Für Mütter, die sich langsam aber sicher in den Burnout schuften

Es interessiert niemanden, was Du früher einmal geleistet hast, sondern immer nur das Hier und Jetzt, also wie leistungsfähig Du heute bist.

Es gibt keinen Bonus aus vergangenen Zeiten.

Bedenke das, bevor Du Dich in die totale Erschöpfung arbeitest. Denn dann wird Dir keiner bzw. kaum einer helfen und sich auch kaum jemand daran erinnern, was Dich in die Erschöpfung getrieben hat. Ganz besonders die Personen, die von Deinen unermüdlichen Leistungen profitiert haben, werden es vergessen haben.

Sorge dafür, dass es nie so weit kommt, dass Deine Leistungsfähigkeit als Folge eines Burnout auf Dauer eingeschränkt ist. Das ist die beste Versicherung für ein zufriedenes und unabhängiges Leben.

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Spiegel-Online-Artikel vom 29.8.2017: „Immer mehr Frauen trinken zu viel Alkohol“

Hier der Link:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/alkoholsucht-bei-frauen-ist-fast-so-haeufig-wie-bei-maennern-a-1165047.html

Und ein Zitat:

„Frauen seien heute viel eigenständiger und emanzipierter als früher, erklärt sich Willenborg die Entwicklung. Damit sei auch der Druck gestiegen. Bestes Beispiel ist dem Experten zufolge die Doppelbelastung aus Beruf und Haushalt.“

 

Ich mag zwar keinen Alkohol, weiß aber genau, was mit den Ausführungen in diesem Artikel in Bezug auf den gestiegenen Druck auf Frauen gemeint ist. Irgendwie werden diese Dinge kanalisiert.

Ich würde mir einfach nur wünschen, dass wir Frauen offen über die Belastungen reden, anstatt jede für sich allein klammheimlich mit einem Lächeln auf den Lippen zu verzweifeln. Aber da gibt es anscheinend so etwas wie ein Schweigegelübde.

Wenn wir den Mund nicht aufmachen, wird sich nichts ändern!

Wenn wir uns selbst und uns gegenseitig nicht von dem Druck befreien, perfekte Arbeitnehmerinnen und Mütter sein zu müssen, wird sich nichts ändern!

 

„Der Alltag muss bewältigbar sein“ – I

Dieser Satz tauchte vor einigen Monaten in meinem Kopf auf und schwirrt dort immer noch herum.

Ich arbeite daran, dass er wahr wird, aber ich bin immer noch auf dem Weg und noch lange nicht am Ziel.

Deshalb schreibe ich hier auf, was mich in diesem Zusammenhang gerade bewegt.

Es ist richtig, jeden Tag zu überprüfen, ob die Pläne, die man für heute gemacht hat, zum eigenen Kräftehaushalt passen. Ich disponiere mittlerweile schneller um, wenn ich merke, dass ich mir zu viel aufgeladen habe.

Und ich muss immer noch lernen, dass solche Sätze wie „Ich bringe dann einen Kuchen mit“ oder „Ich nehme Dein Kind gern mal wieder mit zu uns nach Hause“ nicht unkontrolliert aus meinem Mund kommen. Oft bereue ich es nachher, wenn ich nicht beachtet habe, dass die entsprechende Woche schon voll gepackt war.

Deshalb hat es sich für mich auch bewährt, nie – wirklich nie – einen Terminkalender dabei zu haben. Ich verwende den Familienplaner, der bei uns in der Küche hängt und habe dann immer noch Bedenkzeit bevor ich einen Termin mache und kann mir im Notfall auch mal eine Ausrede ausdenken.

Überhaupt ist der Satz, der mich meinem Ziel ein Stück näher bringen wird, folgender:

„Darüber denke ich gern nach und melde mich noch.“

Dieser Satz kommt aber aktuell in meinem Wortschatz gar nicht vor.

Vermutlich hat das auch mit meiner Erziehung zu tun. Ich hatte als Kind immer schnell zu reagieren und zu tun, was man mir sagte.

Ich bin darauf trainiert, wenn jemand etwas von mir will, sofort „Ja“ zu sagen. Weil ein „Nein“ ja unhöflich, kränkend, abweisend ist. So zumindest in meiner Welt.

Diese Welt schadet mir schon seit Langem.

Mein Alltag wird nur für mich bewältigbar, wenn ich ihn so gut es geht nach meinen Maßstäben und meinem Kräftehaushalt gestalte. Andere werden immer mehr von mir verlangen als ich geben kann. So ist das Leben. Meine Lebensaufgabe ist, sie rechtzeitig zu stoppen, aber auch mich selbst mit meinem manchmal auftretenden unnötigen vorauseilenden Gehorsam. Außerdem habe ich die wunderbare Möglichkeit, meinem Kind dabei zu helfen, es selbst zu sein und ganz selbstverständlich „Nein“ sagen zu können.

 

Die Pause-Taste — Phoenix-Frauen

Rona Duwe von

http://phoenix-frauen.de

hat einen sehr berührenden Beitrag geschrieben, in dem sie erklärt, warum sie ihr Engagement für Frauen und Mütter in Gewaltbeziehungen vorerst auf Eis legt. Ich finde es wichtig, dass dieser Text (wie auch ihre Seite) gelesen wird. Deshalb teile ich ihn mit Euch.

Danke, Rona Duwe, für Dein bisheriges Engagement in einer so wichtigen Sache, nämlich für Frauen, die in unvorstellbar schwierigen Situationen sind und oft nicht nur sich, sondern auch noch ihre Kinder schützen müssen und wollen.

Es gibt manchmal Punkte im Leben, wo sehr deutlich wird, dass ein Abschnitt zu Ende geht. Manchmal ist das wie eine Welle, die mehrere Menschen… Der Beitrag Die Pause-Taste erschien zuerst auf Phoenix-Frauen.

über Die Pause-Taste — Phoenix-Frauen

 

Weil wir Frauen/Männer sind und viele von uns Töchter haben … oder einfach weil wir Menschen sind, sollte uns das Thema Prostitution interessieren

Seit einer ganzen Zeit verfolge ich den Blog

https://mylifeinprostitution.wordpress.com/

der von einer außergewöhnlichen Frau geschrieben wird, die sich unermüdlich dafür einsetzt, die Prostitution abzuschaffen. Diese Frau ist so außergewöhnlich, weil sie es geschafft hat, einem Milieu zu entkommen, aus dem es kaum ein Entkommen gibt, und nun studiert.

Heute fand ich auf Spiegel Online einen Artikel über sie und ihr Leben, den Ihr unbedingt lesen solltet:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/prostitution-wie-sandra-norak-den-ausstieg-schaffte-a-1160616.html

Außerdem unterstützt sie die Kampagne

http://rotlichtaus.de/

die das Ziel hat, Prostitution abzuschaffen.

Sandra Norak beschreibt auf ihrem Blog ausführlich, dass die sogenannte „Dissoziation“ es möglich macht, dass Frauen die Qualen der Prostitution über längere Zeit ertragen und sie teilweise auch leugnen. Es ist ihr ein besonderes Anliegen, auch die osteuropäischen Frauen aus diesem Elend zu befreien, weil diese durch mangelnde Sprachkenntnisse in dieser Situation noch stärker gefangen sind als deutsche Frauen.

Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere von Euch Geld für die Kampagne

http://rotlichtaus.de/

spenden möchte.

Hier noch ein Link zu einem ganz aktuellen Beitrag von Sandra Norak zum unsichtbaren Seelensterben:

https://mylifeinprostitution.wordpress.com/2017/08/05/ueber-das-unsichtbare-seelensterben/

 

Verschlossen

Die Alltagshetze, in der ich als berufstätige Mutter steckte, hat meine Augen und mein Herz verschlossen.

Langsam öffnen sie sich wieder.

Der Alltag wird menschlicher: Zeit für einen kleinen Plausch am Rande, Zeit, besser zuzuhören, Zeit über die Bedürfnisse der anderen nachzudenken, Zeit, mal wieder Besuch zu empfangen, Zeit, jemand anderem unter die Arme zu greifen.

Zeit für Gespräche an der Kasse wie letztens. Die sympathische Verkäuferin mit den vielen Sommersprossen im Spielzeugladen unseres Viertels erzählte mir Folgendes:

„An manchen Tagen möchte ich einfach aus dem Laden laufen.

Kürzlich stand ich hier an der Kasse und hatte gerade nichts zu tun als mir ein Kunde zurief „Penn‘ mal nicht ein, Alte.“

Ein anderes Mal als ich an der Kasse etwas beim Kassiervorgang sagte, fuhr mich die Kundin an „Halt’s Maul und arbeite.“

„Die Leute sind so furchtbar aggressiv.“

Zeit für Beobachtungen. Ich sehe immer wieder junge Männer ausländischer Herkunft so unauffällig wie möglich durch die Straßen laufen. In unserer Nähe ist eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Sie sind allein, scheinen sich regelrecht unsichtbar zu machen und sind doch noch Kinder. Wer soll all‘ die zugezogenen Menschen mit ihren schweren Schicksalen integrieren, wenn alle so sehr mit sich selbst und ihrem Alltag beschäftigt sind.

Zeit für Muße. Manchmal nehme ich mir ganz bewusst Zeit, wenn eine ältere Dame ein wenig mit meinem Kind sprechen möchte.

Je gehetzter ich in meinem Alltag wurde, desto bedrohlicher waren zwischenmenschliche Kontakte für mich. Was will diese Person jetzt wieder von mir? Ich habe keine Zeit.

Mein Kind hat noch Zeit und nimmt sie sich. Es lernt Menschen kennen und es stellt echte Verbindungen her.

Kinder zeigen uns, was wirklich wichtig ist.