„Dann lass‘ doch mal Fünfe gerade sein …

und im Haushalt was liegen.“

Diesen Ratschlag finde ich für Mütter nur bedingt hilfreich.

Er wird gern in akuten Überforderungssituationen gegeben.

Es gibt Dinge im Haushalt, die müssen nicht gemacht werden, wie z.B. Bügeln. Es tut keinem weh, wenn man das nicht tut. Aber viele andere Dinge müssen irgendwann erledigt werden.

Es ist natürlich richtig, sich sofort zu entlasten, wenn man nicht mehr kann, erst einmal Etwas oder auch Vieles liegen zu lassen.

Auf Dauer hilft es der Mutter aber überhaupt nicht und kann auch das Problem, dass sie zu wenig Zeit für alles hat nicht lösen. Denn dieses Viele liegt auch auf ihrer Seele: Die noch nicht erledigte Steuer, die nicht aussortierten Kinderklamotten, der Keller, in den alles nur noch hineingestopft wurde und in dem man nicht mehr an die Fahrräder heran kommt.

Wenn das zu bewältigende Pensum objektiv gesehen einfach zu groß ist, kommt man mit Prioritätensetzen auch nicht weiter, denn irgendetwas Wichtiges bleibt trotzdem immer liegen.

Eine gewisse Grundordnung in der Wohnung, in den Papieren ist aber auf Dauer – aus meiner Sicht – unabdingbar, um das Gefühl bekommen zu können, wieder alles „im Griff“ zu haben.

Deshalb mein Ratschlag an alle einer Mutter Nahestehenden, die gern den Ratschlag „Dann lass‘ im Haushalt doch mal Fünfe gerade sein.“ geben. Hängt noch einen zweiten Satz dran: „Und wenn Du mal Zeit für Dich brauchst, um Dinge auszusortieren etc., dann nehme ich Dein Kind gern immer mal wieder einen oder zwei Tage in den nächsten Monaten.“

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15 Gedanken zu “„Dann lass‘ doch mal Fünfe gerade sein …

  1. Du hast so Recht! Am schlimmsten ist die Last dessen, was endlich mal erledigt werden müsste, wozu man aber weder Zeit noch Kraft findet. Und was mit der Zeit eher mehr als weniger wird. Wenn man dann noch auf wenig Ordnung bestehende Mitbewohner hat, ist das Chaos komplett. Auch das in einem.

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      1. Ja, ich nehme es mir auch immer vor, denn ich fühle mich auch „überrumpelt“ ;-). Aber dazu kommen, Kraft haben, anfangen. Und dann bin ich nicht alleine mit dem ganzen „Mist“. Aber irgendwie entrümpele ich mein Leben ja schon, und irgendwann wird man das hoffentlich auch sehen können. Danke nochmal für Deinen tollen Beitrag!

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        1. Für mich klingt es auch so als ob Du Dir gerade ein schönes neues Leben mit Deinen Kindern baust. Ein Burnout kann in der Rückschau auch eine große Chance für echte, wichtige Veränderungen gewesen sein, quasi ein Geschenk, nicht wahr? 😉 Liebe Grüße

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  2. Oh man, ja. Das hat mir auch noch nie geholfen. Mein Problem ist ja, dass ich mich so gar nicht wohl fühle, wenn zu viel liegen bleibt. Und ganz ehrlich, ich mache ohnehin nur das Notwendigste. Denke ich jedenfalls. Irgendwann ist da auch kein Potential mehr, um etwas liegen zu lassen. Manche Dinge müssen einfach erledigt werden. Aber ich bin auch gerade dabei, mir zu überlegen, was ich anders machen kann, damit ich nicht von all meinen täglichen Pflichten so überwältigt werde. Ich finde, das geht allenfalls noch an ganz wenigen, kleinen Stellen. Mals sehen. 🙂 LG

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  3. „Irgendwann ist da auch kein Potential mehr, um etwas liegen zu lassen.“ Ja, das hast Du gut auf den Punkt gebracht. Ich versuche mittlerweile durch Reduzierung unserer Dinge im Haushalt Arbeit für mich zu vermeiden. Und je mehr ich aussortiere und Dinge spende, desto freier fühle ich mich und desto weniger Arbeit fällt an. Das Ausräumen ist für mich persönlich ein guter Ansatzpunkt. Liebe Grüße

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  4. Wenn man einen Putzfimmel hat, dann mag das hilfreich sein, aber eine berufstätige Mutter kann sich einenPutzfimmel selten leisten.

    Wenn man so viel liegen lässt dass man dadurch nur noch mehr Arbeit hat, dann weiß man dass der Spruch mit der fünf ausgereizt ist. Und dan hat man erstmal ein Problem wie zB dass man nicht einmal mehr kochen kann weil einfach ALLES Geschirr dreckig ist (5 gerade sein gelassen) und auch keinen Pizzaservice bestellen kann, weil man kein Geld abgehoben hat (5 gerade sein). Das ist ein abstrakt dahergeredeter Spruch, bei dem man konkret gucken muss um zu sehen ob bei der mama überhaupt noch Spielraum ist, nicht weniger zu tun.

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