Kleine Erkenntnisse aus dem Mutterdasein – Neues Romantikverständnis

Seit ich Mutter bin, kann man mich mit ganz anderen Dingen erfreuen als früher.

Zum Beispiel, wenn man mir früh morgens, bevor ich mit Kind zur Kita und dann zur Arbeit fahren muss, das Auto vollkommen von Eis befreit.

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Die Liebe eines Kindes

Die tiefe Zuneigung und Liebe eines Kindes muss man sich verdienen, durch Verlässlichkeit, Wahrhaftigkeit, ein respekt- und liebevolles Verhalten ihm gegenüber und dadurch, dass man zu seinen Fehlern stehen und um Entschuldigung bitten kann.

 

Sich zu überlasten ist ansteckend

Je länger ich Mutter bin und je länger ich meinen Weg suche, einen Weg, auf dem ich das Mutter- und Menschsein ein wenig genießen kann und nicht nur umherhetze, desto mehr fällt mir auf, was mir nicht gut tut: Es sind die Mütter, die noch nicht erkannt haben, dass sie sich total verausgaben. Mütter, die es für normal halten, dass sie nach ihren Arbeitstagen kurz zuhause die Klamotten wechseln und dann noch zu jedem möglichen Event hetzen bzw. mit ihren Kindern jeden Tag einen anderen Kurs besuchen und nebenbei natürlich auch noch die besten Mütter der Welt sind.

Versteht mich nicht falsch: Die Frauen von dieser Art, die ich kenne, sind meist interessant, klug und gebildet und ich bin prinzipiell auch gern in ihrer Nähe, aber sie haben alle Maßstäbe verloren und sie merken auch nicht, dass sie ihr Umfeld damit komplett überfordern. Sie sind auch sehr gut darin, anderen Arbeitsaufträge zu erteilen, weil sie selbst ihr eigenes Pensum nicht mehr schaffen.

Von ihnen muss ich mich um meiner eigenen Gesundheit willen ein ganzes Stück distanzieren, damit sie mich nicht mit Haut und Haaren in ihr eigenes überambitioniertes und überplantes Leben hineinziehen. Damit fahre ich gut. Und da ich diese Frauen aber trotzdem mag, warte ich auf den Tag, an dem sie selbst erkennen, dass dieser Weg auch für sie nicht so weitergeht, weil sie auch nur ein! Mensch sind. Dann werden wir sicher die nettesten und entspanntesten Gespräche führen.

Warum ich gerade wieder selber putze

Nun hatte ich ein Jahr lang eine Reinigungshilfe, die sehr gut geputzt hat. Alle zwei Wochen kam sie für 2 1/2 Stunden und hat sich das Bad und einige Böden in der Wohnung vorgenommen. Es war immer sehr schön sauber, wenn sie ging und mit der Zeit sah unsere Wohnung immer besser aus, denn die Zeit, die ich für Bad und Böden sparte, investierte ich an anderen Stellen. Es fühlte sich sehr gut an. Das Einzige, was mich störte, war das Aufräumen und Vorbereiten vor ihrem Besuch und auch die Tatsache, dass ich mich an dem Nachmittag, wenn ich mal total K.O. war, eben nicht in unserer Wohnung aufhalten konnte bzw. wollte. Außerdem wollte ich keinen weiteren Kontakt und nur eine freundliche, faire Dienstleistungsbeziehung. Es störte mich ein wenig, dass unsere Reinigungshilfe gern mehr in die Familie eingebunden werden wollte und, um das elegant abzuwenden, bin ich möglichst immer erst nach Hause gekommen, wenn sie schon weg war. In den letzten Monaten blieb sie dann aber immer länger, damit sie mich noch sah. Dann wollte sie sich unterhalten und ich aber abends nur noch meine Ruhe haben. Mittlerweile weiß ich, weshalb sie mich vermutlich auch sprechen wollte. Sie war in einen „Verein“ geraten, der Lifestyle-Produkte verkauft und wollte mir genau diese überteuerten Produkte verkaufen. Sie suchte also Anknüpfungspunkte für ein Verkaufsgespräch. Irgendwann war es so weit und sie ließ nicht locker. Ich sagte ihr, dass ich an solche Dinge nicht so glaube und nicht die richtige Kundin wäre. Da sagte sie in einem sehr bösen Ton „Selber Schuld“ und es war vorbei mit meinem Vertrauen. Außerdem erfuhr ich an dem Tag, dass sie gar nicht krankenversichert war. Eine Bedingung, die mir sehr wichtig war. Nun bin ich erst einmal bedient und putze lieber wieder selber.  Aber ich habe auch etwas gelernt: Das nächste Mal nehme ich eine teurere Agentur und lasse mir noch einmal schriftlich bestätigen, dass die Person wirklich versichert ist. Auch wenn ich immer Trinkgeld gegeben habe und den Eindruck hatte, dass sie mit ihrem Job bei uns sehr zufrieden war (da auch in den 2 1/2 Stunden nicht erwartet wurde, dass die ganze Wohnung blitzte und blinkte), war das vielleicht für unsere Reinigungshilfe aus Osteuropa immer noch zu wenig, um sich selbst zu versichern. Man muss sich genau ansehen, wieviel wirklich für die Menschen übrig bleibt, wenn man sie über eine Agentur bucht.

Mittlerweile sieht unsere Wohnung nicht mehr ganz so gut geputzt aus, aber damit kann ich momentan leben. Ich mache immer mal hier etwas und mal dort. Aber, über kurz oder lang werde ich mich wohl doch mal wieder an eine Reinigungshilfe trauen, dann über eine teurere Agentur. Das Geld und der Mensch sind es wert.

Ich kann nicht so weitermachen wie bisher ;-)

„Mama, der Schokokuchen gestern war sooo lecker. Und wir haben ja noch.“

Ich: „Jaaa?“

„Ja, Du hast doch gestern den halben Kuchen ins Tiefkühlfach getan.“

„Ach so. Ja, stimmt.“ (Ich muss wohl ganz schnell einen Kuchen nachkaufen und zumindest eine Hälfte wieder einfrieren … Gestern nach dem Aufräumen (es sind nur drei kleine Kinder durch unsere Wohnung getobt und hatten viel Spaß) brauchte ich noch ein wenig zu Naschen.)

Kleine Erkenntnisse aus dem Mutterdasein – XI

Es wird alles leichter, wenn man systematisch vereinfacht, sich auf das Wesentliche reduziert und zwar in den verschiedensten Lebensbereichen.

Je länger ich nach einem Ausweg aus der Erschöpfung durch die Mehrfachbelastung suche, desto häufiger stoße ich auf „Minimalismus“ und „Downsizing“.

Ich mache das schon an vielen Stellen, aber ich glaube, das lässt sich noch deutlich ausbauen.

Das fängt damit an, dass man die Wohnung mal ordentlich auf den Kopf stellt und aussortiert, verkauft, spendet, verschenkt,  alle unnötigen Abos und Mitgliedschaften beendet (spart eine Menge Papierkram und auch Geld), in den sozialen Netzwerken und auch sonst nicht permanent erreichbar ist (spart eine Menge Nerven)  … und auch sieht, dass zu viel Besitz auch Ballast sein kann (er muss unterhalten, instandgehalten und gepflegt werden) …