Aber andere Mütter mit kleinen Kindern schaffen das doch auch, Frau X!

Könnten Sie mir bitte sagen, welche.

Frau Meyer zum Beispiel

(Ach die, die letztes Jahr mit 36 plötzlich ergraut ist)

Frau Schulte zum Beispiel

(Ach die, die im Jahr 40 Krankheitstage hat)

Frau Siegmund zum Beispiel

(Ach die, die seit Rückkehr in den Job 15 Kilo zugenommen hat)

Frau Maler zum Beispiel

(Ach die, die sich im Job deutlich nach unten entwickelt hat, weil sie es sonst nicht schaffen würde … wie sie mir letztens anvertraute)

Frau Huber zum Beispiel

(Ach die, die noch Geld im Hintergrund hat)

Frau Schumacher zum Beispiel

(Ach die, die ihre Elternzeit immer wieder verlängert … Moment mal …)

Aber die ist doch gar nicht da …

Ach ja? Aber wenn sie wiederkommt, wird sie das alles schaffen. Sie kennen sie doch noch von früher. Zupackend …

Und wer noch?

Frau Schmitz zum Beispiel

(Ach die, die letztens auf der Mutter-Kind-Kur war)

Frau Schulze zum Beispiel

(Ach die, deren Kind zwei Jahre alt ist und die sich gerade scheiden lässt)

Frau Nadler zum Beispiel

(Ach die, die letztens weinend im Büro zusammengebrochen ist, weil ihr Auto kaputt ist und sie ihr Kind nun mit dem Bus zur Kita bringen muss)

Frau Schneider zum Beispiel

(Ach die, deren Kind den halben Tag vor dem Fernseher sitzt)

Frau Otto zum Beispiel

(Ach die, die immer so viel Schmerzmittel nimmt)

Frau Möller zum Beispiel

(Ach die, die wegen ungeklärten Schwindels von Arzt zu Arzt rennt)

Frau Kehling und Frau Morgenrot zum Beispiel

(Ach die, deren Mütter im Dauereinsatz bei den Enkeln sind)

Frau Marx zum Beispiel

(Ach die, von der er noch gar nicht weiß, dass sie ungeplant mit dem zweiten Kind schwanger ist, weil sie vor lauter Stress die Pille vergessen hat. Sie freut sich nun sehr auf ihren Nachwuchs.)

Also, Frau X , nun jammern Sie mal nicht so viel. Sie sind die Einzige, die das anscheinend nicht hinbekommt.

Ach so ……

Und übrigens … meine Frau hat das mit unseren zwei Kindern auch locker geschafft …

Aber Ihre Frau war doch Zuhause, wenn ich mich Recht entsinne.

Ach ja, stimmt.

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23 Gedanken zu “Aber andere Mütter mit kleinen Kindern schaffen das doch auch, Frau X!

      1. Mein Mann fragt mich manchmal: Wie machen das denn andere? Ich antworte dann immer: Gar nicht oder das Kind wird muss sich hinten anstellen/wird abgeschoben. Dann kommt meist Ja aber xyz. Darauf antworte ich immer: Denk dran, viele sagen in der Hinsicht die Unwahrheit, weil sich niemand die „Blöße“ geben will, dass es eben nicht so läuft.

        Gefällt 4 Personen

      1. 😂😂😂um 5, Kaffee rein und Prost (sagt die, die gerade quengelndes Kind auf Rücken trägt, selbst komplett schwächelt zittert, wegen erster eingefangener Magen-Darm-KiTa-Krankheit und die Minuten bis zur Bettzeit zählt). Hilft nur Galgenhumor, gut gelegentliches weinen oder lauthals fluchen auch. Auweia, hart, alles manchmal hart.

        Gefällt 2 Personen

  1. Kennt man. Und Frau VerloreneSchuhe (ach die, die vor nem halben Jahr ein Burnout hatte, nach dem sie sich schon jahrelang mit extremer Erschöpfung durchs Leben geschleppt hat und nach einigen schlechten Nächten und langen Diensten gerade wieder ziemlich schlapp ist). Achja, neuerdings trifft es auch immer mehr Männer, wie man in der zeit lesen kann. Die kennen das inzwischen auch mit dem Vereinbarkeitsstress.

    Gefällt 3 Personen

  2. Menschen, vor allem im Arbeitsleben, wollen oft nur die funktionierende Fassade sehen. Was im Hintergrund abläuft, wollen sie gar nicht wissen. So lange Jemand funktioniert, ist alles in Ordnung und andere müssen sich anhören, dass dieser Jemand es doch auch schafft. Aber wie er es schafft und vor allem, wie lange, bleibt dabei unerwähnt… Sehr treffender Text!

    Gefällt 2 Personen

    1. „Aber wie er es schafft und vor allem wie lange …“ Das ist es, Alice. Man sollte sich seine „Vorbilder“ genau ansehen und auch vermeiden, dass man selbst ein Solches wird. Deshalb thematisiere auch ich bei der Arbeit regelmäßig, dass es schwer ist, mit kleinem Kind berufstätig zu sein.

      Gefällt 2 Personen

  3. Ja, da sprichst Du ein wahres Wort.
    Zu zweit bekommt man das Ganze nur gut durchorganisiert gewuppt. Aber wenn man dann mal allein ist mit Kind, Kita und Job… dann etwas ungeplantes passiert, kann man schon nicht mehr reagieren. Und es ist die logische Konsequenz, dass der Job den Kürzeren zieht.
    Geben aber wohl die wenigsten zu.

    Gefällt 2 Personen

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