Du siehst nur mein Gesicht…

Beate von
https://beatemetz.wordpress.com/
hat ein sehr berührendes Gedicht geschrieben, das ich freundlicherweise mit ihrer Erlaubnis für Euch rebloggen darf. Es handelt davon, wie sehr Flüchtlinge darunter leiden, wenn wir sie hier nicht ankommen lassen. Dieses Gedicht kann erneut den Anstoß geben, den Menschen, die hier eine neue Heimat suchen, weil sie nicht in ihre alte Heimat zurück können, immer wieder freundlich und offen ins Gesicht zu schauen und ihnen zu zeigen, dass sie hier willkommen sind und dass sie sich hier bei uns sicher fühlen dürfen. Denn, wenn man Menschen auf eine bestimmte Art und Weise ins Gesicht schaut, dann fühlen sie sich gesehen, verstanden und als einzigartiges Individuum erkannt.

Heart-Beat(e)

Ein Tag geht zu Ende, ich habe es wieder überstanden,
ein Spießrutenlauf zwischen Hoffen und Bangen.
Ich weiß, du hast mich gesehen, doch dein Blick macht mir klar,
du wünschst dir nichts mehr, als wäre ich gar nicht da.
Ich habe so viel zu geben, doch das interessiert dich nicht,
mein Schmerz, meine Wunden, die zählen nicht für dich.
Was kann ich tun, damit du mich siehst-
der Mensch, der ich bin – und nicht nur mein Gesicht?
Der Tag ist zu Ende, für heute ist Schluss,
vertrauen auf morgen, dass es dann besser sein muss.
Die eiserne Faust, die mein Herz umschließt, damit es nicht bricht,
darf sich jetzt lösen, denn du siehst mich nicht.

Doch dann in der Nacht, dann sind sie da,
die Bilder im Kopf von Mama und Papa,
von meiner Frau und meinen Söhnen,
die ich verließ, um zu denen zu gehen, die mich jetzt…

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Wer sagt eigentlich, dass man nicht um 16:30 Uhr baden kann?

Niemand. Also habe ich in den letzten Wochen ab und zu Folgendes gemacht:

Mein Kind hat einen Teller Äpfel, etwas zu Trinken und eine schöne CD angestellt bekommen. Es hat es sich in seinem Zimmer gemütlich gemacht.

Ich habe die Wohnungstür abgeschlossen und die Klingel leise gestellt (damit mein Kind nicht voller Freude an die Haustür rennt und dem Paketboten öffnet …) und bin für eine halbe Stunde in die Badewanne gegangen, natürlich mit offener Tür und in Hörweite meines Kindes.

Mitten am Tag, mitten in der Woche.

Wer sagt, dass man sich als Mutter nicht seine kleinen Nischen suchen darf?

Man kann Tageszeiten auch mal anders als gewöhnlich nutzen. Da muss ich noch viel kreativer werden.

Meine guten Vorsätze für den nächsten Kindergeburtstag

Nächstes Jahr:

  • bleibe ich stark und lade maximal so viele Kinder ein wie mein Kind alt wird
  • ist es für mich von vornherein klar, dass mein Kind seine Gäste aussuchen darf (sollte es zu absehbaren extremen sozialen Härten kommen (mein Kind will seinen Lieblingsspielkameraden nicht einladen, nur weil es gestern beim Rollenspiel ein Eichhörnchen sein sollte und kein Einhorn sein durfte), werde ich keine Vorgaben machen, aber kurz bei meinem Kind für Verständnis werben … na, ob ich das durchhalte … )
  • schäme ich mich nicht mehr, wenn wir Kinder nicht zurück einladen … bisher hat mir auch noch kein anderer Elternteil dafür den Kopf abgerissen
  • nehme ich wieder Urlaub um den Geburtstag meines Kindes herum … als Burnout-Prophylaxe … wie dieses Jahr … das war eine super Idee
  • fange ich mit den Vorbereitungen schon fünf Monate vorher an (nicht, dass es das Megaevent werden soll … aber ich möchte lieber immer nur in kleinen Schritten vorbereiten … ein Spiel hier zurechtlegen … an einem anderen Tag ein hübsches Mitgebsel aussuchen etc.)
  • kaufe ich nicht mehrfach Mitgebsel und verwerfe die Ideen dann wieder, z.B. weil das Armband nicht elastisch ist und die Kinder damit an einer Türklinke hängen bleiben könnten … nächstes Mal denke ich vorher länger darüber nach
  • kaufe ich die Süßigkeiten später (damit sie nicht alle in den Wochen davor in meinem Mund wandern) … am Besten kaufe ich sie eine Stunde vor der Feier …
  • besorge ich fertige Einladungskarten
  • überlasse ich einfach die ganze Feier der Oma und gehe in einen Wellness-Tempel … kleiner Scherz 😉

Wie fühlt sich diese sagenhafte und schicke „Vereinbarkeit“ eigentlich an?

Als ob wir seit mehreren Jahren wie halbtote Fliegen an der Wand hängen und immer mal wieder jemand mit der Fliegenklatsche auf uns drauf haut. (Ich schreibe extra „wir“, weil auch mein Mann ein Opfer des „Vereinbarkeitsmythos“ ist.)

Wenn andere Fliegen vorbeifliegen, dann nehmen wir unsere letzten Kräfte zusammen, winken bemüht und rufen „Soweit alles OK bei uns“.

Wir haben die Äußerungen der anderen Fliegen, die wir einfach nicht mehr ertragen können, einfach noch zu gut in den Ohren: „Da müsst ihr durch. Das ist nun mal so.“

Unser süßes Fliegenkind krabbelt dazwischen herum, entwickelt sich und stellt die richtigen Fragen.

Es weiß von Natur aus, dass das alles anders sein sollte.

Und damit unser wunderbares Fliegenmädchen sich später in einer anderen „Vereinbarkeit“ oder besser gesagt einer gewissen Wahlfreiheit als Mutter wiederfindet, schreibe ich diesen Blog.

 

 

Albtraum einer Mutter

Gerade bin ich aufgewacht und wusste genau, was ich geträumt habe: Eine Traumsequenz, die ich schon kenne.

Ich fahre mit meinem Kind Fahrrad. Es sitzt hinten im Kindersitz. Wir müssen nach Hause. Wir fahren auf der Straße entlang, es herrscht reger Verkehr. Um nach Hause zu gelangen, muss ich einen bestimmten Weg nehmen. Den Weg über die Autobahn. Diese Autobahn hat keinen Standstreifen.

Das Fahrrad ist sehr eigentümlich. Ich kann es nicht richtig am Lenker halten, nein, anstatt Lenkergriffen habe ich zwei Bänder in den Händen und so muss ich unseren Weg in der Spur bahnen. Die Räder des Fahrrades sind nur ganz leicht befestigt und können jederzeit herausspringen.

Ich fahre auf die Autobahn zu. Da springt mir schon ein Reifen heraus. Ich rufe um Hilfe, damit die Autos hinter mir stoppen.

Mir wird sogar kurz geholfen und der Reifen wieder eingehängt. Dann fährt der Verkehr ungebremst hinter mir weiter. Ich kann aus diesem Verkehrsfluss nicht aussteigen, muss weiter mit dem Fahrrad fahren, sonst werden wir überfahren. Nun geht es bergab direkt auf die Autobahn. Ich gerate in Panik …

und ich wache auf.

Gott sei Dank.

Dieser Traum zeigt, dass ich nicht viel Ahnung von Technik habe ;-).

Und er führt bildlich vor Augen, wie sich das Leben mit Kind und Job und Haushalt und den ganzen vielen weiteren Anforderungen so für mich anfühlt.

So als ob ich auf einem komplett fahruntauglichen Gefährt im Fahrzeugfluss auf einer Autobahn mithalten muss. Damit mein Kind und ich nicht untergehen, muss ich bildlich um unser Leben mitstrampeln.

Ich fühle mich gerade total gerädert und muss wohl nochmal den Beitrag von Martamam lesen, um mich nicht weiter vor Weihnachten zu fürchten, das ungebremst auf mich zurast:

https://martamam.de/strategien-fuer-einen-entspannten-advent-ueber-das-loslassen-zulassen-und-weglassen

Martamam hat das Rezept, um Weihnachten auch als Mutter zu genießen

Manuela von

https://martamam.de/

schreibt so, dass ich immer sofort ihre Beiträge lese, wenn sie in meinem Reader auftauchen.

Ich kann Euch ihre Seite nur empfehlen.

Besonders diesen Beitrag:

https://martamam.de/strategien-fuer-einen-entspannten-advent-ueber-das-loslassen-zulassen-und-weglassen

Hier schreibt Manuela, mit welchen Strategien sie dieses Jahr auch als Mutter Weihnachten genießen möchte. Das klingt unmöglich? Nein, überhaupt nicht. Ein sehr kluger Beitrag, den man sich ausdrucken und hinhängen sollte.

Viel Erkenntnis und Freude beim Lesen!

 

Wenn keiner da ist, um zu helfen

Zwei Mütter in meinem Umfeld bräuchten jetzt Hilfe. Es ist in Gesprächen nicht mehr zu überhören. Sie bräuchten Entlastung, die Hilfe anderer Mütter. Ich weiß es, ich sehe es, aber ich halte mich bedeckt, biete nur ganz punktuell und gezielt Hilfe an.

Ich überlege ganz genau, wieviel ich helfen kann

… ohne dass es in unserer Familie wieder kippt.

Das finde ich selbst unglaublich schade. Ich würde viel öfter anbieten, dass die Kinder mit zu uns kommen können, damit die Mutter sich erholen kann. Aber ich bin leider selbst so erholungsbedürftig.

Wenn ich nicht auf meine Balance achte, geht es bei uns auch nicht weiter.

Die Überlastung von Müttern entsolidarisiert, obwohl man gern solidarisch sein möchte.

Jede Kraft, die ich für die andere Mutter aufwende, gibt mir nicht etwa neue Energie, dadurch, dass ich jemand anderem etwas Gutes getan habe. Mein Energiekonto ist so im Minus, dass ich mir kaum leisten kann, noch irgendetwas abzugeben.

In unserer großen Stadt werden nach meinen neuesten Informationen die Haushaltshilfen für erschöpfte Mütter knapp. Das finde ich schon bedenklich.

Man müsste sich mit einer Agentur für Haushaltshilfen selbstständig machen.

Aber nein, das lohnt sich vermutlich wieder nicht, da diese Arbeit nicht genügend bezahlt wird. Selbst wenn die Nachfrage groß ist und die Preise steigen, die wenigsten Eltern könnten die dann teureren Haushaltshilfen aus eigener Tasche zahlen.

Könnte der Job als Haushaltshilfe attraktiv sein?

Ich bin mir da auch nicht so sicher. Oft ist es nämlich so, dass Mütter, die sich jahrelang selbst überfordert haben, auch andere massiv überfordern und dann die Haushaltshilfe eventuell selbst durch die Gegend scheuchen.