Wieso gibt es keine „Elternerschöpfungstage“?

Es gibt „Kinderkrankheitstage“, eine wichtige Sache. Aber … ein häufiger Trugschluss Unwissender: Die Eltern könnten sich an diesen Tagen doch auch erholen. Nein, diese Tage tragen nicht gerade zur Gesundheit der Eltern bei, denn ein krankes Kind sorgt nicht selten für schlaflose Nächte bei den Eltern.

Eltern müssen aber auch gesund sein, um für ihre Familie sorgen zu können. Weshalb gibt es keine „Elternerschöpfungstage“? Das könnte volkswirtschaftlich sogar sinnvoll sein, wenn man sich ansieht, wie Eltern heutzutage in zunehmendem Maße dekompensieren, weil sich die arbeitsverdichtete Jobwelt und schlaflose Nächte so schlecht vertragen.

Was wäre, wenn man Eltern zugestände, an 10 Tagen im Jahr bei der Arbeit anrufen zu dürfen und sagen zu dürfen: „Ich kann heute einfach nicht. Ich möchte zuhause bleiben und einfach nur schlafen.“ Und dass, ohne sich in eine Arztpraxis setzen zu müssen. Ohne Rechtfertigungszwang. Einfach, weil man die Belastung von Eltern anerkennt.

Dann würde man etwas für die langfristige Gesundheit von Eltern tun und sicher auch einiges an Geld sparen, z.B. für Mutter-Kind-Kuren oder diverse Ärztebesuche von Müttern mit unklaren Symptomen, die einfach nur erschöpft sind und nach einer organischen Ursache suchen (lassen), die nicht da ist (und irgendwann dann vielleicht doch).

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17 Gedanken zu “Wieso gibt es keine „Elternerschöpfungstage“?

  1. Hi, sehr schöner Beitrag.
    Leider ist die gesamtgesellschaftliche Wertschätzung der Eltern eher niedrig anzusetzen. Die „Kinderkrankheitstage“ sind ja auch keine bezahlten Arbeitstage, sondern man wird unbezahlt freigestellt und bekommt dann Kinderkrankengeld. Was bei mehreren Tagen und einer „unglücklichen“ Überschneidung von Arbeitgeber und Krankenkasse auch zu einem Engpass führen kann. Hier wäre doch schon mal der erste Schritt zu sagen, einer gesunden Volkswirtschaft kann durchaus zu gemutet werden, dass Eltern analog zu eigenen Krankheitstagen, auch unter Anspruch auf Entgeltfortzahlung ihre Krankenkinder betreuen dürfen.

    Darüberhinaus wäre so ein „Elternregenerationstag“ pro Quartal z.B. ebenfalls eine gute Sache, der dann frei und kurzfristig genommen werden kann, wenn man mal entspannen muss, aber leider ist die gesellschaftliche Wertschätzung eben eine andere. 😦

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  2. Die Kinderkranktage sind ein schlechter Witz. Zum einen zu wenig (20 Tage gesamt ist mit Kleinkind einfach mal nix) und zum anderen, wie xypsilonzett schon schrieb, keine Tage mit Lohnfortzahlung, sondern man bekommt Geld von der Krankenkasse. Und da nicht mal volles Krankengeld, was bis zu 67% des Gehaltes sind, sondern nur 60%. Da müsste ohnehin nachgebessert werden. Da Eltern einen enormen Beitrag für die Gesellschaft leisten, könnte man ihnen einen höheren Urlaubsanspruch (z.B. 3 statt 2 Tage pro gearbeiteten Monat), flexiblere Möglichkeiten der Inanspruchnahme solcher Tage oder bezahlten Sonderurlaub ermöglichen. Mit einem Tag pro Monat/Quartal wärs nicht getan, ein Tag reicht nicht, besonders nicht im Anschluss von Kind krank.

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  3. Hallo, ich kann in das Liedchen mit einstimmen: Arbeiten müssen/wollen und kranke Kinder sind oft ein Desaster. Wir haben da auch keine Patentlösung für uns gefunden. Mal übernimmt mein Mann die Betreuung, mal ich. Die Oma würde auch einspringen, aber gerade bei der Jüngsten ist das (noch) keine Alternative. Sie will im Krankheitsfall eben nur Mama. Ich habe das Glück, dass meine beiden Großen ganz selten krank sind und ich vermute mal, dass es bei der Lütten mit zunehmendem Alter auch besser wird. Momentan sprenge ich natürlich alle guten Vorsätze meines Chefs, die Krankheitstage niedrig zu halten. Das Arbeitsklima ist bei uns auch tatsächlich kein Grund, um sich krank zu melden, aber krankes Kind ist eben krankes Kind und ganz oft liege ich dann auch mit meinem Kind im Bett und schlafe nur noch. Seitdem ich Kinder habe, ist offen gestanden auch Urlaub kaum noch Urlaub. Der Schlafmangel lauert mit kleinen Kindern eben überall. Von Freunden weiß ich aber, das wird besser. Je älter die Kinder, um so mehr Schlaf bekommt man wieder. 🙂 Ich hoffe darauf.
    Lieben Gruß, Martamam

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  4. Hallo,

    also wir kommen auch nicht mit den Krankheitstagen der Kasse hin, obwohl wir uns gut aufteilen. Die Oma kommt auch, aber mit fast 70 ist es bei manche Krankheiten auch grad nicht ungefährlich. 30 Tage Urlaub hin oder her, aber geht der für nur Urlaub drauf? Nein! 30 Tage Urlaub treffen auf 40 KiTaschliessungstage oder ab nächstes Jahr auch Schulfrei/ferien/stundenausfall.
    Ich würde weniger selber Krank sein, wenn ich mehr Erholung hätte. Ich arbeite 40 Std. die Woche und nicht zum Spass, sondern weil es sein muss. So krank wie in diesem Jahr war ich noch nie, aber ich kann einfach nicht mehr bzw. mein System
    Liebe Grüsse
    P.S. wir waren jetzt wieder 1 Woche zu Hause jetzt sind bis zum 2. Jan Ferien. Und was bekomm ich zu hören, kein „Gute Besserung“. Sondern: „Schon wieder krank, das ist nicht tragbar,?! Machen sie was für die Gesundheit“

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