„Es wird nicht nur anders, sondern in manchen Dingen auch leichter“ oder „Ein Blick sagt manchmal alles“

Gestern schlenderten wir gut gelaunt durch den Park und um uns herum fuhr unser sehr lebendiges und vergnügtes Kind mit seinem Roller.

Die Leute kamen uns entgegen und die Blicke begegneten sich.

Ein Blick, der mir begegnete, war mir nicht fremd.

Eine Mutter schob ihren Kinderwagen langsam vor sich her. Sie hatte sehr müde Augen. Ihr Blick kam mir deshalb so bekannt vor, weil dieser Blick auch schon oft mein Blick war. Er sagte: „Was könnt Ihr so vergnügt sein, wenn man doch kaum noch schläft mit Kind?“

Dieser Blick machte mich nachdenklich und als wir weiter im Park unterwegs waren, dachte ich immer wieder kurz darüber nach.

Als ich ein paar Monate nach der Geburt einen Bekannten fragte, wann es endlich leichter wird, antwortete er mir „Es wird nicht leichter, nur anders“.

Dieser Satz ist sicher richtig, denn es gibt immer neue Herausforderungen für Eltern, in jedem Lebensalter eines Kindes. An diesen kann man persönlich aber auch sehr wachsen.

Eines möchte ich jedoch trotzdem für die Mütter schreiben, deren aktuell größtes – und aus meiner Sicht auch wirklich ernstzunehmendes – Problem der Schlafmangel ist.

Es wird irgendwann wirklich besser. Irgendwann werdet Ihr nicht mehr wie Schlafwandlerinnen, halb betäubt durch den Tag wandeln.

Ihr werdet, wie ich gestern, endlich Euer Kind mit Energie und Freude zu den Spielgeräten auf dem Spielplatz begleiten.

Gestern sagte ich zu meinem Mann: „Unsere Ausflüge genießen, das kann ich jetzt erst richtig. Ich gehe jetzt sehr gern mit Euch in den Park, in den Zoo, auf ein Kinderfest. Die letzten Jahre habe ich dabei ganz oft nur gedacht: „Wo kann ich mich hinlegen und schlafen? Und wer gibt mir endlich einmal die Gelegenheit dazu?““

Wenn Ihr etwas schlauer als ich seid, dann sorgt Ihr dafür, dass Ihr früher als ich wieder viel mehr Energie habt. Dann macht Ihr Eurem Umfeld früher klar, dass der Mensch auch schlafen muss und bittet um Hilfe, um ein paar Stunden Ruhe für Euch.

Aber es werden mit dem zunehmenden Alter des Kindes auch andere Dinge leichter. Für mich z.B. ist es eine große Erleichterung, dass mein Kind mir nun genau sagen kann, was es möchte. Manchmal kann einen dieser Umstand auch ganz schön nerven, besonders wenn die Wünsche in einem Affentempo ungefähr zehnmal wiederholt werden ;-), aber man weiß nun genau, woran man ist.

Man kann seinem Kind außerdem viel mehr Dinge erklären, weil es sie nun auch versteht, und damit auch den ein oder anderen Schreianfall vermeiden, wenn man ein wenig empathisch ist.

Auch die zunehmende Selbständigkeit meines Kindes erleichtert mir den Alltag sehr. So habe ich mir in letzter Zeit auch einfach mal ab und zu ein Entspannungsbad am Nachmittag gegönnt. Mein Kind spielte währenddessen im Wohnzimmer.

Ja, so etwas wird wieder möglich sein. Freut Euch darauf!

(P.S.: Für Mütter, die unter großem Schlafmangel leiden, hier noch ein Video, das sehr gut über die Wichtigkeit von Schlaf aufklärt:

Und die Bitte, Schlafmangel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und zu versuchen, Lösungen durch Hilfe von außen zu finden oder auch dadurch, dass man ein älteres Kind von der Flasche nachts entwöhnt (Das muss natürlich zum Entwicklungs- und Gesundheitszustand des Kindes passen. Dazu kann der Kinderarzt aber sicher auch etwas sagen). Ich selbst hätte meinem Kind in der Rückschau nicht zweieinhalb Jahre lang nachts die Flasche geben müssen. Da es ein Frühchen war, brauchte es lange Zeit Flaschenfütterung in der Nacht, aber so lange wäre es nicht nötig gewesen. Bei mir hat sich in der langen Zeit des Nachts-Aufstehens eine richtige Schlafstörung entwickelt, die auch weiter angehalten hat, als mein Kind nachts schon wie ein Murmeltier schlief und mich gar nicht mehr brauchte. Hinterher ist man immer schlauer.)

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2 Gedanken zu “„Es wird nicht nur anders, sondern in manchen Dingen auch leichter“ oder „Ein Blick sagt manchmal alles“

  1. Oh ja, der Schlafmangel…. Nachdem Nadeschda nun endlich auch nachts meistens durchschläft, schleichen sich neue Schlafräuber in mein Leben, muss ich wohl gestehen. Man nennt sie vor allem Elternabende und andere Schul- bzw. Kindergartenaktivitäten für die Eltern, natürlich abends und gerne auch jenseits der Schlafenszeit… Wir kommen gerade aus dem Urlaub zurück. Ich bin SEHR erholt. Das einzige was ich gegenüber meinem Alltag hier wirklich anders gemacht habe: Ich habe jede Nacht mindestens 8 Stunden geschlafen und regelmäßig mindestens drei Mahlzeiten zu mir genommen. Und mir geht es wunderbar! Wir tun das immer so ab, aber Schlaf und Essen sind so wichtig! Das habe ich in den vergangenen zwei Wochen so deutlich gespürt….

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    1. Ja, Charlotte, ich finde Schlaf auch unendlich wichtig. Und ja, regelmäßige Mahlzeiten kommen bei mir auch oft zu kurz. Mann und Kind sind Mittags versorgt und ich bekomm1e nichts Warmes und esse dann oft ungesunde Dinge und habe nach Jobende leider auch immer Heißhunger. Auch in Punkte Essen sollte man auf sich achten.

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