Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Ich habe gerade bei Beate ( https://beatemetz.wordpress.com/ ) einen Beitrag gelesen, der einem das Herz zerreisst.

Aber lest selbst …

 

Hier der Link:

https://beatemetz.wordpress.com/2016/08/29/verlassen/

 

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„Wohlfühlgewicht“ und „Durchhaltegewicht“

Ich bin eine Stress-Esserin, schon immer gewesen. Das machte sich auch dadurch bemerkbar, dass ich im Urlaub trotz guten Essens meistens abnahm. Einfach weil es mir dort überwiegend gut ging und ich dem Alltag ein wenig entfliehen konnte.

Nun wiege ich gerade mehr als kurz nach der Geburt meines Kindes und die Anzeige der Waage schraubt sich kontinuierlich nach oben.

Die Waage kann ja nichts dafür. Aber ich meide ihre Gesellschaft deshalb schon.

Was mich ein wenig tröstet, ist die Aussage einer anderen Mutter: „Seit ich wieder arbeite, habe ich zehn Kilo zugenommen.“

Eigentlich sollte mich diese Aussage alarmieren, denn alles spricht dafür, dass ich gerade auch nicht mehr sehr weit davon entfernt bin.

Ich besitze einen Schrank voller Klamotten, die mir schon lange nicht mehr passen: Anzughosen, Blazer, Röcke, Kleider. Und anstatt mich gewichtstechnisch in ihre Nähe zu entwickeln, entferne ich mich immer weiter von ihnen. Da ist es auch kein Trost, dass Socken und auch bunte Halstücher noch weiter Verwendung finden können.

Nun stand eine für mich bedeutsame Feier einer lieben Person an und ich habe im Vorfeld versucht, ein wenig abzunehmen. Aber alle diese Versuche begannen vielversprechend und scheiterten nach einem tapfer überstandenen Schreianfall meines Kindes in der Drogerie (mit nur drei Beobachtern) oder einem stressigen Tag im Job kläglich.

Ich kam zu dem Schluss, dass die von mir ausgewählte Diät genial ist und klappt. Denn die eineinhalb Wochen, die ich durchgehalten hatte, waren die Erfolge sofort messbar. Aber was nützt die beste Diät, wenn einem das Leben immer wieder dazwischenfunkt.

Langer Rede kurzer Sinn. Die Feier rückte näher und ich hatte nichts zum Anziehen.

Da kam ich auf die glorreiche Idee, dass ein Umstandskleid doch nicht nur Schwangeren vorbehalten sein sollte und bestellte bei einem von mir in der Schwangerschaft favorisierten Versand ein Kleid, das in der Internetansicht einiges hermachte. Natürlich nicht ohne vorher nachzugoogeln: „Umstandskleid für Nicht-Schwangere“, damit ich mich nicht so schlecht fühlte bei so einem, nun ja, vielleicht behandlungsbedürftigen Einfall.

Ich bestellte das Kleid, um ein paar Tage später der Postbotin das Päckchen freudestrahlend aus der Hand zu reißen. Ungeduldig öffnete ich es, in der Hoffnung, sofort jeglicher Kleidersorgen beraubt zu sein. Es kam anders. Ich zog das Kleid an  … und etwas fehlte: der Babybauch. Komisch. Anstatt dessen bahnten sich Stoffbahnen den Weg über meinen Bauch. Mein lieber Mann sagte noch „Sieht doch hübsch aus.“ (Deshalb liebe ich ihn!) und ich suchte schon den Rücksendeschein. Nichts wie weg damit und selber schuld, dachte ich.

Am Tag vor der Abreise zu der Feier hatte ich noch immer nichts anzuziehen.

Ich beschloss, mein Kind zu nehmen und ins Kaufhaus zu fahren und so lange dort zu suchen bis ich etwas Passendes finden würde.

Der Zeitdruck und der Wunsch der mir so wichtigen Person zu zeigen, dass mir ihr Ehrentag etwas bedeutete, führten am Ende dazu, dass ich etwas tat, was ich bis dahin, also die letzten Jahre, ziemlich konsequent abgelehnt hatte: Ich akzeptierte, dass ein Kleidungsstück, das mir passte, eine Größe hatte, die ich für indiskutabel hielt.

Bei manchen Kleidungsstücken war der Schock nicht ganz so groß, da die Hersteller unübersehbar entsprechende Schmeichelgrößen für Frauen wie mich entwickelt hatten. Aber da fühlte ich mich dann auch wieder auf den Arm genommen.

Mit ein paar neuen Teilen ausgestattet verließ ich den Laden. Mein Kind hatte tapfer durchgehalten. Und seit langer, langer Zeit habe ich mich wieder mal ziemlich wohl in meiner Haut gefühlt. Nichts kniff und zwickte. Ich habe deshalb beim köstlichen Abendessen einmal nicht daran gedacht, dass ich mich eigentlich zu dick finde. Und mein Mann machte mir Komplimente, die ich sogar ernst nehmen konnte.

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, wieder zu meinem Wohlfühlgewicht gelangen zu können, aber ich möchte etwas nachsichtiger mit mir sein und mich nicht mehr permanent dafür verurteilen, dass ich gerade ein – ich nenne es mal – „Durchhaltegewicht“ habe.

 

 

 

Was müsste man aus Spaß mal ausprobieren?

Den Mann am Tag der Abreise mit der Familie in den Urlaub Folgendes fragen:

Sag‘ mal, hast Du den Urlaub überhaupt gebucht? Und wo geht es eigentlich genau hin?

Denn bei uns ist es zumindest so, dass ich mich um alle diese Sachen kümmere (sehr unemanzipiert, ich weiß, aber dieser Blog soll ehrlich sein und ich will Euch nichts vorspielen ), von der Buchung über die Vorbereitung des Autos bis zum Einpacken der Bastelschere und der Ohrenstäbchen.

Meinem Mann fällt am Ende am Urlaubsort nur ab und zu fachmännisch auf, was ich vergessen habe.

Wieso läuft das bei uns immer so, obwohl ich das nicht möchte?

Mein Mann hat eine sehr intelligente Strategie entwickelt. Wenn ich sage, ich würde gern etwas für den Urlaub besprechen, dann heißt es: „Jetzt nicht. Das ist mir gerade zu viel. Du planst immer so viel.“. Und das geht dann so bis drei Minuten bevor wir losfahren.

Sollte ich vielleicht auch mal machen …

Nun erst einmal ab in den Urlaub.

In diesem Urlaub werde ich meinen Mann und mein Kind für ein paar Tage allein lassen, weil ich noch eine andere Verpflichtung habe. Mal sehen, wie das so wird ;-).

Allen Müttern, die in den Urlaub fahren, wünsche ich eine schöne Zeit und denen, die nicht fahren, kann ich sagen, dass das auch etwas für sich hat. Ihr erspart Euch auch eine Menge Arbeit ;-).

(Mit freundlicher Erlaubnis meines manchmal nicht ganz so hilfreichen, aber humorvollen Mannes, der – vielleicht berechtigterweise – anmerkt, dass er Angst habe, er würde die Dinge nicht richtig machen. Nun ja, vielleicht muss ich auch weiter an meinem Perfektionismus arbeiten 😉 ).

Nun aber Schluss mit Bloggen. Wir fahren gleich los …

Oder vielleicht doch noch nicht. Mein Mann muss ja noch seine Sachen packen …

 

Du überraschst mich immer wieder

Gestern erzähltest Du mir, ein Kind in der Kita hätte Dich gekniffen. Und dann demonstriertest Du mir eindrucksvoll, wie Du Dich gewehrt, also, was und wie Du es gesagt hast.

Dein kleines Temperament schäumte plötzlich über. Du versprühtest so viel Energie, während Du erzähltest und mit den Armen fuchteltes. Ich war mir nicht ganz sicher, ob Du Dich wirklich im entscheidenden Moment so kraftvoll verteidigt hattest.

Aber das spielte keine Rolle.

Ich hatte wieder ganz klar Deine Kraft, Dein Potenzial, Deine Möglichkeiten vor Augen. Das Unverstellte. Wie Du Dich ausprobierst. Wie Dein Gerechtigkeitssinn zum Vorschein kommt.

Die letzten Monate bemerke ich, wie sich der Schleier des Schlafmangels und des Überwältigtseins von den täglichen Anforderungen an mich als arbeitende Mutter langsam lichtet.

Ich habe viel aufgeben müssen und dafür ein sehr wertvolles Geschenk bekommen:

Ich darf Dir beim Wachsen zusehen und an dieser Erfahrung selbst wachsen.

Ich darf Dich auch an den Stellen, an denen ich selbst reguliert und beschnitten wurde – wie ein Baum, der einen kerzengeraden Weg nehmen soll -, gedeihen lassen.

Und ich wünsche mir, dass ich dieses Geschenks würdig bin. Ich darf in Dir ein wenig mich erkennen und jemand ganz anderen: Ein einzigartiges wunderbares Individuum.

Du gehst auf die Menschen zu. Du bist neugierig. Du bist wehrhaft. Du kennst Deine Bedürfnisse. Du willst lernen. Du kannst schallend lachen. Dich unendlich freuen. Du sprichst die Wahrheit.

Und mir wird mal wieder klar: Ich  muss nicht aufpassen, dass ich Dich zu wenig, sondern dass ich Dich zu viel erziehe.

Alles für Dich, für Dein Leben Wichtige ist schon angelegt, ist schon da.

„Das Angebot“ oder „Kleine Erkenntnisse aus dem Mutterdasein – X“

Eine Person, die mir sehr nahe steht, hat mir ein wunderbares Angebot gemacht: Sie passt drei Wochen auf mein Kind auf, holt es morgens ab (mit meinem Mann ist bereits abgesprochen, dass er unser Kind morgens fertig macht), bringt es zur Kita, sammelt es am frühen Nachmittag dort ein, bespaßt es bei sich zu Hause und bringt es nach dem Abendessen zu mir zurück. Am Wochenende nimmt sie mein Kind auch noch einen ganzen Tag.

Ich schwebe auf Wolke sieben. In der Zeit möchte ich dann Urlaub nehmen. Das müsste gehen.

Was kann ich in diesen drei Wochen alles machen?

Erst einmal werde ich eine Woche lang gar keinen Plan haben. Ich werde ohne den Wecker leben und nach dem Aufstehen stundenlang fernsehen. Dann werde ich den ganzen Tag nichts machen oder mich bei Lust und Laune im Café oder zum Kino verabreden. Ich werde mir vielleicht neue Bücher kaufen und sie bei Tee und Schokolade lesen. Ich werde vielleicht ausgiebig baden oder vielleicht mal in Ruhe nach einem neuen Kleid gucken oder stundenlang im Spa-Bereich eines exklusiven Fitness-Centers schlafen oder Zeitschriften durchblättern. Ich werde ausufernd telefonieren, wenn mir danach ist, und stundenlang schweigen und in den Himmel gucken, wenn ich das möchte.

Die zweite Woche werde ich ganz gemütlich wieder Grund in unseren Haushalt bringen. Ich werde die Dinge in den Schränken sortieren, aussortieren und ordnen. Ich werde Entscheidungen treffen. Ich werde Ballast abwerfen.

Die dritte Woche sieht dann wieder aus wie die erste.

Und danach wird mich mit Sicherheit niemand wiedererkennen.

Irgendwie habe ich diesen Beitrag falsch betitelt. Er müsste eigentlich „Man darf doch mal träumen – II“ heißen. Denn solch ein Angebot, so umsetzbar es theoretisch auch ist, bekommen vermutlich die wenigsten Mütter.

Hier der Beitrag „Man darf doch mal träumen“ – I:

https://marasgedanken.wordpress.com/2015/08/20/man-darf-doch-mal-traeumen/

 

Weshalb treten die starken Belastungen vieler Familien so wenig gesellschaftlich zu Tage?

Weil das Letzte, was Eltern sagen würden, Folgendes ist: „Bei uns läuft es nicht rund“, „Bei uns ist der Wurm drin“, „Wir haben Probleme“, „Wir sind übermüdet, erschöpft, überlastet, ausgelaugt“.

Solche Äußerungen würden ihre Kompetenz als Eltern in Frage stellen …

… glauben sie.

Und vielleicht gäbe es auch Außenstehende, die genau diese Ehrlichkeit gegen die Eltern verwenden würden.

Wenn sich jedoch eine kritische Masse von Eltern offen zu ihren Gefühlen bekennt, könnte etwas ganz anderes in Frage gestellt werden:

Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

 

„Parallelen“ oder „Kleine Erkenntnisse aus dem Mutterdasein – IX“

Die Mutter beschließt spontan, Raum 1 der Wohnung einer kleinen Generalüberholung zu unterziehen. Dort gibt es eine Menge zu tun. Ihr Kind spielt gerade so friedlich in Raum 2. Die Gelegenheit ist günstig.

Während sie in Raum 1 die wild durcheinandergewürfelten Spielsachen sortiert und die Memory-Karten von den Fotos und den Spielfigürchen trennt, kippt ihr Kind in Raum 2 gerade die Lego-Steine und das Eisenbahnset zusammen auf den Boden.

Während sie in Raum 1 ungelenk unter den Sessel und das Kinderbett kriecht, um dort ein paar verstaubte Plastikbälle und das lange vermisste Pixie-Buch hervorzuangeln, rollen ihrem Kind in Raum 2 gerade 76 Perlen unter die Kommode.

Während sie die auf den Möbeln in Raum 1 nach keinem erkennbaren Prinzip verteilen Aufkleber abkratzt, kippt ihrem Kind in Raum 2 gerade der Orangensaft über das Sofa.

Während sie den kleinen Spieltisch in Raum 1 mit Glasreiniger reinigt, bemalt ihr Kind in Raum 2 gerade die Tür mit Bleistift.

Während sie in Raum 1 gerade ein paar vertrocknete Weintrauben aus dem Kinderkochtopf holt und über den Einfallsreichtum ihres Kindes schmunzelt, bringt ihr Kind in Raum 2 gerade die Apfelscheiben in der Sofaritze unter.

Während sie in Raum 1 gerade die Haarbürsten von den Haaren des Teddys befreit, werden in Raum 2 Mund und Nase ans Fenster gedrückt. Nur so aus Spaß und weil es so lustige Flecken auf dem Fenster gibt. Oder vielleicht doch, weil draußen ein Nachbarkind rief.

Es ist so ruhig drüben, ihr Kind plappert vor sich hin und spielt. „Wunderbar“ denkt sie, und fährt selig mit ihrer Tätigkeit fort. Wie schön es doch wäre, wenn die Wohnung bald mal wieder so richtig in Schuss wäre. Den Anfang machte sie gerade. Ihr Kind war schließlich nun schon größer.

Da kann dann ja auch alles mal wieder in einen gewissen Normalzustand zurückkehren.

Sie beschließt, noch schnell eine Maschine Wäsche anzuschmeißen. Sie räumt den Wäscheständer frei. Und während sie die frische Wäsche in Raum 1 in den Schrank sortiert, hat ihr – nun wieder in Raum 2 befindliches Kind – den Joghurt vom Küchentisch seelenruhig auf seinem T-Shirt und sonst wo verteilt. Es spielte „Katze, die aus dem Schälchen trinkt“.

Was macht eine Mutter eigentlich so den ganzen Tag?

Nachtrag: Das alles passiert natürlich normalerweise nicht alles an einem Tag, aber Vieles davon … 😉