-Arbeiten-Gehen“ auch sehr viele Kosten produziert (Fahrkosten, Entlastungskosten, Zeitmangelkosten) und einen Großteil ihres Verdienstes wieder auffrisst.
  • Bei der Arbeit sollen Mütter sich möglichst nicht anmerken lassen, dass sie Kinder haben. Im zweiten Teil des Tages sollen sie dann Mütter sein, die alles ausgleichen, was ihr Kind am Tag an Zuwendung entbehrt hat.
  • Indem Mütter, die gern noch bei ihren Kindern zuhause bleiben würden, gezwungen werden, zu arbeiten, werden diverse Probleme in Familien produziert, die die Gesellschaft später wieder ausbaden darf, und auch die Familien, die gerne einen anderen, für sie passenderen Weg gegangen wären.

(Später noch um einige Punkte ergänzt)

 

Advertisements

4 Gedanken zu “Schizophren – Die Anforderungen an Mütter und das Mutterleben an sich

  1. Bei all diesen Widersprüchen denke ich mir, dass es wohl leichter war, als die Rollenbilder noch sehr traditionell waren. Jeder wusste, was seine Rolle war und es gab für Frauen gar kein Entscheiden, ob Job oder Familie oder beides. Sie war einfach Mutter und Hausfrau. Er der Alleinverdiener. Ich will dieses Modell heute nicht mehr haben, aber es war wohl eben leichter, weil es diese vielen Entscheidungen, Vorstellungen und Unsicherheiten von Frauen und Männern nicht so sehr gab wie heute.

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s