An alle Mütter, die schon längst aufgestanden sind oder sich gerade aus dem Bett quälen oder heute einfach mal länger schlafen dürfen

Ihr seid ziemlich stark. Unvorstellbar stark. Jede von Euch. Die, die den ganzen Tag mit dem Haushalt und allen anderen Dingen des alltäglichen Lebens einer Familie kämpfen und natürlich auch die, die so ganz nebenbei auch noch einem Job nachgehen. Alle haben ihr Leben wie zuvor zu bewältigen und dann noch einen oder mehrere kleine Menschen rund um die Uhr zu versorgen. Und nicht nur das. Die meiste Kraft kostet nicht einmal das Versorgen, sondern dem Kind beim Aufwachsen zu helfen. Wir sind sein Sparringspartner, ob wir das wollen oder nicht. Und wir wollen ein guter und mitdenkender Sparringspartner sein, denn wir wünschen uns für unser Kind, dass es seinen Weg in eine glückliche und zufriedene Zukunft findet.

Als ich noch Single ohne Kind und hauptsächlich auf meinen Job konzentriert war, hatte ich keine Ahnung, was für Heldinnen neben mir in der U-Bahn standen und gerade zwei Kinder in Schach hielten. Was für Nächte sie hinter sich hatten. Was für Sorgen ihren Alltag bestimmten.

Ich hatte wohl aber doch schon eine klitzekleine Ahnung davon, wie schwer es sein muss, Mutter zu sein, denn ich habe mir ziemlich lange mit dem Mutterwerden Zeit gelassen.

Einmal fuhr ich im Bus und ein kleines Kind kletterte an den Haltestangen herum und schrie und schrie. Die Mutter versuchte dieses und jenes und die Lautstärke schwoll weiter an. Zwei ältere Frauen rümpften die Nase und mutmaßten laut, dass die Mutter ja wohl gar nichts im Griff habe.

Damals nahm ich all‘ meinen Mut zusammen und sagte laut in den Bus „Was soll die arme Frau denn machen. Es wird sowieso alles falsch sein.“

Es hat nichts genützt. Die Frau ist an der nächsten Haltestellte fluchtartig aus dem Bus ausgestiegen, in dem ihr so viel Unverständnis entgegenschlug.

Aus diesem Erlebnis und auch dem Ohnmachtsgefühl heraus, das ich selbst von manchen der Wutanfälle meines kleinen Temperamentsbündels kenne, mache ich mittlerweile Folgendes: Wenn ich eine Mutter sehe, vor der ein kleines schreiendes Wesen auf dem Boden liegt, dann lächele ich sie freundlich an und sage mit einem verständnisvollen Ton: „Ich habe auch so ein kleines Wesen.“ Mehr brauche ich nicht zu sagen.

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