„Der Alltag muss bewältigbar sein“ – I

Dieser Satz tauchte vor einigen Monaten in meinem Kopf auf und schwirrt dort immer noch herum.

Ich arbeite daran, dass er wahr wird, aber ich bin immer noch auf dem Weg und noch lange nicht am Ziel.

Deshalb schreibe ich hier auf, was mich in diesem Zusammenhang gerade bewegt.

Es ist richtig, jeden Tag zu überprüfen, ob die Pläne, die man für heute gemacht hat, zum eigenen Kräftehaushalt passen. Ich disponiere mittlerweile schneller um, wenn ich merke, dass ich mir zu viel aufgeladen habe.

Und ich muss immer noch lernen, dass solche Sätze wie „Ich bringe dann einen Kuchen mit“ oder „Ich nehme Dein Kind gern mal wieder mit zu uns nach Hause“ nicht unkontrolliert aus meinem Mund kommen. Oft bereue ich es nachher, wenn ich nicht beachtet habe, dass die entsprechende Woche schon voll gepackt war.

Deshalb hat es sich für mich auch bewährt, nie – wirklich nie – einen Terminkalender dabei zu haben. Ich verwende den Familienplaner, der bei uns in der Küche hängt und habe dann immer noch Bedenkzeit bevor ich einen Termin mache und kann mir im Notfall auch mal eine Ausrede ausdenken.

Überhaupt ist der Satz, der mich meinem Ziel ein Stück näher bringen wird, folgender:

„Darüber denke ich gern nach und melde mich noch.“

Dieser Satz kommt aber aktuell in meinem Wortschatz gar nicht vor.

Vermutlich hat das auch mit meiner Erziehung zu tun. Ich hatte als Kind immer schnell zu reagieren und zu tun, was man mir sagte.

Ich bin darauf trainiert, wenn jemand etwas von mir will, sofort „Ja“ zu sagen. Weil ein „Nein“ ja unhöflich, kränkend, abweisend ist. So zumindest in meiner Welt.

Diese Welt schadet mir schon seit Langem.

Mein Alltag wird nur für mich bewältigbar, wenn ich ihn so gut es geht nach meinen Maßstäben und meinem Kräftehaushalt gestalte. Andere werden immer mehr von mir verlangen als ich geben kann. So ist das Leben. Meine Lebensaufgabe ist, sie rechtzeitig zu stoppen, aber auch mich selbst mit meinem manchmal auftretenden unnötigen vorauseilenden Gehorsam. Außerdem habe ich die wunderbare Möglichkeit, meinem Kind dabei zu helfen, es selbst zu sein und ganz selbstverständlich „Nein“ sagen zu können.

 

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