Best of Elternblogs 2017 von Anja von der Kellerbande

Anja von der Kellerbande sammelt unter ihrem Beitrag

https://kellerbande.wordpress.com/2018/01/19/ich-sammle-eure-bestofelternblogs2017/

Eure meistgelesenen Beiträge des Jahres 2017.

Das wird sicher eine interessante Sammlung. Macht mit :-)!

Advertisements

Mutter in schlechten „Umständen“ – Überwindung von Scham und Schuld

Claire von https://mamastreikt.wordpress.com/ hat darüber geschrieben, wie es sich anfühlt, alleinerziehend mit zwei Kindern zu sein, alles allein zu stemmen, jedes auftretende Problem allein lösen zu müssen und darüber, dass es für Mütter, die am Limit sind, keine Hilfe gibt. Danke, Claire, dass ich Deinen bewegenden Text rebloggen darf.

Mama streikt

Die Umstände in denen ich meine Kinder groß ziehe sind, konkret ausgedrückt, schlecht. Man könnte sie auch mit dem Beitragsbild beschreiben und sagen, da ist Licht und (viel) Schatten.

Ich komme aus einer Familie, in der sowohl Mutter, als auch Großmutter alleinerziehend waren. Ich bin sozusagen die 3. Generation, die ihre Kinder alleine großzieht. In unserer Familie ist das mit dem gegenseitigen unterstützen schwierig bzw. nur bedingt möglich. Zum einen ist meine Oma schon seit einigen Jahren gesundheitlich stark beeinträchtigt und zum anderen ist meine Mutter berufstätig und hat ihr zweites Kind auch alleine großgezogen, da ihr zweiter Ehemann verstorben ist, als meine (Halb)Schwester 5 Jahre alt war. Unser familiäres Netz ist löchrig.

Meine Mutter ist mit mir als Kind viel umgezogen, daher, habe ich in meiner Geburtsstadt (in die ich vor 10 Jahren wieder gezogen bin), nur 2 Jahres meines Lebens verbracht. Als mein Großer ein gutes Jahr alt…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.410 weitere Wörter

Welt-Online-Artikel vom 17.1.2018: Wie Eltern ihre knappe Zeit besser nutzen können – Ein Auszug aus dem Buch „Minimalismus für Eltern“

Ich hege auch schon länger den Verdacht, dass Minimalismus die Antwort auf die Überlastung von Eltern sein könnte und habe für meinen Teil deshalb Abos abbestellt, Mitgliedschaften gekündigt, mich bei Newslettern abgemeldet, in unserer Wohnung aussortiert.

Gerade habe ich über Welt-Online ein Buch entdeckt, das sich damit befasst, wie Eltern durch Minimalismus ihre Zeit besser nutzen können.

Hier der Link zum Welt-Online-Artikel:

https://www.welt.de/icon/partnerschaft/article172304766/Minimalismus-fuer-Eltern-Buchauszug-aus-dem-Erziehungsratgeber.html

Ein einziges Flickwerk

Mein Leben als berufstätige Mutter ist ein einziges Flickwerk. Bin ich gerade glücklich, weil ich ein Loch gestopft habe, tun sich zwei neue größere Löcher auf.

Hier ein Beispiel: Die letzten drei Wochen habe ich sehr viele Dinge angepackt, erledigt, geregelt. Ich nenne es: Mein Leben reparieren. Es ist nicht so, dass wirklich etwas Gravierendes im Argen liegt, aber es sind in den letzten Jahren eben viel zu viele Dinge zu kurz gekommen. Wieder auf eine sortiertere, geregeltere Schiene zu kommen, entspricht meinem Naturell. Ich mag es, wenn es aufgeräumt ist, nicht nur in der Wohnung, auch im Leben.

Was habe ich aber getan, damit ich all‘ diese Dinge erledigen und regeln kann? Ich habe mein Kind die letzten Wochen länger als empfohlen vor den Fernseher gesetzt.

Nun habe ich ein Kind, das am Liebsten Tag und Nacht fernsehen möchte und ich kann es ihm nicht verübeln. Ich habe es selbst zu lange vor der Kiste geparkt.

Also habe ich jetzt die nächste Baustelle: Fernsehentwöhnung, so gut es geht.

Was ich damit sagen will: Aus meiner Sicht funktioniert Job und kleines Kind einfach nicht. Immer, wenn ich irgendetwas ins Lot bringen will, knallt es an der anderen Ecke.

 

Verzweifelte Momente

Es gibt sie immer mal wieder, diese Momente am Morgen.

Momente, in denen ich einfach nicht weiter weiß.

Mein Kind trödelt. Wir müssten schon längst im Auto sitzen, damit ich pünktlich zur Arbeit komme.

Mir klingen schon die Worte der Kollegin in den Ohren, wenn ich zu spät im Büro auftauche: „Ach, ich habe mich schon gefragt, ob Du heute gar nicht kommst.“

Es könnte mir total egal sein, was sie sich gefragt hat. Aber ich bin eben ein sensibler Mensch und ich bekomme mit, dass es einige Personen gibt, die eigentlich neidisch auf meine Arbeitszeiten sind. In den meisten Unternehmen ist das Arbeiten heutzutage kein Zuckerschlecken. Zu wenig Personal. Zu viel Arbeit. Da denkt man schnell mal: „Ach die mit ihren 15 Stunden. Hat die es gut.“ und verfolgt mich argwöhnisch. Jeder kleine Fehler meinerseits wird mit Freude bemerkt und sich darin vor Freude gesuhlt. Oft suhlt man sich auch mal voreilig in einem vermeintlichen Fehler meinerseits, der gar keiner war. Aber auch das hält einen nicht davon ab, beim nächsten Mal wieder einen zu unterstellen.

Es sind nicht alle Kollegen so. Mit Vielen komme ich sehr gut klar. Aber mir fällt auf, dass ich als Teilzeitkraft viel mehr diesem Mechanismus ausgesetzt bin, dass man seinen Frust an mir auslassen möchte, weil ich die heiligen Bürohallen eben früher als andere verlassen darf.

Ich spüre diesen Druck und er treibt mich leider zu noch mehr Leistung an. Bloß keine Fehler machen. Und so bekommen sie für wenig Geld ganz viel Leistung. Was will man mehr. Manche Mütter, solche wie ich, sind eben die Deppen der Nation.

Aber nicht mehr mit mir.

Ich habe mich heute gewehrt und werde es wieder tun.

Nur weil ich ein Kind bekommen habe, kann man mich nicht nach Strich und Faden ausnutzen.

Kindermund XI

Mein Kind ist krank.

„Mama, darf ich auch mal einen Ruhetag frei von der Kita haben, wenn ich keine Schmerzen habe?“

Das erinnert mich daran, dass man sagt, dass für kleine Kinder ein Kitatag ebenso stressig ist wie ein Tag eines Managers.

Ja, auch Kinder brauchen anscheinend mal Ruhe. Das interessiert nur niemanden wirklich.

Leichte, aber bedenkliche Schizophrenie

Mein Kind hat sein Müsli umgekippt

Tag, an dem ich arbeite: Prompte Reaktion: „Mensch, Du bist wirklich mal wieder ein richtiges Schweinchen.“ (Pädagogisch überhaupt nicht wertvoll. Ich weiß.) Später, nach einer Besinnungspause: „Ich weiß, das war ein Versehen.“

Tag, an dem ich nicht arbeite: Prompte Reaktion: „Ist nicht schlimm, Maus. Das kann jedem mal passieren.“

Mein Kind trödelt morgens

Tag, an dem ich arbeite: „Wir müssen los. Jetzt beeil Dich mal. Die Mami muss Geld verdienen.“

Tag, an dem ich nicht arbeite: „OK, dann leg‘ Dein Krokodil noch schlafen und dann machen wir uns langsam auf den Weg.“

Mein Kind macht den Eindruck, dass es krank sein könnte

Tag, an dem ich arbeite: Ich gucke, ob es kein Fieber hat.

Tag, an dem ich nicht arbeite: Ich entscheide mich schnell dafür, dass es nun erst mal eine Pause bekommt.

Ich weiß, dass ich an den Tagen, an denen ich nicht arbeite, die bessere Mutter bin. Ich arbeite daran, dass mein Kind den Unterschied nicht mehr so stark merkt.

An Tagen, an denen ich arbeite, wird so viel meiner Kraft an anderer Stelle abgezogen, nämlich im Job, dass leider nicht ausreichend für mein Kind übrig bleibt. Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass es Kollegen und auch Vorgesetzte gibt, die keinerlei Verständnis für das Leben einer Mutter haben. Sie sehen nur die Teilzeitkraft und denken, die hat am letzten Freitag vermutlich im Spa gelegen. Dass der freie Freitag nicht frei war, sondern man mit seinem Kind stundenlang beim Kinderarzt gewartet hat, will keiner wissen.

Vermutlich bin ich nicht die einzige Mutter, der es so geht.

Warum wird die Berufstätigkeit der Mutter eines kleinen Kindes dann gesellschaftlich so gefördert bzw. erzwungen?