Teilzeitfalle mal anders

Ich lerne gerade eine ganz neue Teilzeitfalle kennen.

Wegen Überlastung habe ich als Mutter mit Kind, Job und Haushalt meine Arbeitszeit auf 15 Stunden die Woche reduziert und war sehr glücklich damit.

Aber unsere Arbeitswelt wäre nicht unsere Arbeitswelt, wenn das lange so bliebe.

Nein, es gibt leider seit Monaten eine Entwicklung dahin, dass ich in 15 Stunden die Arbeit von 25 Stunden schaffen soll.

Ich arbeite jeden meiner Arbeitstage quasi im Akkord, um alles zu schaffen.

Heute gab mir mein Chef dann noch neue Aufgaben, obwohl sich die nicht geschafften Aufgaben noch bei mir stapeln.

Ich habe es gewagt, zu sagen, dass ich die neuen Aufgaben in nächster Zeit nicht schaffe, wenn ich die alten Aufgaben alle noch erledigen soll.

Da fing er an, mit mir über Effizienzreserven in meiner Arbeitszeit zu diskutieren  á la „Dann gehen Sie doch mit Tempo 50 km/h zum Drucker anstatt mit Tempo 30 km/h“. Und es wurde mir vorgeworfen, dass ich viel zu freundlich sei, wenn jemand etwas von mir wolle.

Aha!

Da habe ich angemerkt, dass, wenn das so weiterginge, ich meine Arbeitszeit nie mehr aufstocken könne, da ich nach den fünfzehn Stunden pro Woche fix und fertig bin.

Das ist also die neue Teilzeitfalle für Mütter. Unmenschliches Pensum in den verbleibenden Stunden und wie eine Zitrone ausgepresst werden.

Aber nein.

Mein Chef deutete ja gleich an (weil er mich gern an mehr Tagen da hätte), dass ich beim Aufstocken meiner Stunden ja nicht automatisch mehr Aufgaben bekäme.

Wer’s glaubt, wird selig!

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14 Gedanken zu “Teilzeitfalle mal anders

  1. Eine absolute Dreistigkeit sowas. Würde ich ja fast aus Protest noch langsamer arbeiten. Durch schneller werden die Aufgaben auch nicht besser ledigt, somit fürn Popo so eine Aussage. Und zum „zu freundlich“, wenn er dann nochmal mit neuen Sachen kommt, bist Du dann halt mal nicht freundlich und machst es nicht und wenn er sich beklagt, drehst den Spieß um und sagst ihm, dass er selbst gesagt hat, dass Du zu nett wärst. Vielleicht kommt die Botschaft ja an.

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    1. Ja, mir gefällt das auch überhaupt nicht. Deshalb sage ich mittlerweile auch was. Nur, um den Job zu wechseln, fehlte mir in den letzten Jahren leider die Kraft. Und 15 Stunden bekommt man auch so gut wie nirgendwo. Da wünsche ich mir auch noch ein Umdenken für die Vereinbarkeit.

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  2. Ja, absolut daneben und nicht gerade feinfühlig. Aber ich lese immer wieder, dass Mütter in ihrer Teilzeit mehr arbeiten als ihre Vollzeit-Kollegen und das scheinbar jeder für normal hält. Man geht ja auch eher in die Freizeit – muha. Ich kann da aber nicht mitreden, mein Job ist zu speziell. Und als Mutter auch speziell erschöpfend.

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    1. Über den Tag betrachtet arbeite ich vermutlich nicht mehr, aber die Effizienz in den Stunden, die ich da bin, ist offensichtlich größer. Pro Stunde leiste ich mehr. Das wage ich einfach mal zu behaupten, da ich ja auch weiß, wie ich früher mit Vollzeit-Job gearbeitet habe und auch meine Kollegen. Die Teilzeit-Arbeitsstunden kosten pro Stunde mehr Kraft als meine damaligen Vollzeit-Arbeitsstunden.

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