Traut Euch, junge Eltern, eine Hochzeit abzusagen!

Eine Hochzeit, eine Geburtstags- oder eine andere Familienfeier sind eigentlich etwas sehr Schönes.

Wenn man die Kraft dafür hat.

Meine Erfahrungen und Beobachtungen der letzten Jahre haben mir in Bezug auf Eltern kleiner Kinder Eines gezeigt:

Viele trauen sich nicht, Hochzeits- und Familienfeiereinladungen abzusagen und am Ende sind Eltern und auch Kinder am Ende.

Ich habe Eltern mit Säugling und Kleinkind, Kinderwagen und Gepäck mit dem öffentlichen Nahverkehr vom Hauptbahnhof einer Stadt kommen und dann noch zwanzig Minuten einen Berg hinauflaufen sehen.

Ich habe es selbst erlebt, wie mein Kind die Reizüberflutung dieser Veranstaltungen nicht mehr ausgehalten und dann Hotelflure zusammengeschrien hat. Die Nacht darauf habe ich dann kein Auge zugetan, weil mein Adrenalinspiegel nicht mehr absinken wollte.

Es gab auch Eltern, die fünf Stunden Auto fuhren, um dann beim abendlichen Menü zum 70. Geburtstag nur bis zum Salat zu kommen und mit einem total überforderten Baby auf dem Zimmer zu landen, die von der Fahrt übrig gebliebenen Salzstangen zu essen und dann die Nacht nicht zu schlafen. Am nächsten Tag wurde dann wieder die stundenlange Autofahrt zurück angetreten.

Tut Euch das nicht an!

Ihr werdet nach so einem Event selbst nicht wissen, wieso Ihr Euch nicht getraut habt, für Eure Grenzen einzutreten.

Es lohnt sich, das zu tun.

Für Euch und Eure Kinder!

Wer nicht versteht, dass solche Veranstaltungen Eltern mit drei Monate alten, zwei Jahre alten und auch vier Jahre alten Kindern den letzten Rest geben können, der hat Euren Besuch gar nicht verdient.

Natürlich gibt es Menschen, die uns so nahe stehen, dass wir für sie ausnahmsweise mal diese Strapazen auf uns nehmen können. Diese sollten wir sorgfältig auswählen. Aber genau diese Menschen sind es auch, die jedes Verständnis für unser Fernbleiben gehabt hätten.

Die meisten Eltern kleiner Kinder arbeiten heutzutage. Da bleibt keine Zeit, sich nach so einer strapaziösen Tour wenigstens am nächsten Tag mal auszuruhen.

Ich möchte mir auch gar nicht vorstellen, welches Risiko solche übernächtigten Eltern mit überreizten Babies und Kleinkindern im Auto im Straßenverkehr für sich und andere darstellen.

Da bleibt nur noch Folgendes: Mutig solche Einladungen absagen, wenn einem danach ist. Und ruhig ehrlich sein. (Da lernt man dann leider auch manche Person mal von einer neuen Seite kennen, aber das kann einem ja auch ganz neue und hilfreiche Erkenntnisse vermitteln).

Je mehr von uns mutig sind, desto mehr wird es gesellschaftlich akzeptiert werden, wenn Eltern einer solchen Feier fernbleiben wollen.

Sollte man jedoch Zuhause einen zuverlässigen Babysitter (z.B. die Oma der Kinder) finden, dann kann man aus so einer potenziell kraftraubenden Feier auch ein Wellness-Wochenende ohne Kind für die gestressten Eltern machen.

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8 Gedanken zu “Traut Euch, junge Eltern, eine Hochzeit abzusagen!

  1. Ja das habe ich unlängst getan. Die (ziemlich guten) Freunde haben es verstanden. Der Kompromiss war allerdings, dass mein Mann alleine da war.
    Aber…ansonsten hätte der Kurze nur geschrien und ich wäre auch alleine mit ihm auf einem Hotelzimmer gelandet, statt Party bzw. statt Ruhe im heimischen Bett. (Und Stillen kann ich wohl keinem Babyssitter zumuten 😉)

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      1. Ja für uns und für das Brautpaar war es gut so. Andere haben schon seltsam geguckt und ein paar Sprüche sind da auch gefallen, aber an dem Abend der Hochzeit war ich sehr froh stark geblieben zu sein. (Die ältere Generation hat das nicht so verstanden)

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        1. Meine Erfahrung ist leider auch, dass die ältere Generation damit das größte Problem hat. Die meisten von ihnen können sich leider auch nicht vorstellen, was es heute für ein Spagat für Familien ist, wenn beide arbeiten und kleine Kinder haben.

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  2. Hab eine Erfahrung hinter mir, da war mein Schlechtschlaf-Schreibaby 11 Monate, Hochzeit vom ehemaligen Kollegen des Mannes. Ich irgendwann mit Kind in die Pension, Mann weiter gefeiert. Ich immer gewartet dass er kommt, weil er keinen Schlüssel hatte. Kind kaum geschlafen. Ich nur 2 Stunden die ganze Nacht, nicht am Stück. Dann an nächsten Morgen 170 km heim und dann noch mal genau so weit zum Dienst gefahren. War ein Sonntag, musste den ganzen Tag immer wieder spielen und hing in den Pausen wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Nicht schön.

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  3. Auf Babysitter, Verwandte oder auf Freunde zurück greifen. Kinder müssen nicht immer überall mit präsent sein 😉

    Kinder gehören meiner Meinung nach eh nicht auf solche Veranstaltungen. Den Eltern kann aber ein Break vom Alltag mal ganz gut tun, gerade bei kleinen Kindern.

    Liebe Grüsse,

    Nanny Anny

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