Buchempfehlung: „Muttertier“ von Birgit Kelle

Ich lese gerade in einem Rutsch das Buch „Muttertier“ von Birgit Kelle durch.

Was ich lese, gefällt mir sehr.

Die Autorin entlarvt wortgewandt und auf den Punkt gebracht all‘ die gesellschaftlichen Mechanismen, die uns Mütter so schnell wie möglich wieder an den Arbeitsplatz bringen sollen.

Es geht nicht um das Wohlergehen der Kinder oder der Mütter. Es geht rein darum, Mütter als Arbeitnehmer so schnell wie möglich wieder dem Arbeitsprozess zuzuführen.

Und es geht darum, die vielfältigen Tätigkeiten von Müttern im Rahmen der Fürsorge für ihre Familien weiterhin nicht wertzuschätzen und nicht zu bezahlen.

Dieses Buch bestätigt meine in den letzten Jahren gebildete Meinung, dass das, was mir als Frau heute als Freiheit verkauft wird, keine ist.

Birgit Kelle zeigt deutlich auf, auf welche Arten und Weisen „Nur-Hausfrauen“ diskreditiert, diskriminiert und mundtot gemacht werden, mit dem Ziel, dass sie gar nicht mehr vorkommen. Außerdem kritisiert die Autorin – aus meiner Sicht zu Recht – den damit einhergehenden massiven Eingriff des Staates in das Private.

Unbedingt lesen! Es lohnt sich.

In keinem anderen Text habe ich persönlich mein Unbehagen der letzten Jahre besser beschrieben gefunden. Es ist eine sehr präzise Darstellung der Misere der heutigen Mutter.

Hier ein Zitat aus dem Buch: „Würde ich mit meiner Nachbarin tauschen und ihre vier Kinder großziehen und sie meine, indem wir uns gegenseitig als Tagesmütter beschäftigen, wären wir beide anerkannte Mitglieder der Gesellschaft.“

Birgit Kelle bringt es einfach auf den Punkt und zwar auf jeder Seite ihres Buches.

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Birgit Kelle: „Hört auf, uns Mütter „befreien“ zu wollen!“ – Buch: Muttertier

Man muss nicht in allem mit Birgit Kelle übereinstimmen, um sagen zu können, dass sie wirklich wichtige Dinge beim Namen nennt. Ihre Texte polarisieren sehr, aber ich möchte deshalb trotzdem nicht die wichtigen Botschaften von ihr missen.

Danke, Birgit Kelle, dass Sie immer wieder das Wort für die Frauen ergreifen, die regelrecht „mundtot“ gemacht werden, weil sie „nur Mütter“ oder „nur Teilzeit arbeitende Mütter“ sind. Weil diese Frauen alle so still geworden sind (obwohl sie genauso wie jeder andere ein Recht auf ihr persönliches Lebensmodell haben), wissen sie gar nicht, wie viele sie eigentlich sind, dass sie nur gemeinsam den Mund aufmachen müssten und eine Menge ändern könnten.

„Ihr wollt uns also befreien? Sehr gerne. Der beste Weg dazu wäre, mal die Luft anzuhalten und zuzuhören. Wir sind alles große Mädchen, und was gut für uns ist, mit Verlaub, das entscheiden wir ganz alleine.“

Dies war ein Zitat aus dem Auszug aus Birgit Kelles neuem Buch „Muttertier“ auf Welt Online. Sie hat aber noch viel mehr zu sagen. Hier der ganze Artikel:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article166632672/Hoert-auf-uns-Muetter-befreien-zu-wollen.html

Auch wenn ich mich selbst nicht als klassisches Muttertier bezeichnen würde, werde ich mir dieses Buch zulegen, denn ich finde, dass Birgit Kelle als eine der ganz Wenigen den Mut hat, sich dazu zu äußern, dass Mütter in einer unerträglichen Weise bevormundet werden.

Ich möchte als Mutter Zuhause bleiben, Teilzeit oder Vollzeit arbeiten können ohne dass ich diskriminiert werde. Ich möchte, dass diese Entscheidung als die Entscheidung einer Frau und ihrer Familie gesehen wird und keine gesellschaftliche Entscheidung ist, die auf meine/unsere Meinung keine Rücksicht nimmt.

Ich möchte mit der Geburt meines Kindes nicht um meine Freiheit gebracht werden, die Freiheit, selbst zu entscheiden, was mir und den Menschen um mich herum gut tut.

 

 

 

 

Buch: „Fünf Wochen Rabenmutter“ von Tanja Bräutigam – Untertitel: Wie ich nach dem Burnout wieder Kraft für mich und meine Familie fand

Tanja Bräutigam hat zwei kleine Kinder und einen Mann, der beruflich viel unterwegs ist. Nach Jahren des Schlafmangels und der Überforderung bricht sie zusammen.

Sie entscheidet sich für den fünfwöchigen Aufenthalt in einer Rehaklinik und zwar ohne ihre Kinder. Ein Schritt, den ich persönlich sehr gut nachvollziehen kann.

Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte, weil es so unprätentiös und ehrlich ist. Es gewährt Einblicke in die Alltagskonstellationen, die zur totalen Erschöpfung einer Mutter führen können und es berichtet sehr genau von der Kur und den von der Autorin dort durchlebten Hochs und Tiefs. Als Leserin hat man das Gefühl, ebenfalls ein klein wenig in den Genuss einer solchen Kur zu kommen.

Ich  muss nun weiterlesen, denn ich möchte wissen, wie die Autorin wieder Kraft für sich, ihre Familie und ihren Alltag gefunden hat.

Dieses Buch werde ich sicher behalten und immer mal wieder zur Hand nehmen. Die Autorin ist sehr nahbar und reell, sie hat den tiefen Wunsch, sich aus dem Burnout zu befreien und scheut sich auf diesem schweren Weg auch nicht, ihre Tiefpunkte mit der Leserin/dem Leser zu teilen sowie die Widrigkeiten und Rückschläge in ihrem Veränderungsprozess zu benennen. Das macht den ganz besonderen Charme dieses Buches aus. Es gibt Betroffenen das Gefühl, nicht allein zu sein.

Hier ein Zitat aus dem Buch:

„Ich brauche Zeit ohne die Kinder und ohne meinen Mann. Das ist die einzige Lösung. Und ob das zuhause ohne mich klappt, ist mir egal. Völlig egal. Es geht um mich. Raus hier! Ich bin mir wichtig.

Ein Satz, den ich lernen muss wie ein Analphabet das Schreiben: Ich bin mir wichtig!“

Und eines aus dem Klappentext:

„Ich wollte wieder auf die Beine kommen, für mich und für meine Kinder. Und dafür brauchte ich eine Auszeit – ohne Kinder.“

 

 

Zitate, die ich nie vergessen möchte – I

„It’s your evolutionary right to tap in to your intuition to enjoy every stage of parenthood. You were made to be a parent!“

Mayim Hoya Bialik (PhD in neuroscience and „Amy Farrah Fowler“ in „The Big Bang Theory“) in „Beyond the Sling“ about Attachment Parenting.

Auf dieses Buch bin ich durch toe vom Blog „Winkelbauer“

( https://winklbauer.wordpress.com/ ) aufmerksam geworden.

Hier sein Beitrag, der sich unter anderem mit dem Buch befasst:

https://winklbauer.wordpress.com/2016/09/04/achtsamer-elternratgeber/

Vielen Dank für diesen wertvollen Buchtipp, toe!

Rezension auf www.buchnotizen.de – Buch „Resilienz“ von Christina Berndt

Rezension eines Buches über Resilienz von Christina Berndt von http://www.buchnotizen.de

Zu finden unter:

https://buchnotizen.wordpress.com/2014/09/25/gelesen-resilienz-das-geheimnis-der-psychischen-widerstandskraft/

Das Buch lese ich gerade in einem Rutsch durch und möchte es deshalb Euch, meinen Leserinnen und Lesern, ebenfalls ans Herz legen.

Ich kann Euch die Seite

http://www.buchnotizen.de

generell sehr empfehlen. Dort gibt es am laufenden Band Rezensionen zu den verschiedensten, interessanten Büchern. Auch oft zu Büchern, die Mütter/Väter interessieren könnten.

 

 

 

Buch: „Die Mutterglück-Lüge“ von Sarah Fischer

Zitat aus „Die Mutterglück-Lüge“ von Sarah Fischer:

„Schönreden kannte ich schon. Es schien ein Allheilmittel zu sein und ging so weit, dass jede Kritik oder schlechte Laune, die eine Mutter zum Ausdruck bringt, sofort verniedlicht und als Späßchen deklariert wird. Niemand darf die Verzweiflung und den Ernst, das Elend spüren, das dahinter steckt.“

Dies sind starke und mutige Sätze aus dem Buch von Sarah Fischer. Sie verwendet das Wort „Elend“. Das muss man sich erst einmal trauen.

Mir hat ihr Buch sehr gefallen und wenn man als Mutter genug Zeit hätte, könnte man es in einem Rutsch durchlesen. Ich habe es mir in Etappen vorgenommen.

Das Buch ist mir sehr sympathisch. Nicht zuletzt wegen eines Umstands, der mir ein Gefühl der Erleichterung verschafft: Sarah Fischer, die 180 Länder bereist, über Monate in der Mongolei gelebt und auch schon so seltene Delikatessen wie Schafaugen probiert hat, bekennt sich hier dazu, an der Rolle als Mutter verzweifeln zu können. Das ist Balsam für meine Seele, denn dieser Frau wird man wohl eines nicht vorwerfen können: Mangelnde Belastbarkeit.

Und wenn sogar diese Frau, die nicht viel auf Konventionen gibt, immer ihren eigenen Kopf und ihre eigene Meinung hatte, ausführt, wie ihr Leben nach der Geburt ihres Kindes immer fremdbestimmter, sie zunehmend von außen in die Zange genommen und darüber immer verzweifelter wurde, dann habe wohl auch ich als „normale Mutter“ das Recht mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Mutterseins zu hadern.

Sie schreibt über ihren Kampf darum, mit einem Kleinkind ihren Beruf ausüben zu können, über das Realisieren der Abhängigkeit von anderen, über das leidige Thema Geld, wenn man als Mutter auf einmal nicht mehr finanziell unabhängig ist, Kita-Castings und vieles mehr.

Sie deckt mit ihrem Buch die vielen Aspekte des neuen Mutter-„Unglücks“ auf, die endlich einmal gesellschaftlich diskutiert werden sollten.

Und auch diese energiegeladene, unabhängige  Frau, die sich bis zur Mutterschaft so gut wie niemals von anderen etwas hat vorschreiben lassen, gerät an ihre Grenzen.

Viel Spaß und viel Erkenntnis beim Lesen!

Jede(r), die (der) solche Bücher kauft, unterstützt aus meiner Sicht, dass endlich einmal genauer hingeschaut wird, was man der „modernen“ Familie heute zumutet.

#regrettingmotherhood