Zunehmende staatliche Bevormundung von Eltern – Eine interessante Meinung von Birgit Kelle zum Thema Familie vom 4.4.2017 auf Welt.de

Der Artikel von Birgit Kelle befasst sich mit der zunehmenden Bevormundung von Eltern (und damit auch Kindern) durch den Staat. Damit, dass der Staat anfängt, immer weiter in die Familien einzugreifen. Man muss nicht alle in diesem Artikel aufgeworfenen Aspekte unterschreiben können, um zu sagen, dass die Autorin in weiten Teilen Recht damit hat, eine fragwürdige Entwicklung zu benennen.

Hier der Link:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article163402414/Manuela-Schwesig-will-uns-Eltern-an-den-Kragen.html

Ich habe auch noch einen Buchtipp, der sich mit dem Thema „Staatliche Eingriffe“ befasst:

Vater Mutter Staat, Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung – Wie Politik und Wirtschaft die Familien zerstören von Rainer Stadler

(Über den Autor und sein Buch: http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/lesezeichen/rainer-stadler-100.html )

Meine Meinung dazu: Wenn man Kindern wirklich helfen will, dann muss man aufhören, die breite Masse von Eltern zu bevormunden. Damit setzt man die ohnehin belasteten Familien noch  mehr unter Druck. Man muss die wirklichen Belastungen und finanziellen Probleme von Familien anerkennen und hier Entlastung schaffen. Dann können die meisten vermutlich auch selbst gut für ihre Kinder und sich sorgen. Man kann nicht einerseits die Berufstätigkeit von Müttern, so früh wie möglich, propagieren und die Eltern auch durch mangelnde finanzielle Unterstützung in diese Richtung zwingen und sich dann wundern, dass das System Familie maximal belastet ist. Niemand spricht davon, dass Mütter von kleinen Kindern in Deutschland flächendeckend nachts kaum schlafen und tagsüber arbeiten. Außerdem ist es wichtig, für Eltern, die seit Jahren in der Erwerbslosigkeit stecken, neue Perspektiven zu eröffnen. Wenn sie diese erhalten, dann können sie ihren Kindern auch mehr als Perspektivlosigkeit mit auf den Weg geben.

Hilfe zur Selbsthilfe und keine Bevormundung. Das wäre mein Credo.

(Das soll natürlich nicht bedeuten, dass man nicht dort eingreifen soll, wo es wirklich nötig ist. Es sollte einem aber zu denken geben, wenn der Staat glaubt, bei immer mehr Familien in Deutschland eingreifen zu müssen. Dann stimmt etwas mit dem System nicht und man sollte umdenken.)

Man könnte sogar noch weiter gehen und sagen: Einen Teil des Elends, das der Staat beheben will, schafft er vorher selbst. Geld für Fremdbetreuung und Soziale Unterstützungssysteme (wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist) scheint immer irgendwie da zu sein, aber kein Geld, um es Müttern zu ermöglichen noch ein paar Monate länger zuhause zu bleiben und die erste schwere Phase nach der Geburt zu meistern. Gerade nach einer Geburt eines Kindes scheitern viele Ehen. Ich will nicht glauben, dass diese Paare alle nicht zusammen passten.

Und auch Mütter, die von sich aus weniger arbeiten und das – auch durch eigenen Verzicht – finanzieren, werden gesellschaftlich gezwungen, mehr zu arbeiten. Ihr Ansehen wird systematisch zerstört, denn Mütter sollen arbeiten, so viel wie möglich.

Am Ende geht es nicht um die Kinder, sondern darum, dass so viele Mütter wie möglich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Das könnte man viel leichter erreichen: Und zwar, indem man viele Vollzeitstellen in Zwei- bzw. Drei-Tage Teilzeitstellen umwandelt (dort, wo es möglich ist). Viele Mütter wollen arbeiten, aber nicht um jeden Preis.

 

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4 Gedanken zu “Zunehmende staatliche Bevormundung von Eltern – Eine interessante Meinung von Birgit Kelle zum Thema Familie vom 4.4.2017 auf Welt.de

    1. Hallo Sylvi, ich habe mir gerade erlaubt, selbst noch zu kommentieren. Ich finde diesen Artikel sehr wichtig, weil ich wirklich glaube, dass der Staat sein Ziel nicht mit immer mehr Kontrolle erreicht. Vielmehr beschneidet er die Freiheit von Familien.

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      1. Definitiv, ich stimme dir da voll zu. Ich hatte ihn auch auf meiner Fb-Seite geteilt, weil ich ihn sehr einleuchtend fand. Aber mit Frau Schwesig und ihren Vorschlägen / Gesetzen habe ich sowieso so meine Probleme. Alles geht in eine Richtung: Kinder schnell wegorganisieren, damit die Mütter schnell wieder arbeiten können – nicht meins…

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