Geht Kita bedűrfnisorientiert?

Auf https://lottesmotterleben.wordpress.com/ habe ich einen interessanten Beitrag zum Thema Kita gefunden, von einer Bloggerin, die selbst in einer Kita im Elementarbereich arbeitet. Vielen Dank für die Erlaubnis, zu rebloggen.

Lottes Motterleben

Wenn man sich als Eltern auf die Suche nach einem Kitaplatz begibt, kann es vorkommen, dass man viele mehr oder weniger hilfreiche Tipps zur Wahl der richtigen Kita bekommt.

Man hört zum Teil Geschichten, bei denen man aus dem Kopfschűtteln nicht mehr herauskommt.

Artikel in großen Zeitschriften, in denen von fürchterlichen Zuständen in Kitas gesprochen wird, Fälle von Misshandlungen und schwarze Pädagogik noch und nöcher.

Es ist wichtig, darüber zu sprechen, was in pädagogischen Einrichtungen geschieht. Es ist wichtig, die Missstände zu benennen.

Nur wenn man darüber spricht, kann sich etwas ändern. Darum geht es hier aber nicht primär.

Die Pädagogik ist in einem steten Wandel und das ist gut und richtig so. Dinge, die vor dreißig Jahren noch normal (oft nicht gut) waren, sind heute zu Recht verpönt und im ärgsten Fall verboten.

Denn so langsam kommt bei immer mehr Menschen an, dass Kinder Menschen sind. Nasowasaberauch. Verzeiht aber…

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Kindermund XI

Mein Kind ist krank.

„Mama, darf ich auch mal einen Ruhetag frei von der Kita haben, wenn ich keine Schmerzen habe?“

Das erinnert mich daran, dass man sagt, dass für kleine Kinder ein Kitatag ebenso stressig ist wie ein Tag eines Managers.

Ja, auch Kinder brauchen anscheinend mal Ruhe. Das interessiert nur niemanden wirklich.

„Wie der Kita-Job die Erzieher in den Burnout treibt“ – Welt-Online-Artikel vom 8.9.2017

Hier der Link:

https://www.welt.de/vermischtes/article168439112/Wie-der-Kita-Job-die-Erzieher-in-den-Burn-out-treibt.html

Ich selbst bin nach meinen eigenen Erfahrungen auch der Meinung, dass sich einige Eltern bei ihren Ansprüchen an eine Kita zurückhalten sollten, wenn sie z.B. noch fordern, dass es regelmäßige Theaterbesuche etc. geben soll. Das geht meines Erachtens vollkommen an der Realität vorbei und Eltern könnten so etwas ja auch einmal selbst mit ihrem Kind machen.

Im Artikel findet sich ein Zitat mit folgendem Wortlaut: „Es gibt immer mehr auffällige Kinder“. Hier würde ich mir wünschen, dass man auch einbezieht, dass immer mehr auffällige Kinder auch ein Resultat eines von vornherein schlechten Betreuungsschlüssels sein könnten. Hier sollte man genau gucken, was die „Henne“ und was das „Ei“ ist.

 

 

Zutiefst beeindruckt oder „Ich liebe unsere Kita“

In unserer neuen Kita, in der unser Kind nun schon lange sehr glücklich ist, werden für die Kinder Erinnerungsmappen angelegt.

Ich hatte mir die Mappe nur einmal zu Anfang angesehen und jetzt, nach langer Zeit, habe ich sie mal wieder in der Hand gehabt.

Was ich dort sah, hat mich überwältigt. Die Erzieher haben neben ihrem wirklich anstrengenden Berufsalltag liebevolle Texte für mein Kind geschrieben und Fotos aufgeklebt, von den verschiedensten Aktivitäten und Momenten mit den Kindern.

Das ist wirklich mehr als man irgendwie erwarten kann.

Es gibt also auch wirklich tolle Kitas, so wie unsere neue Kita.

Das möchte ich einmal voller Dankbarkeit schreiben.

Und auch wenn es die liebevoll gestaltete Erinnerungsmappe nicht gäbe, wäre unsere Kita Spitze.

Ich kann beruhigt zur Arbeit gehen, weil ich mein Kind in sehr guten Händen weiß. Sein Selbstbewusstsein wird dort gestärkt und man konzentriert sich nicht auf seine Schwächen, sondern auf seine Stärken.

Von Herzen Dank an die Erzieher, die jeden Tag Außergewöhnliches leisten und unsere Kinder liebevoll und geduldig durch den Tag begleiten. Bei den Rahmenbedingungen, die Viele von ihnen haben, ist das nicht selbstverständlich.

Deshalb versuche auch ich, ihnen den Alltag nicht unnötig schwer zu machen und mich an die Regeln der Kita zu halten, keine Forderungen zu stellen und immer zu sehen, wie viel dort geboten wird: Mehr als man sich wünschen kann.

 

 

Warum ich unseren Kitawechsel bis heute nicht bereut habe

Unser Kind geht nun gern zur Kita (bis auf wenige Tage im Jahr, was wohl ganz normal ist).

Es erhält viel mehr Zuwendung (der Grund für unseren Wechsel / in der alten Kita sollte es nur funktionieren und den Mund halten) und diverse Anregungen und Angebote (was ich nicht zu träumen gewagt hätte und was auch gar nicht mein vorrangiges Ziel beim Wechsel war).

Die Kita geht auf die Wünsche der Eltern ein und macht ihnen keine unnötigen Vorschriften.

Wenn mein Kind in der neuen Kita gehauen wird (was ja immer mal vorkommen kann), dann sucht man dort das Gespräch mit den Kindern anstatt meinem Kind zuzusehen, wie es über Wochen und Monate gehauen wird und ihm immer nur wieder zu sagen, es müsse endlich mal lernen, sich zu wehren.

Das Personal ist deutlich besser ausgebildet und erfolgreich bemüht, auch bei Personalengpässen das Wohl des einzelnen Kindes nie aus dem Auge zu verlieren.

In der alten Kita wollte man die Personalengpässe und Versäumnisse der Erzieher durch Therapievorschläge für mein Kind vertuschen. Alle U’s und die Gespräche in der neuen Kita sind erfreulich verlaufen. Mein Kind ist aufgeschlossen und wissbegierig.

Es hat wieder den Kopf frei, um lernen zu können, weil es auf der Beziehungsebene versorgt ist.

Ich finde es untragbar, dass die Kita-Qualität so extrem variiert. Das ist unfair, für die Kinder und für ihre Eltern und für die engagierten Erzieher.

Es geht hier um Weichenstellungen und Lebenswege.

Man hat die Wahl und hat sie doch nicht!

Heute morgen im Auto habe ich darüber nachgegrübelt, wie das denn mit der freien Kita-Wahl wirklich ist.

Man hat die Wahl und hat sie doch nicht!

Wir hätten um uns herum ein paar Kita-Plätze bekommen können. Am Liebsten hätte ich die Kita ein paar hundert Meter von uns entfernt genommen. Mein absoluter Traumkandidat, ist man als Mutter doch morgens schon genug gestresst. Die schnelle und gute Erreichbarkeit kann einem also das Leben erheblich leichter machen.

Die Leiterin meiner Erreichbarkeits-Traumkita hat jedoch in ihrer zehnminütigen Führung von den „kleinen anstrengenden Kröten“ gesprochen und das ohne Augenzwinkern und man hatte den Eindruck einer Verwahranstalt, in der sich kein Kind traute, sich auch nur zu mucksen.

Die Einrichtungen, die mir wirklich gut gefielen, hatten auf Monate und Jahre hinaus keine Plätze mehr frei.

Mittlerweile geht mein Kind in eine Kita in der Nähe meiner Arbeitsstelle. Das ist aber nur möglich, weil wir ein Auto haben. Diese Kita ist ein Glücksgriff.

Andere Eltern ohne Auto sind darauf angewiesen, dass in ihrer Nähe qualitativ akzeptable Kitas zu finden sind.

Deshalb ist es aus meiner Sicht sehr wichtig, einheitliche Qualitätsstandards für Kitas zu definieren und auch umzusetzen.