Ein klein wenig „Land unter“

Jetzt weiß ich, warum Läuse so ein Schreckgespenst unter Müttern sind.

Die aufgeklärte Mutter weiß zwar, dass es kein Sauberkeitsproblem ist. Sie kann damit offen umgehen.

Sie weiß auch, dass Läuse nur lästig, aber nicht gefährlich sind.

Das Problem aber ist, dass Läuse den sonst schon stark durchgetakteten Alltag vollkommen auf den Kopf stellen. Man muss Haare behandeln, Haare waschen, Haare kämmen, das Ergebnis sichten, Unmengen von Wäsche waschen (muss nicht unbedingt, aber hat das starke Bedürfnis danach), das verständlicherweise unwillige Kind bestechen 😉 …

Unsere Wohnung sieht chaotisch aus und ich werde noch drei Stunden aufräumen müssen, weil ich es nicht leiden kann, morgens im Chaos aufzuwachen.

Aber eines weiß ich nun auch: Das nächste Mal, das hoffentlich niemals kommt (!), wird leichter. Denn nun ist man ja „Läuseexperte“.

 

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Warum kann ein Kind sofort nach der Läusebehandlung wieder in die Kita?

Weil es nicht mehr infektiös ist.

Es muss nur drei Minuten nach Betreten der Kita auf ein anderes Kind treffen, das noch unentdeckte Läuse hat, dann hat es eventuell gleich auch wieder welche.

Was würde ich als Mutter intuitiv machen? Mein Kind am Liebsten nach der eigenen Behandlung zwei Wochen zuhause lassen bis das mögliche Ausmaß in der Kita klar ist und Maßnahmen von anderen Eltern ergriffen werden konnten.

Warum kann ich das nicht?

Weil mein Chef glaubt, dass das nicht so lange nötig ist, wie das ja auch überall propagiert wird.

Warum wird es überall propagiert?

Weil Mütter nicht bei der Arbeit fehlen sollen.

Weil sie auch hier mal wieder gesellschaftlich maximal ausgenutzt werden.

Sie können wochenlang nachts waschen und die Betten neu beziehen und morgens ihren Dienst tun.

Kleiner Exkurs: Und wer denkt an die Erzieher? Die sind mitten drin im Geschehen und wären sicher genauso dankbar, wenn Eltern Zeit eingeräumt würde, so dass sie ihr Kind vor einer Neuinfektion schützen könnten und somit auch die Erzieher.

 

 

Plaudern aus dem Nähkästchen

Wie habe ich gemerkt, dass ich Läuse habe?

Ich habe mehrere Tage gedacht, meine Kopfhaut ist von der begonnenen Heizperiode ganz trocken und juckt.

Es fing übrigens am Nacken an und wanderte dann über den Scheitel.

Einen Tag dachte ich dann, ich muss dringend zum Hautarzt, ich habe vermutlich ein Ekzem am Kopf. Es juckte hier und dort. Als Mutter fragte ich mich dann, wann ich überhaupt mal zum Arzt komme. Dann hat es den Rest des Tages so gejuckt, dass ich irgendwann den vorsorglich im Haushalt vorhandenen Nissenkamm rausgeholt habe.

Im Herbst und Winter sollte man als Mutter immer daran denken, dass man Läuse bekommen kann. Beim nächsten Mal bekomme ich es wahrscheinlich früher mit.

P.S.: Die Kommentare zu diesem Beitrag sind auch sehr interessant.

Wenn man eine arbeitende Mutter zum Durchdrehen bringen will, nehme man: Läuse!

Ein Appell an alle Eltern: Seid so fair und meldet den Läusebefall Eurerseits oder Eures Kindes in der Kita und den Menschen, mit denen Ihr in den letzten zwei Wochen zu tun und vermutlich Kopf- bzw. Haarkontakt hattet! Es ist zutiefst unfair, das nicht zu tun. Ihr erspart anderen Menschen eine Menge Kummer. Und am Ende Euch selbst, denn wenn Ihr schweigt, kommen die Läuse vielleicht irgendwann wieder bei Eurem Kind und Euch an.

Ich verstehe diese kollektive Unvernunft bei Eltern nicht.

Nach mittlerweile ca. einer Woche Läuseerfahrung verblüfft es mich zutiefst, wie in Deutschland mit dem Thema umgegangen wird. Und es wundert mich nicht, wenn manche Kitas mehrmals im Jahr Läusebefall haben.

Ich habe nach der Entdeckung von Läusen bei mir gleich sehr sorgfältig behandelt. Meinen Mann und mein Kind auf Empfehlung der Apotheke jedoch nicht, solange wir in den Haaren noch nichts sehen.

Sehen! Ich glaube nach einer Woche Erfahrung mit Läusen nicht mehr daran, dass es reicht, wenn man ein wenig guckt.

Wenn einer von uns noch einmal eindeutig Läuse hat, so werden bei uns in Zukunft SOFORT alle Familienmitglieder vorbeugend mitbehandelt, das ist mein Rat an Euch. Sonst gibt es eine  lange Zitterpartie.

Ich wollte rücksichtsvoll sein. Habe mich ausgiebig behandelt, ein paar Tage Urlaub genommen und mein Kind eine Woche nicht in die Kita gegeben, um zu sehen, ob es auch noch Läuse bekommt. Aus der Kita kam die Information, dass, wenn ich meine, dass mein Kind nichts hat, es sofort wieder kommen kann. Das ist auch eine korrekte Information.

Aber wieso reicht es in Deutschland, wenn irgendeine Mutter meint, dass ihr Kind nichts hat?

Ach so, ich weiß es: Weil Ärzte auch nicht schlauer sind.

Ich wollte auf Nummer sicher gehen, habe einen Hautarzt aufgesucht und gebeten, mir zu bestätigen, dass mein Kind und ich bedenkenlos wieder ins Büro und in die Kita gehen können. Man sagte mir, man könne mich heute nicht angucken. Ich solle zum Hausarzt gehen. Warum gehe ich wohl zum Hautarzt? Weil es sein Fachgebiet ist.

Wir gingen also weiter zum Hausarzt. Der guckte kurz, ohne Lupe, und sagte mir, alles sei super, ich könne eigentlich jetzt gleich zur Arbeit und das Kind zur Kita. Es war mitten am Vormittag und ich arbeite halbtags.

Keine Krankschreibung. Ich war schon so fertig mit den Nerven, dass ich meinen Chef bat, noch einen Tag zuhause bleiben zu dürfen. Und, sorgfältig wie ich bin, kämmte ich abends mein Kind, das ja laut Arzt nichts hat und fand … drei dicke Nissen!

Ich nehme dem Arzt nicht übel, dass er es nicht gesehen hat. Ich nehme dem Hautarzt übel, dass er Läusepatienten gar nicht erst ansieht.

Ich nehme es übel, dass man Läuse so behandelt als ob das alles ganz easy wäre und man andere Leute um sich herum in „Gefahr“ bringen muss.

Es kann eine arbeitende Mutter so sehr belasten: permanent kämmen, Tonnen von Wäsche waschen, die Sorge, andere anzustecken.

Also, denkt an andere Mütter. Seid fair. Informiert sie, wenn Ihr oder Eure Kinder engen Kontakt hattet.

P.S.: Ich halte das regelmäßige Einschäumen der Haare mit einer Pflegespülung und das sorgfältige Auskämmen mit dem Nissenkamm ebenfalls für sehr wichtig und zwar nicht nur alle vier Tage. Ich habe es jeden Tag gemacht. Das Abstreichen auf einem weißen Küchentuch zeigt dann auch ganz gut das Ausmaß des Befalls.

Ganz wichtig ist auch, die Widerholungsbehandlung (je nach Packungsangabe) auf jeden Fall zu machen. Sonst ist der Behandlungserfolg gefährdet.

Jetzt muss ich den Adventskalender meines Kindes teilweise neu befüllen, weil ich ihm für die Prozeduren kleine Belohnungen versprochen habe. Läuse sind teuer, in jeder Hinsicht.

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