Der falsche Freund

Erst dachte ich, der Fernseher sei mein bester Freund. Mein Problemlöser.

Der beste Freund einer erschöpften berufstätigen Mutter.

Ich habe ihn in unser Leben gelassen. Er hat mir den Alltag erleichtert. Die Fernsehzeiten meines Kindes wurden immer länger.

Nun habe ich auch hier schon vor einiger Zeit die Notbremse gezogen.

Der Fernseher ist nicht dazu da, nicht vorhandene Vereinbarkeit herzustellen.

Da habe ich lieber meine Arbeitszeit reduziert, um die Babysitterdienste des Fernsehers auf ein Minimum zu reduzieren.

Er tat meinem Kind nicht gut.

Die Empfehlung – maximal 30 Minuten am Tag und nur ausgewählte Filme – hat ihre Berechtigung.

(Auch wenn ich niemals eine Mutter verurteilen würde, die sich in ihrer Not mal mit dem Fernseher behilft und auch länger als dreißig Minuten. Ich möchte nur davor warnen, die Auswirkungen nicht zu unterschätzen und dazu raten, das Kind dann lieber spielen zu lassen.)

Zitate, die ich vergessen möchte – II

Aus unserer alten Kita:

Ich zur Erzieherin:

„Mein Kind (Y) ist traurig, weil der kleine Michael die Kita verlässt.“

Erzieherin X (vor meinem Kind (Y)):

„Warum denn? Der hat doch nie mit Y gespielt. Die sind doch gar nicht befreundet.“


Mein Kind: „Mama, ich kann nicht malen.“

Ich: „Wer hat das gesagt?“

Mein Kind: „(Erzieherin) X.“


Mein Kind: „Ich hatte gar kein richtiges Kostüm. Ich war gar kein richtiger Koch.“

Ich: „Wer hat das gesagt?“

Mein Kind: „(Erzieherin) X.“

Warum ich unseren Kitawechsel bis heute nicht bereut habe

Unser Kind geht nun gern zur Kita (bis auf wenige Tage im Jahr, was wohl ganz normal ist).

Es erhält viel mehr Zuwendung (der Grund für unseren Wechsel / in der alten Kita sollte es nur funktionieren und den Mund halten) und diverse Anregungen und Angebote (was ich nicht zu träumen gewagt hätte und was auch gar nicht mein vorrangiges Ziel beim Wechsel war).

Die Kita geht auf die Wünsche der Eltern ein und macht ihnen keine unnötigen Vorschriften.

Wenn mein Kind in der neuen Kita gehauen wird (was ja immer mal vorkommen kann), dann sucht man dort das Gespräch mit den Kindern anstatt meinem Kind zuzusehen, wie es über Wochen und Monate gehauen wird und ihm immer nur wieder zu sagen, es müsse endlich mal lernen, sich zu wehren.

Das Personal ist deutlich besser ausgebildet und erfolgreich bemüht, auch bei Personalengpässen das Wohl des einzelnen Kindes nie aus dem Auge zu verlieren.

In der alten Kita wollte man die Personalengpässe und Versäumnisse der Erzieher durch Therapievorschläge für mein Kind vertuschen. Alle U’s und die Gespräche in der neuen Kita sind erfreulich verlaufen. Mein Kind ist aufgeschlossen und wissbegierig.

Es hat wieder den Kopf frei, um lernen zu können, weil es auf der Beziehungsebene versorgt ist.

Ich finde es untragbar, dass die Kita-Qualität so extrem variiert. Das ist unfair, für die Kinder und für ihre Eltern.

Es geht hier um Weichenstellungen und Lebenswege.

Nicht nur die Stunden zählen

Wenn man sich als Mutter mit dem Thema Berufstätigkeit mit Kind befasst, dann sollte man immer im Blick haben, dass nicht nur die Anzahl der Arbeitsstunden pro Woche eine Rolle spielt, sondern auch die Anzahl der Tage, die man arbeitet, und die Verteilung dieser Tage auf die Wochentage.

Ich würde immer dringend dazu raten, die Tage festzulegen und nicht jede Woche mit dem Arbeitgeber neu zu besprechen, an welchen z.B. 4 Tagen man erscheint. Das bringt eine zu große Unruhe und Planen mit einem festen freien Tag kann man dann auch nicht.

Wenn sich eine Mutter nun für ca. 15 Stunden die Woche Berufstätigkeit neben ihrem Kind entscheidet, kann es für sie persönlich einen großen Unterschied machen, ob sie diese Stunden auf zwei oder drei Tage verteilt.

Zusätzlich kann ihr die Lage der Tage auch eine Verschnaufpause innerhalb der Woche verschaffen (z.B. Arbeiten am Montag, Mittwoch und Donnerstag). Es sei denn, sie arbeitet lieber alle Tage hintereinander weg, um dann mehrere Tage hintereinander frei zu haben.

Hier kommt es ganz auf die individuellen Bedürfnisse einer Mutter bzw. Familie an. Ich finde, wir sollten uns erlauben, hier in Zukunft die buntesten Modelle auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren (natürlich auch für Väter).

Und was spricht eigentlich dagegen, dass sich in Zukunft viel häufiger zwei Personen einen Job teilen und so zunehmend die Möglichkeit von Zwei- oder Drei-Tage-Arbeitswochen für Eltern geschaffen wird?

Hier sehe ich bei uns eindeutig Entwicklungsbedarf.

Ich bin eine Misch-Masch-Mama

Babytage von https://babytage.wordpress.com/ hat ein zum Nachdenken anregendes Video gepostet, das mir sehr gefällt. Mit ihrer freundlichen Erlaubnis reblogge ich ihren Beitrag zu Misch-Masch-Mamas.

babytage

Die Idee zu diesem Blogeintrag kam mir, als ich das Video sah:

Die „Mami-Wars“ gingen ja bislang komplett an mir vorbei. Ich habe zwar auch schon Bekanntschaft gemacht mit Müttern, die komplett anders ticken als ich, aber die trotzdem nur das Beste für ihre Kinder möchten. Eigentlich glaube ich, will diesen angeblichen Krieg doch keine Mutter, oder? Eigentlich lachen wir darüber, oder nicht? Naja, jut, falls sie irgendwann noch kommen, diese Mütter, die Krieg wollen – ich bin vorbereitet 😉

Was ich aber eigentlich feststelle mit dem Ansehen dieses Videos, ist, dass ich mich in gar keine Mama-Kategorie einordnen kann.

Ich bin weder eine Mutter, die das Stillen ausgiebig genossen hat, noch eine Mutter, die das Fläschchen gegeben hat. Ich bin keine Verfechterin vom Tragen oder Schieben.

Stillen oder Flasche? Schnuller oder Daumen? Tragen oder Schieben? Familienbett oder Babybett? Arbeiten oder zu Hause bleiben? Gläschen oder selber kochen?

Warum immer dieses oder?…

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Viel zu lange gezögert

Mein Urlaub hat es mir gezeigt.

Ich bin fertig.

Immer kurz vor dem nächsten Nervenzusammenbruch.

Meine Schlafstörungen nehmen zu, meine Gedächtnisstörungen auch.

Mein Kind hat es mir im Urlaub gezeigt.

Es tut ihm nicht gut, wenn ich in der Woche nach der Arbeit K.O. zuhause sitze und es schon früh am Abend frage, ob es Fernsehen gucken möchte und es immer weiter gucken lasse.

Es tut ihm nicht gut, wenn die Mutter gedanklich abwesend ist.

Meinem Mann geht es gesundheitlich schlechter. Wir streiten uns häufiger.

Nun habe ich endlich meinen ganzen Mut zusammen genommen und meinen Vorgesetzten gefragt, ob ich auf drei Tage die Woche und insgesamt 15 Stunden reduzieren darf. In unserer Firma dann doch noch etwas sehr Ungewöhnliches.

Ich habe offen gesagt, wie es mir geht.

Ich habe nicht mehr viel zu verlieren.

Dann wird man mutiger.

 

Ich darf.

Und mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.

Ich sehe wieder eine Perspektive.

Zusammen mit meinem Entschluss, dieses Jahr keine Kinderkurse zu besuchen, generell keine festen Termine zu haben, und einfach viel mit meinem Kind rauszugehen und Spielverabredungen zu treffen, fühlt sich gerade alles leichter an.

Ich kann wieder atmen.

Das wünsche ich jeder Mutter in einer ähnlichen Situation.

Je offener wir alle darüber sprechen, desto weniger schwer ist es, die Frage nach der Arbeitszeitreduzierung zu stellen. Ich habe mich nun fast ein Jahr damit gequält, ob ich diese Frage überhaupt stellen kann.

Es sollte normal werden, dass Mütter auch zwei oder drei Tage die Woche Teil- oder Vollzeit arbeiten dürfen, wenn sie es denn möchten.

Der Alltag muss für eine Mutter, für sie ganz persönlich, in ihrer speziellen Lebenssituation, irgendwie bewältigbar sein. Sonst ist ein Zusammenbruch vorprogrammiert.

 

 

Outsourcing par Excellence – Was bleibt?

Kann etwas eigentlich per definitionem funktionieren, wenn, um es zum Funktionieren zu bringen, wesentliche Teile davon outgesourct werden müssen?

Ich meine „kleines Kind, Haushalt und Job“.

Seit ich wieder arbeite, ertappe ich mich permanent dabei, weitere Outsourcingmöglichkeiten zu eruieren.

Solche, die mein Kind nicht direkt betreffen:

Outsourcing des Putzens

Outsourcing des Einkaufens

Hol- und Bring-Service der Autowerkstatt

Und solche, die mein Kind direkt betreffen:

Babysitting für mein Kind

Regelmäßige Kinderfrau

Zusätzliche Kita-Stunden für mein Kind

Urlaub mit Kinderbetreuung

Organisierter Kindergeburtstag außer Haus

Meine Gedanken kreisen darum, welche Leistungen ich noch in Anspruch nehmen kann, um so dazustehen, dass ich persönlich das mit Job und Kind schaffe.

Es liegt jedoch eine natürliche Begrenzung nach oben vor. Spätestens dann wenn diese Maßnahmen meine Einkünfte komplett auffressen, kann ich gleich auf sie verzichten.

Hinzu kommt: Es gibt in mir einen inneren Widerstand.

Ich möchte mein Kind und mein ganz normales Leben nicht in diesem Maße outsourcen müssen.