Der Countdown läuft …

So fühlt es sich oft an, wenn ich mein Kind an meinen freien Tagen zur Kita bringe.

Das tue ich übrigens immer.

Dann habe ich fünf Stunden für mich, für den Haushalt, für die Fahrt zur Reinigung, zum Besorgen eines Geschenks, für Papierkram, für das Pflegen sozialer Kontakte, für das Aufräumen des Kinderzimmers, das Aussortieren von Klamotten, das Anrufen meiner Großmutter, das Beantworten von E-Mails …

Heute lasse ich den Countdown Countdown sein, mache nur das Nötigste, nämlich die Spülmaschine und die Waschmaschine anschmeißen. Dann lese ich ein wenig in den so vielen interessanten Blogs. Das ist für mich eigentlich immer eine Bereicherung. Und dann tue ich nichts bzw. den Wolken am Himmel beim Ziehen zusehen. Das kann man aus unserem Wohnzimmerfenster wunderbar.

Diese Morgende gehören zu den Tagen, an denen ich mein Kind fröhlich von der Kita abhole und ihm nachmittags entspannt vorlese oder mit ihm bastele.

Die Morgende ohne Countdown gehen am wahrscheinlichsten in Nachmittage mit Liebe über.

Die Glücksmuschel

Als ich vor einiger Zeit Geburtstag hatte, habe ich einen sehr schönen Tag verbracht. Mein Kind hat an dem Tag natürlich mitbekommen, dass ich einen leckeren Kuchen und ein paar hübsch verpackte Geschenke bekam.

Abends, als wir noch kurz allein im Wohnzimmer waren, sagte es zu mir:

„Mama, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“ und umarmte mich ganz fest.

Dann sagte es: „Ich habe nun noch etwas Besonderes für Dich!“ und guckte sehr bedeutungsvoll.

Ich war richtig überrascht.

Die kleinen Füße trippelten hinüber ins Kinderzimmer. Es wurde lang und ausgiebig in einer Spielkiste gekramt.

Dann stand mein kleiner Schatz vor mir und überreichte mir eine „Glücksmuschel“.

Diesen Moment werde ich nie vergessen.

„Viele Mütter sind kurzsichtig …

und laufen regelrecht in die Altersarmut hinein.“

So oder so ähnlich lauten die Sätze, die ich immer wieder irgendwo lese und höre.

Ich habe eine deutlich reduzierte Arbeitszeit. Nicht, weil ich nicht arbeiten möchte, sondern weil ich mich gerade nicht zu mehr im Stande fühle; das nicht zuletzt aufgrund jahrelangen chronischen Schlafmangels. Wie gern würde ich mehr verdienen, mich für das Alter absichern. Aber es geht nun einmal nicht.

Vielleicht ist es ja auch gar nicht so lebensuntüchtig, seine Grenzen zu (er-)kennen und einige Jahre einen Gang runterzuschalten. Ich spüre auch, wie die Lebensgeister langsam zurückkommen, wie sehr meine Familie und ich von meiner Arbeitszeitreduzierung profitieren.

Wie vernünftig wäre es gewesen, wenn ich von Anfang an geplant hätte, nach der Geburt drei Jahre zuhause zu bleiben. Dann wäre ich aus meiner Sicht gar nicht an diesem Punkt gelandet.

Ich für mich persönlich weiß insgeheim, dass ich die Rente wahrscheinlich gar nicht erreicht hätte, wenn ich so weitergemacht hätte wie in den letzten Jahren.

(Nachtrag: Jongleurin hat in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass es sehr wichtig ist, dass der mehr verdienende Partner es zulässt, dass der Partner, der zuhause für die Familie arbeitet, eine kleine private Altersvorsorge aufbauen kann. Ein sehr wichtiger Punkt.)

 

Zitat einer Mutter

Vor kurzer Zeit kam ich auf einer Zugfahrt mit einer Mutter ins Gespräch. Sie sagte zu mir: „Ich bin nach der Geburt meines Kindes nach einem Jahr wieder 30 Stunden die Woche arbeiten gegangen. Das würde ich nie wieder tun. Das war glatter Selbstmord.“

Sie sagte das mit der Erleichterung einer Person, die diese Situation hinter sich gelassen hat.

Ich ging darauf nicht weiter ein, nickte nur kurz verständig.

Die Aussage schockierte mich in dem Moment, aufgrund ihrer Deutlichkeit.

Aber ich wusste und weiß eigentlich nur zu genau, was sie meinte.

Weißt du eigentlich, wie mächtig du bist?

Verena von „Das Muttersein“ https://dasmuttersein.com/ hat einen Text geschrieben, den man als Mutter/Vater am Besten einmal die Woche lesen sollte. Ich kann Verenas Blog nur empfehlen und folge ihm mit großem Interesse. Lieben Dank für die Erlaubnis, Deinen Text rebloggen zu dürfen, Verena!

Das Muttersein

„Gott hat den Eltern einen größeren Einfluss gegeben, als sie ahnen. Ihre Macht über die Kinder reicht noch über den Tod, über Körper, Raum und Zeit hinaus.“ Karl May

Das Elternsein besteht wie fast alle großartigen und wichtigen Dinge aus unfassbar vielen Rechten und Pflichten. Wir haben das Recht, einen kleinen Menschen anzuleiten, ihm die Welt zu zeigen und einen wichtigen Teil seines Lebens, seine Kindheit, intensiv mit ihm zu verbringen. Für mich einige der schönsten Sachen überhaupt. Welch ein Privileg.  Jedes Recht geht aber auch mit mindestens einer Pflicht einher. Wir Eltern haben neben der Verantwortung unseren Kindern gegenüber auch noch unglaublich viel Macht. Über sie und über das Leben, das sie führen und führen werden. Das ist einem vielleicht nicht immer bewusst, aber überlegt mal, wie viel wir diesen kleinen Menschen geben oder auch nehmen können. Wie hoch unser Einfluss, unser Einwirken, wie groß unser Vorbild ist.

Unsere…

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