Tabu

Es gibt zwei Beiträge, die ich vor Längerem geschrieben habe, die mittlerweile von einer großen Suchmaschine ganz weit vorn gelistet werden.

Da mein Blog sehr klein ist, ich keine Ahnung von Suchmaschinenoptimierung habe etc., muss es einen anderen Grund dafür geben.

Es sind Tabuthemen.

Relativ viele Frauen suchen nach bestimmten Begriffen im Netz, werden aber kaum fündig, weil es dazu so gut wie Nichts gibt.

Die Begriffe sind:

  1. Angst vor dem Jobwiedereinstieg nach der Elternzeit
  2. Chronischer Schlafmangel bei Müttern und die Folgen

Darüber darf man also nicht sprechen, sondern nur mehr oder weniger verzweifelt nachts im Internet suchen.

Das zeigt mir, dass viele von uns tagsüber etwas anderes sagen als sie wirklich denken.

Mein Blog ist nicht zuletzt wegen dieser beiden Themen und der sich daraus ergebenden möglichen Folge, nämlich „Burnout“ anonym. Auch ich wage es nicht, den letzten Schritt zu gehen.

Dabei wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass unsere Gesellschaft hinguckt und sich die fatalen Entwicklungen klar macht.

Die kleinsten Zellen unserer Gesellschaft, die Familien, sind in Gefahr.

Es kippen reihenweise Mütter und auch Väter um und es wird ein Teppich des Schweigens darüber gelegt. Und so lange wir noch irgendwie kriechen können, sollen wir uns mal nicht so anstellen.

Ich bin nicht allein, denn, wenn ich morgens in meine Statistiken gucke, sehe ich, was die Mütter und vielleicht sogar auch Väter nachts suchen. Sie haben Angst davor, Job und Kind nicht zu schaffen, sie haben Angst davor, dass die Folgen des Schlafmangels sie dauerhaft zu körperlichen und psychischen Wracks machen. Ihre Angst existiert und meine auch und sie sollte ein Warnsignal sein.

P.S.: Dieverlorenenschuhe von

https://dieverlorenenschuhe.wordpress.com/

kommentierte, dass bei ihr der meistgelesene Beitrag ebenfalls einer zu Burnout bei Müttern ist:

https://dieverlorenenschuhe.wordpress.com/2016/05/02/wenn-mama-nicht-mehr-kann-burnout/

 

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13 Gedanken zu “Tabu

  1. Deine Worte haben mich sehr berührt. Wir leben in einer verdichteten Zeit, in der unheimlich hohe Anforderungen herrschen an die Kindererziehung (soll so sein, dafür bin ich auch, aber wir brauchen auch die Zeit dafür) und an die einzelne Arbeitskraft. Arbeitsverträge sind in Teilzeit oder befristet, die Gehälter sind niedriger als früher und all das trägt zu dieser verdichteten Zeit bei. Wir müssen aufstehen und für uns, unsere Bedürfnisse, sowie die unserer Kinder einstehen. #carearbeitmusssichtbarwerden

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    1. Danke für Deinen Kommentar! Ja, man braucht sehr viel Zeit für die bedürfnisorientierte Erziehung, die überall propagiert wird und die ich ebenfalls für sehr gut und unbedingt erstrebenswert halte! Aber keiner gibt einem die Zeit und dann werden auch noch immens hohe Maßstäbe an die Versorgung der Kinder angelegt. Das ist schizophren.

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  2. Das schlimme ist, selbst, wenn das Netz voll mit (Erfahrungs-)Berichten wäre, würde sich nicht viel ändern. Es muss ja auch von „den Richtigen“ gelesen werden. Eltern, die ohnehin schon komplett am Limit sind, haben seltenst die Kraft zum Auflehnen und Kämpfen.

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    1. Das stimmt. Die Kräfte reichen meist nur noch für das Nötigste. Ich kann meinen Blog auch nur schreiben, weil ich sooo wenig 😉 arbeite. Es hat auch mal jemand über meinen Blog geschrieben, dass ich gar nicht erschöpft sein könne, ich würde ja so viel Beiträge schreiben. Wenn man nachts zwischen 4 und 6 Uhr nicht schläft, kann man leider sehr viel schreiben.

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      1. Da man heutzutage auch übers Handy bloggen kann, kann gar keiner wissen, wann und wieviel man an Zeit braucht, um zu bloggen. Sowas geht gar nicht. Ich habe massig Zeit und trotzdem meine Blogs gelöscht (u.a. weil mir die Zeit zum Schreiben trotzdem fehlte).

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          1. Ich lese Deinen Blog auf jeden Fall weiter (und kommentiere dann auch 🙂 ). Allerdings orientiere ich mich gerade komplett neu und da die Leserzahlen eh sanken, gefühlt wurde gar nichts mehr gelesen, macht es für mich keinen Sinn mehr damit weiter zu machen. Der Fokus liegt jetzt auf dem Aufbau meines Frauenzirkels und generell der Selbstständigkeit.

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  3. Weiter so,
    nur die Mutigen verändern die Welt! Ihr mutigen Bloggerinnen gebt den vielen Mamas und Papas da draußen eine Stimme, das finde ich bewundernswert. 👍🏻
    Ein selbstbestimmtes Leben kann nur dann erfüllend sein, wenn es unter eigenen Prämissen gestaltet wird. Lasst uns Frauen vernetzen und gemeinsam eine bessere Zukunft gestalten! 💪🏻🙂

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