Kennt Ihr das auch?

Ihr wälzt Euch im Bett hin und her? Könnt nicht schlafen und es gibt diese Endlosschleife in Eurem Kopf: Wie komme ich aus diesen ganzen Terminen wieder raus?

Heute habe ich mir die Rückseite von zwei Kalenderblättern genommen und meine Termine für November und Dezember aufgeschrieben, um mir das Ganze zu visualisieren, und jetzt bin ich einfach nur noch unruhig, getrieben und schlaflos.

Da stehen Weihnachtsfeiern, verschiedene Elternabende, Laternenumzug, runde Geburtstage, Bekanntenbesuch, Arztbesuche, Familienbesuch, Weihnachtsgeschenkekaufen an und es geht so immer weiter und weiter.

Und dann kündigt sich noch Besuch an. Menschen, die man lange nicht gesehen hat und die – vielleicht verständlicherweise – beleidigt wären, wenn man sich nicht vor Freude darüber überschlägt, dass sie genau jetzt auch noch anrücken.

Und Ihr könntet fast verzweifeln.

Ihr überlegt, wo Ihr reduzieren könnt.

Ihr könnt den Kollegen schon einmal sagen, dass Euch die Weihnachtsfeier zu viel ist und ihr nicht kommt.

Ihr könnt die Karten für das Weihnachtsmärchen wieder abbestellen oder weiterverkaufen.

Ihr könnt den Verwandten sagen, dass leider keiner bei Euch übernachten kann.

Ihr könnt mit bestimmten Personen ausmachen, dass Ihr Euch nichts zu Weihnachten schenkt.

Ihr könnt einen weniger wichtigen Elternabend einfach nicht besuchen.

Ihr könnt Kuchen kaufen und nicht backen, wenn Besuch kommt.

All‘ das werde ich machen.

Aber ich habe es so satt, dass das Leben heute so überfrachtet ist, dass man sich immer wehren muss. Immer wieder Grenzen ziehen, weil es überall von allem zu viel gibt.

Wieso laden wir uns gegenseitig so viele Termine auf? Ja, aufladen. Denn viele der Termine mache ich nicht selbst. Sie werden mir genannt. Und es wird erst einmal wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass mir diese Termine, genau diese, am Wichtigsten sind.

Und auch die Ehrlichkeit ist nicht so einfach. Ich habe eigentlich gar kein Problem damit, zu sagen, dass es mir zu viel wird (das habe ich mittlerweile gelernt), aber ich habe ein Problem damit in die genervten Gesichter von Leuten zu gucken, die denken: Ihr Kind ist jetzt schon so alt, da muss sie doch mal wieder erholt sein.

Nein, bin ich nicht!

Wie denn?

Nach den durchwachten Nächten kam die Mehrfachbelastung mit Haushalt, Job und Kind.

Und hat seitdem nicht mehr aufgehört.

Ich bin nicht erholt, auch wenn manche Leute das nun endlich mal von mir erwarten.

Ich pfeife aus dem letzten Loch.

Und genau deshalb schaffe ich mir morgen einige Termine vom Hals.

Ich pfeife auf sie.

Das einzig Wichtige ist, dass mein Kind, mein Mann und ich eine halbwegs ruhige Zeit vor Weihnachten haben.

Und wenn ich ganz kühn bin, bitte ich im Dezember noch um ein paar Tage mehr Urlaub.

 

(Anmerkung: Zu diesem Beitrag hat mich Simmis Mama

( https://simmijugendamt.wordpress.com/ ) inspiriert, mit ihrem Kommentar an anderer Stelle, dass ich doch alles absagen könne. Ich kann zwar nicht alles absagen, aber sie hat Recht: Ich kann einige Dinge absagen oder verschieben und ich kann an verschiedenen Stellen Abstriche machen. Danke.)

 

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18 Gedanken zu “Kennt Ihr das auch?

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