Ich glaube, ich habe es endlich gefunden …

… das Arbeitszeitmodell,  das sich für mich persönlich und für meine kleine Familie richtig anfühlt.

Seit einiger Zeit arbeite ich nun nur noch drei Tage die Woche und auch nicht alle am Stück hintereinander.

Und die Lage bei uns hat sich deutlich entspannt. Ich kann nun so Dinge sagen wie „Ich schlafe wieder besser“, „Ich habe öfter in Ruhe Wäsche gewaschen und die Spülmaschine aus- und eingeräumt“, „Ich habe auch mal in Ruhe gebadet als ich krank war“, „Mein Kind hat nun (zwar keine komplett entspannte 😉 aber ) eine entspanntere Mutter“, „Mein Kopf funktioniert schon wieder ein wenig besser“, „Ich bin morgens mal durchs Einkaufszentrum geschlendert“, „Ich habe ab und zu ein paar Blumen für uns gekauft“, „Ich habe endlich mal wieder eine Freundin getroffen, die ich schon so lange nicht mehr gesehen hatte“, „Ich habe mal wieder Zeit gehabt, innezuhalten und nachzudenken“.

Ich habe den Eindruck, ich lebe wieder.

Mein Mann, der große Bedenken wegen der Reduzierung hatte, sieht, dass es mir deutlich besser geht und ist dementsprechend ebenfalls gut gelaunt. Mein Mann dachte, so wie ich lange Zeit auch, dass man diese Frage nach drei Tagen die Woche und nur fünfzehn Stunden nicht stellen kann.

Ich habe sie gestellt, weil mir nichts anderes übrig blieb. Es ging so nicht weiter.

Und nun habe ich erfahren, dass ich wirklich eine Exotin bin. Das ist kein übliches Arbeitszeitmodell in unserer Firma.

Es fühlt sich unheimlich gut an, mal Exotin zu sein.

Wenn es Euch ähnlich geht wie mir und Ihr sowieso keinen Ausweg mehr seht außer Reduzierung oder ganz aufzuhören, traut Euch, die Frage nach der Reduzierung wenigstens zu stellen.

Ein paar Stunden mehr zu freien Verfügung, um z.B. unvorhergesehene Ereignisse auszubalancieren oder einfach nur mal wieder Luft zu holen, können das Leben einer Mutter und einer kleinen Familie sehr viel leichter machen.

Nachtrag:

Heute habe ich nach Langem unser Bügelbrett wieder hervorgeholt (zu unserer Entlastung bügeln wir schon seit Jahren nicht mehr), um das Kostüm meines Kindes zu bügeln. Ich habe es genossen, mich mal wieder auf eine Tätigkeit zu konzentrieren, mal wieder im Hier und Jetzt zu sein und nicht immer beim nächsten Punkt auf der geistigen To-Do-Liste.

 

„Anders Mutter werden – das erste Jahr nach einer Auslandsadoption“ – mein Blog als Buch

Charlotte von https://charlottesadoptionsblog.com/ hat ein Buch über das erste Jahr nach einer Auslandsadoption geschrieben. Da ich ihrem Blog sehr gern folge, möchte ich auch in meinem Blog auf ihr Buch aufmerksam machen. Aber lest selbst …

Charlotte's Adoptionsblog ©

cover_anders_mutter-werden_blogHatte ich es an der ein oder anderen Stelle schon angedeutet, nun ist es soweit: Mein Buch „Anders Mutter werden – Das erste Jahr nach einer Auslandsadoption“ ist im FamArt Verlag erschienen. Viele von Euch sind mir bereits hier auf meinem Blog mit viel Unterstützung und großer Anteilnahme durch unser erstes Jahr gefolgt. Danke dafür von Herzen an all meine Leser! Das motivierte mich weiterzumachen, nicht nur hier auf diesem Blog, sondern unsere Erlebnisse, Herausforderungen, Höhen und Tiefen des ersten Jahres – detailliert und umfassend – als Buch zu veröffentlichen. Neben den Veränderungen in unserem ersten Jahr als Adoptivfamilie schildert das Buch unser Adoptionsabenteuer in Gänze und wagt einen Ausblick in die Zeit nach dem ersten Jahr bis in der Gegenwart, mit der sich die Beiträge in meinem Blog beschäftigen. Wer also Lust auf noch mehr hat, der klicke hier, mit erster Leseprobe inklusive. Und wer noch mehr über…

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„Irgendwas ist immer!“

So könnte die Überschrift über mein Leben lauten seit ich ein Kind habe.

Ja, irgendwas ist immer. Nahezu jeden Tag. Und fast jeden Tag etwas Neues.

Und das „Irgendwas“ hat in den meisten Fällen nur mittelbar etwas mit meinem Kind zu tun. Ich mache für ganz viele „Irgendwas“ unsere heutige Infrastruktur und die Ansprüche und Übertreibungen rund um unsere Kinder herum verantwortlich. Nicht, dass man nicht das Beste für sein Kind will, aber es beschleicht einen trotzdem das Gefühl, dass heute einfach mal von Allem alles gemacht wird und man als Mutter das rastlose Wesen ist, dass das „Alles von allem“ ermöglichen soll.

Natürlich gab es auch in meinem Leben als Kinderlose Veränderungen, sei es Veränderungen in Beziehungen oder im Job etc., aber solche eher in Abständen von Jahren oder vielen Monaten.

Nun sehe ich mich alle paar Tage mit neuen Dingen konfrontiert.

Und ich verrate Euch etwas: Ich kann das überhaupt nicht leiden.

Ich bin eher der konservative Typ. Veränderungen machen mir Angst.

Nun verlaufen alle Tage so wenig vorhersagbar. Ich kann perfekt planen und mich selbst übertreffen und alles kommt anders. Vielleicht sollte ich mich Veränderungsmanagerin nennen, die mit einer erstaunlichen Gelassenheit kurzfristig Termine absagt und verschiebt und Neue macht (und dabei innerlich kocht 😉 ).

An dieses „Irgendwas ist immer“ will ich mich irgendwie nicht gewöhnen. Es macht mich regelrecht verrückt. Man geht ganz fröhlich morgens zur Kita, weil heute mal alles reibungslos lief, gibt sein Kind ab und beim Verlassen der Kita liest man nochmal schnell den Zettel an der Tür: „Wir haben Läuse“. Oh ja, da ist ein Adrenalinschub vorprogrammiert. Es kann ja niemand etwas dafür und diese Tiere sind ja auch wirklich harmlos (und ich finde es gut, wenn man informiert wird), aber ich kenne mehrere Mütter, die wegen dieser harmlosen kleinen Tiere heulend vor ihrer Waschmaschine gestanden haben, während diese in Dauerschleife wusch.

Nun kann man sich fragen, wieso ich hier Läuse als Beispiel aufführe. Da kann doch wirklich niemand etwas für. Stimmt. Aber dafür, dass Mütter kleiner Kinder heute so schnell und so viel wie möglich wieder arbeiten und dann solche Dinge wie z.B. kleine „Läusekatastrophen“ mal eben nebenbei wuppen sollen. Meine Mutter hatte für die Behebung solcher und vieler anderer Probleme früher wenigstens noch Zeit. Und viele meiner heutigen Probleme hat sie gar nicht gekannt. Da wurden wir Kinder noch nicht rund um die Uhr gefördert, gesellschaftstauglich gemacht und durchgescannt.

Wenn ich, als gebranntes Kind in Bezug auf Läuse, so einen Zettel an der Kita lese, dann wird sofort der Tagesplan umgeworfen. Dann geht es nach der Arbeit in den Supermarkt, um mich mit Pflegespülung einzudecken. Eine Kinderzeitschrift für mein Kind wird gleich miterstanden, als Belohung für die Auskämmprozedur. Dann wird akribisch nach den kleinen Tierchen gekämmt und, wenn nichts gefunden wurde, anschließend mit Weidenrindenshampoo gewaschen. Und mein Kind und ich werden am nächsten Morgen mit ein paar Tropfen verdünntem Teebaumöl in den Haaren präpariert. Ob das hilft, weiß ich nicht, aber ich will nicht immer hilflos sein, wenn es heißt „Irgendwas ist immer.“

Grandios: Hygge. Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht (Meik Wiking)

Momsfavoritesandmore ( https://momsfavoritesandmore.com/ ) hat ein wunderbares Buch entdeckt, wie gemacht für Viele von uns ;-). Aber lest selbst …

Ihr Lieben,

heute habe ich den ultimativen Buchtipp für euch. Ich habe das Buch bei Instagram entdeckt, und da alle davon begeistert waren, wurde auch ich total neugierig. Und, was soll ich sagen? Der Lobgesang auf dieses Buch geht in eine neue Runde und das absolut gerechtfertigt. Es ist einfach grandios und das beste Buch, was ich seit Jahren in den Händen gehalten habe. Würde es ein Ranking meiner Lieblingsbücher geben (Das bringt mich übrigens auf eine Idee, 🙂 ), dann würde Hygge. Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht von Meik Wiking  (Lübbe-Verlag) an allen anderen Büchern rasant vorbeiziehen und den Thron besteigen.

978-3-431-03976-4-wiking-hygge-ein-lebensgefuehl-das-einfach-gluec-orgJetzt höre ich euch grübeln… „Ein Sachbuch?“, denkt ihr bestimmt. Ja, ein Sachbuch!!! Wobei Hygge. Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht ist eben nicht nur ein Sachbuch. Es ist ein Lebensgefühl! Am besten übersetzen kann man Hygge mit „Gemütlichkeit“ oder „Die Kunst des guten Lebens“

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Stille am Morgen

Du bist bei der Omi und ich bin viel zu früh aufgestanden. Habe ich doch noch irgendwie die Zeit eingeplant, die ich sonst brauche, um Dir Dein Frühstück zu machen, Dir immer wieder zu sagen, wie lange Du noch spielen kannst, bis wir Dich anziehen und losfahren müssen.

Gestern Abend warst Du auch nicht da. Ich habe ausgiebig auf dem Sofa gefaulenzt und ferngesehen.

Schon als ich ins Bett ging, fehlte etwas. Dein kleines Gesicht, das sich ganz nah an Meines schiebt und mir einen liebevollen Kuss aufdrückt.

Heute morgen überlege ich, wann Du heute wiederkommst. Die Omi wollte mir ja noch ein wenig Zeit zum Ausruhen nach der Arbeit gönnen.

Es ist leise in der Wohnung, ich bin nicht gestresst und nicht genervt. Niemand kippt aus Versehen die Milch um, füllt den Flur mit Kuscheltieren oder spuckt die Zahnpasta in hohem Bogen aus. Ich lese in Ruhe im Internet und trinke einen Orange-Ingwer-Tee, kann mich gleich in Ruhe fürs Büro fertig machen und muss vorher nicht zur Kita fahren.

Ich frage mich, ob ich dieses alte Leben, mit viel mehr Ruhe und viel weniger Liebe, wirklich so vermisse.

Nein, es gibt nur Eines, das ich unglaublich vermisse: DICH!

Ich kann es nicht erwarten, Dich später in meine Arme zu schließen und Dir zu sagen, wie wichtig Du mir bist.