Dinge soweit das Auge reicht

Es ist der erste Weihnachtstag und mein Mann und mein Kind schlummern noch friedlich. Wir haben einen sehr schönen Heiligabend im Kreis der Familie verbracht, gut gegessen, uns angeregt unterhalten. Es war rundum gemütlich und entspannt.

Dafür bin ich sehr dankbar. Es geht uns sehr gut.

Über eines denke ich jedoch seit dem Aufwachen nach: Wie kann ich die Dinge um mich herum reduzieren? Sie überschwemmen mich. Sie rauben mir meine Lebenszeit. Sie kosten mich Zeit mit meinem Kind, mit meinem Mann, mit mir selbst.

Dinge, die wir im Überfluss haben und andere nicht.

Am Liebsten würde ich gleich jetzt mit mehreren Kartons zu unserem Sozialkaufhaus fahren und mich befreien und gleichzeitig hoffen, dass andere noch Freude an den Dingen haben, die mich ersticken, überwältigen, mir die Luft zum Atmen nehmen. Gleich jetzt um halb acht Uhr morgens am ersten Weihnachtsfeiertag möchte ich aktiv werden.

Aber natürlich hat das Kaufhaus zu.

Nicht ohne Grund habe ich mir anscheinend ein Buch von einer Bloggerin zu Weihnachten gewünscht und mich gestern am meisten über dieses Geschenk gefreut: „Familie Ordentlich“ von Nicole Weiss

https://familieordentlich.de/

Es enthält sehr viele tolle Anregungen, wie man den Haushalt in den Griff bekommt.

Ich habe schon immer Ordnung und System geliebt, aber seit fünf Jahren kommen Dinge in Wellen in unsere Wohnung und erschlagen mich. Ich habe das Gefühl, unter Bergen von Kinderklamotten verschüttet zu sein. Bastelprodukte, die mein Kind regelmäßig aus der Kita mitbringt, verstopfen unsere Schränke und es gibt Spielzeug in Massen, das wir nicht benutzen, weil wir zu viel Zeit damit verbringen, es hin und her zu räumen. Geburtstage und Weihnachten machen mich schon vorher ganz kribbelig. Mein Mann ist an der Situation auch nicht ganz unschuldig. Er schenkt unserem Kind so gern schöne Dinge, auch das ganze Jahr über. Was er nicht sieht: Er schenkt uns gleichzeitig große Zeitfresser. Zeitfresser, die meinem Kind die Zeit mit mir klauen, weil die Dinge nun einmal in Ordnung gehalten und weggeräumt werden müssen.

Es ist nur so schwer, mit Kind zusammen auf- und auszuräumen. Wie oft habe ich mir schon drei Wochen Urlaub gewünscht, einfach nur, um mal Luft in unserer Wohnung zu schaffen, für unsere Liebe, unsere Pläne und unsere Zukunft.

Aber ich werde es in den nächsten Tagen versuchen. Vielleicht können wir, mein Kind, mein Mann und ich uns endlich einmal ganz langsam gemeinsam auf diese Reise begeben und Platz schaffen.

Update ein paar Stunden später: Mein Mann und ich räumen gerade auf und sortieren aus und unser Kind spielt mit seinen Geschenken vor dem Fernseher. Ging heute nicht anders, aufgrund eines akuten „Sachen-Overkills“ ;-).

 

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