„Viele Mütter sind kurzsichtig …

und laufen regelrecht in die Altersarmut hinein.“

So oder so ähnlich lauten die Sätze, die ich immer wieder irgendwo lese und höre.

Ich habe eine deutlich reduzierte Arbeitszeit. Nicht, weil ich nicht arbeiten möchte, sondern weil ich mich gerade nicht zu mehr im Stande fühle; das nicht zuletzt aufgrund jahrelangen chronischen Schlafmangels. Wie gern würde ich mehr verdienen, mich für das Alter absichern. Aber es geht nun einmal nicht.

Vielleicht ist es ja auch gar nicht so lebensuntüchtig, seine Grenzen zu (er-)kennen und einige Jahre einen Gang runterzuschalten. Ich spüre auch, wie die Lebensgeister langsam zurückkommen, wie sehr meine Familie und ich von meiner Arbeitszeitreduzierung profitieren.

Wie vernünftig wäre es gewesen, wenn ich von Anfang an geplant hätte, nach der Geburt drei Jahre zuhause zu bleiben. Dann wäre ich aus meiner Sicht gar nicht an diesem Punkt gelandet.

Ich für mich persönlich weiß insgeheim, dass ich die Rente wahrscheinlich gar nicht erreicht hätte, wenn ich so weitergemacht hätte wie in den letzten Jahren.

(Nachtrag: Jongleurin hat in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass es sehr wichtig ist, dass der mehr verdienende Partner es zulässt, dass der Partner, der zuhause für die Familie arbeitet, eine kleine private Altersvorsorge aufbauen kann. Ein sehr wichtiger Punkt.)

 

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8 Gedanken zu “„Viele Mütter sind kurzsichtig …

  1. Interessant… Lotte, eine gute Freundin von mir, Ärztin und Mutter zweier Kinder, schreibt immer wieder einen Gastbeitrag auf meinem Blog. Sie erzählt immer, dass sie diesen Satz häufig als Argument verwendet, wenn andere Mütter es nicht verstehen, warum sie wieder früh und mit vielen Stunden zurück in ihren Beruf ist. Ihr gegenüber hätten bei dem Argument die Leute wohl nur gemeint, dass das ja sicherlich nicht so schlimm sei. Außerdem habe sie ja einen Mann… Als ihr Mann jedoch in Teilzeit ging, war dieses Argument das Häufigste, das ihm in den Diskussionen entgegen gebracht wurde. Lotte als „Absicherung“ zählte da plötzlich nicht… Hmm.. kuriose Welt.

    Deine Argumentation finde ich jedoch sehr schlüssig. Sie enthält keine Absicherung. Im Burnout verdient sich kein Geld für Gegenwart oder Zukunft! Gute Entscheidung!

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    1. Diese Absicherung halte auch ich für sehr wichtig und ich finde, dass das auch ein gutes Argument für die Berufstätigkeit einer Mutter ist (neben anderen). Aber, Du hast mich genau richtig verstanden: Wenn die Kräfte nicht reichen, dann muss man erst einmal in dem Moment dafür sorgen, dass es einem besser geht. Dann kann man in Zukunft vielleicht auch wieder mehr verdienen. Es nützt einem nichts, die Gesundheit einfach gegen die Wand zu fahren.

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  2. Ich persönlich Finde ja den Ansatz gut, dass wenn die Frau zu Hause bleibt und nicht mehr existenzsichernd arbeitet, damit es in der Familie besser läuft und der Mann von der Familienarbeit entlastet wird und er mehr arbeiten kann, das dann von dem Einkommen des Mannes auch die Altersvorsorge der Frau bezahlt wird. Sprich, es wird ein extra Rentenfonds angelegt oder ähnliches, damit die Frau aus dieser Zeit heraus nicht leer im Alter ausgeht. Denn sie dient ja dem Interesse der gesamten Familie, muss sonst aber das Risiko alleine tragen!

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    1. Da sprichst Du einen sehr wichtigen Punkt an, Jongleurin. Das würde die Aufteilung fairer machen und die Leistungen der/des Zuhausebleibenden (ich kenne auch Fälle, wo die Frau Vollzeit arbeitet und der Mann zuhause ist) würdigen. Wichtiger Punkt. Ich weise in meinem Text darauf hin. Danke.

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